Emma Stone auf dem Roten Teppich

Filmfestspiele Venedig starteten mit strahlender Emma Stone

Donnerstag, 01. September 2016 | 06:41 Uhr

Terroranschläge, Amokläufe, Erdbeben: Das Kino war schon immer eine Möglichkeit, zumindest für die Länge eines Filmes von der Realität abzulenken. Auch deswegen passt der Eröffnungsbeitrag in Venedig bestens: Zum Auftakt der 73. Filmfestspiele stand mit “La La Land” am Mittwochabend ein nostalgisches und knallbuntes Musical mit Emma Stone und Ryan Gosling auf dem Programm.

Gleich in der ersten Szene setzt US-Regisseur Damien Chazelle den Ton für die folgenden zwei Stunden: Auf einem völlig verstopften Highway in Los Angeles entladen die wartenden Autofahrer ihre Energie in einer rasanten, gutlaunigen Musicalsequenz. Die ist außerdem der Beginn einer Liebesgeschichte: Jazz-Enthusiast Sebastian (Gosling) und die junge Schauspielerin Mia (Stone) lernen sich durch Zufall kennen und lieben. Beide wirken wie aus ihrer Zeit gefallen – sie schwärmt für Hollywoodfilme wie “Casablanca”, er für den legendären Musiker Louis Armstrong.

“Ich glaube, wir brauchen jetzt mehr denn je Hoffnung und Romantik auf der Leinwand”, sagte Regisseur Chazelle am Mittwoch in Venedig. Gerade Musicals verkörperten die Idee von Filmen als Traumland, “als Sprache unserer Träume”. Emma Stone, die sich in Venedig gewohnt strahlend zeigte, erklärte, sie habe Musicals schon als Kind geliebt. Es sei immer ein Traum von ihr gewesen, in einem mitspielen zu können.

Allerdings schlägt “La La Land”, der mit der Zeit etwas an Fahrt verliert, auch dramatischere Töne an. Beide Figuren erleben berufliche Rückschläge, ihren Zielen kommen sie nicht wirklich näher – doch die beiden Träumer geben nicht auf. “Dieser Film handelt vom Träumen und Hoffen und Hart-auf-etwas-Hinarbeiten”, sagte Stone (27). Auch sie selber habe zu Beginn ihrer Karriere in Los Angeles “manch demütigendes Vorsprechen” erlebt.

Als strauchelnde Mia überzeugt Stone (“The Amazing Spider-Man”) nun einmal mehr. Auch Ryan Gosling macht in der beschwingten Romanze singend und tanzend eine gute Figur – reiste dann jedoch anders als erwartet nicht zur Eröffnung an den Lido. Er sei wegen Dreharbeiten für einen anderen Film verhindert, hieß es zur Begründung.

Stattdessen ließen sich die Jurymitglieder wie “Spectre”-Regisseur Sam Mendes und die deutsche Schauspielerin Nina Hoss auf dem roten Teppich feiern. Der britische Oscarpreisträger Jeremy Irons kam, um dem polnischen Regisseur und Schauspieler Jerzy Skolimowski (“Essential Killing”) den Ehrenlöwen für dessen Lebenswerk zu überreichen.

“La La Land” läuft bei den Festspielen im Wettbewerb. Der Film konkurriert mit 19 anderen Beiträgen um den Goldenen Löwen. Einer dieser Beiträge stammt von dem deutschen Regisseur Wim Wenders: Der 71-Jährige stellt das in 3D gedrehte Beziehungsdrama “Die schönen Tage von Aranjuez” vor. Es basiert auf einem Theaterstück seines langjährigen Freundes Peter Handke. Die weibliche Hauptrolle spielt Sophie Semin, die Ehefrau von Peter Handke.

Der österreichische Film ist beim ältesten Filmfestival der Welt u.a. mit Ulrich Seidls neuer Doku “Safari” vertreten, die am Samstag außer Konkurrenz Weltpremiere feiert.

In den kommenden Tagen werden außerdem Prominente wie Keanu Reeves, Jim Carrey, Natalie Portman, Jude Law, Diane Keaton, Amy Adams und Jake Gyllenhaal erwartet. Außer Konkurrenz stellt Oscarpreisträger Mel Gibson seinen Kriegsfilm “Hacksaw Ridge” vor, während Denzel Washington und Ethan Hawke im Abschlussfilm zu sehen sein werden: der Neuauflage von “Die glorreichen Sieben”.

Trotz aller Leichtigkeit lässt sich die Realität aber natürlich auch auf dem venezianischen Lido nicht ausblenden. Nach den Terrorattacken der vergangenen Monate gibt es verstärkte Sicherheitsmaßnahmen: Die Straßen rund um das Festivalgelände sind mit massiven Betonblöcken für Autofahrer gesperrt. Polizisten mit schusssicheren Westen und Maschinengewehren sichern die Kontrollpunkte.

Auch das schwere Erdbeben, das Italien vor einer Woche erschütterte, hat Auswirkungen auf das Festival. Das Galadinner und die Feier, die traditionell auf die abendliche Eröffnung folgen, wurden aus Respekt vor den Erdbebenopfern abgesagt. Außerdem richtete die Biennale ein Konto ein, um Spenden für die betroffene Region und Bevölkerung zu sammeln.

Möglicherweise wird am 10. September dann ein Film mit politischen oder sozialkritischen Tönen mit dem Goldenen Löwen geehrt. Für die internationale Jury steht das allerdings nach eigener Aussage nicht im Vordergrund. “Ich freue mich so darauf, ganz unvoreingenommen die Filme im Wettbewerb anzugucken”, sagte die deutsche Schauspielerin Nina Hoss, die zur neunköpfigen Jury gehört. Ähnlich äußerte sich Jury-Präsident Sam Mendes. “Ich kenne meine Kriterien für herausragende Filme nicht. Ich werde sie aber erkennen, wenn ich einen sehe”, sagte der britische Regisseur (“Spectre”).

Als einziger deutscher Regisseur stellt Wim Wenders (71) am Donnerstag sein neues Werk im Wettbewerb des Filmfestivals Venedig vor. “Die schönen Tage von Aranjuez” basiert auf einem Theaterstück des Autors Peter Handke, mit dem Wenders seit langem befreundet ist. Die beiden arbeiteten auch schon bei früheren Wenders-Werken zusammen, darunter dem erfolgreichen Epos “Der Himmel über Berlin”.

Von: APA/dpa

Kommentare

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1 Kommentar auf "Filmfestspiele Venedig starteten mit strahlender Emma Stone"


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sitting bull
Tratscher
24 Tage 19 h

yea 😀😀😀😀😀😀😀😀😀

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