Tunnel stürzt über Räuber ein – VIDEO

Filmreifer Coup endet fast in Tragödie

Sonntag, 14. August 2022 | 08:03 Uhr

Rom – Der mutmaßliche Plan einer kriminellen Bande, durch einen Tunnel eine römische Bank zu erreichen und sie am Hochunserfrauentag auszurauben, ist gehörig schiefgegangen.

Just in dem Moment, als einer der Räuber dabei war, unter der Via Innocenzo XI, welche sich in der Nähe der Vatikanstadt befindet, einen Tunnel zu graben, brach dieser über ihn zusammen. Die Rettungskräfte, die wahrscheinlich von seinen Komplizen verständigt worden waren, brauchten rund acht Stunden, um den verunglückten Bankräuber aus seiner misslichen Lage zu befreien. Drei seiner Komplizen konnten später gefasst werden. Zum Erstaunen der italienischen Öffentlichkeit befinden sich alle vier Kriminellen wieder auf freiem Fuß.

Twitter/Vigili del Fuoco

Es war am späten Donnerstagvormittag gegen 11.00 Uhr, als bei der Notrufzentrale von Rom ein Notruf einging. Laut dem Anrufer, bei dem es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen der Räuber handelte, habe in der Via Innocenzo XI der Einsturz eines Tunnels die Verschüttung mehrerer Personen verursacht. Den Einsatzkräften der Feuerwehr, die sofort zum Unglücksort eilten, gelang es innerhalb kürzester Zeit, den genauen Ort des Einsturzes, der vor einem leerstehenden Geschäft lag, schnell auszumachen. Unter dem Asphalt waren verzweifelte Hilferufe eines einzelnen Mannes zu hören. Mithilfe eines Baggers machten sich die Wehrkräfte sofort an die Arbeit, um parallel zum Einsturzort einen Rettungstunnel zu graben.

Bald konnten die Wehrleute den Verunglückten, den 35-jährigen Andrea Grassi, erreichen und ihn mit Sauerstoff und flüssiger Nahrung versorgen. Allerdings dauerte es insgesamt acht Stunden, bis sie den 35-Jährigen aus dem verschütteten Tunnel bergen konnten. „Gebt mir bitte Wasser und eine Zigarette“, waren die ersten Worte des einschlägig vorbestraften Andrea Grassi nach der Rettung.

Andrea Grassi, der schwere Verletzungen erlitten hatte, wurde erstversorgt und in das Krankenhaus eingeliefert. „Aufgrund der Beschaffenheit des Bodens handelte es sich um einen schwierigen Einsatz. Der schmale Tunnel ist wahrscheinlich wegen der Regenfälle der letzten Tage eingestürzt“, so der Sprecher der Feuerwehr.

Twitter/Vigili del Fuoco

Die zusammen mit den Rettungskräften eingetroffenen Carabinieri nahmen in der Zwischenzeit drei seiner mutmaßlichen Komplizen, die sich in der Nähe des Einsturzortes aufhielten, fest. Mario Mazza, Antonio Pinto und David Sciavarrello – bei den ersten beiden handelt es sich um Neapolitaner, während Letzterer gleich wie Andrea Grassi aus Rom stammt – wurden zum Verhör in die Kaserne gebracht.

Den Carabinieri zufolge war es das Ziel der Bande, vom verlassenen Geschäft aus, wo sich der Tunneleinstieg befand, durch den schmalen Tunnel und die Kanalisation bis zu einer Bank oder einer Lotto-Annahmestelle vorzudringen, um sie am Hochunserfrauentag ungestört ausrauben zu können. In der Tat befinden sich weniger als 200 Meter von der Via Innocenzo XI entfernt zwei Banken und ein Sisal-Wettbüro.

Einer Rekonstruktion zufolge gelang es den beiden Neapolitanern, durch einen Kanaldeckel aus dem einstürzenden Unglückstunnel ins Freie zu gelangen. Ein Glück, das ihr „Kollege“ nicht besaß. Mit hoher Wahrscheinlichkeit war es der zweite Römer, der im geschlossen Geschäft Schmiere stand, der den Notruf abgab.

vigilfuoco.tv

Das Verhör der Viererbande, zu der aber vermutlich weitere Mitglieder zählten, gestaltete sich als schwierig. Die vier, die allesamt wegen verschiedener Straftaten wie Raub, Drogenhandel und Zigarettenschmuggel vorbestraft sind, gaben an, sich untereinander nicht zu kennen. Einer der mutmaßlichen verhinderten Bankräuber, David Sciavarrello, verweigerte sogar jede Aussage. Von Pinto und Mazza weiß man aber, dass sie sich im Jahr 2011 im Gefängnis kennengelernt hatten. Natürlich beteuerte jeder von ihnen, niemals die Absicht gehegt zu haben, einen Banküberfall zu begehen.

Der zuständige Untersuchungsrichter bestätigte die Festnahme der beiden Neapolitaner, die wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt verhaftet worden waren. Nach der Anhörung wurden die beiden Männer jedoch aus der Untersuchungshaft genommen und bis zum Prozess, der für den 20. Dezember angesetzt wurde, in die – vorläufige – Freiheit entlassen. Die beiden Römer hingegen wurden wegen Sachbeschädigung und Verursachung eines Einsturzes auf freiem Fuß angezeigt.

Twitter/Vigili del Fuoco

Der infolge des Einsturzes des Tunnels missglückte Raub sorgt in der italienischen Öffentlichkeit für erhebliches Aufsehen. Viele Italiener ärgern sich darüber, dass trotz ihrer Vorstrafen alle Mitglieder der Bande sich zumindest vorläufig wieder in Freiheit befinden. „Wenn vorbestrafte Kriminelle einen Tunnel in Richtung einer Bank graben, muss das nicht unbedingt heißen, dass sie sie auch ausrauben wollen“, so der ironische Kommentar eines Lesers.

vigilfuoco.tv

Von: ka

Kommentare

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11 Kommentare auf "Filmreifer Coup endet fast in Tragödie"


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Freesia
Freesia
Grünschnabel
1 Monat 19 Tage

Kann auch sein das es hobby archeologen sind… 😉😂

PuggaNagga
1 Monat 19 Tage

Was muss man alles anstellen damit man eingesperrt wird?
Ich glaube es ist fast unmöglich in italien eingesperrt zu werden.
Mir fällt nur ein „Kapitalverbrechen“ ein wo der Staat keine gnade kennt, Schwarzarbeit und Steuerhinterziehungen des kleinen Mannes.

Kinig
1 Monat 18 Tage

der kleine mann kann keine steuern hinterziehen, im gegenteil er ist der einzige der steuern bezahlt, denn diese werden ihm von seinem gehalt abgezogen

PuggaNagga
1 Monat 18 Tage

@falschauef
Der Kleine Mann ist auch der Selbstständige. Oder auch der Kleinstunternehmer.
Alle kleinen Männer, sei es Lohnabhängig oder Selbständig verbindet eines gemeinsam: harte Arbeit für viel zu wenig Geld und keinen Ausweg aus der Kralle des Staates zu entfliehen. Weil die Hälfte des sauer verdienten Geldes einfach genommen wird.
Die Großen Milliardenkonzerne die können fliehen und zahlen praktisch keine Steuern.

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Universalgelehrter
1 Monat 19 Tage

das waren zu 100% HOBBY Archeologen! 😳😜🌈

Frank
Frank
Universalgelehrter
1 Monat 18 Tage

“wegen Sachbeschädigung und Verursachung eines Einsturzes auf freiem Fuß angezeigt.”
Da werden die Spitzbuben aber vor Angst schlottern.

Und wenn ich die Überschrift lese, frage ich mich, ob es denn tatsächlich eine soo große Tragödie wäre, wenn Verbrecher ihrer selbstgebauten Falle zum Opfer fallen. So manches Opfer solcher Typen wird es wohl eher nicht so sehen.

Faktenchecker
1 Monat 18 Tage

Perverse Meinung!

marher
marher
Universalgelehrter
1 Monat 19 Tage

Gewaltige Szenen. Wo sei denn die Wialerhaufn von Tunnl gebliebn. Die Hauptdorsteller hobn sich noch der schwarn Orbit ober schun awia Urlaub verdiant.

Faktenchecker
1 Monat 18 Tage

Die wollten sich vordem Ferragosto verstecken. 😂😂😂😂😂😂

neidhassmissgunst
neidhassmissgunst
Universalgelehrter
1 Monat 18 Tage

“Wenn vorbestrafte Kriminelle einen Tunnel in Richtung einer Bank graben, muss das nicht unbedingt heißen, dass sie sie auch ausrauben wollen“ 
Dieser Aussage kann ich nur zustimmen 👍😂

Staenkerer
1 Monat 17 Tage

🤣😆😅 kopfschütteln ….wenn de typn vom bankraub gleich viel verstien wie von tunnelbau sillten se sich dringend a ondre orbeit suachn ….!!!

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