Innerparteiliche Kritik an willkürlichen Führungsstil

Fitto: „Forza Italia ist ein düsterer Bunker“

Sonntag, 05. April 2015 | 18:00 Uhr

Rom – Der Parlamentsabgeordnete Raffaele Fitto wirft laut Alto Adige online seiner Partei Forza Italia vor, eine „Partei ohne Regeln“ mit „Führern ohne demokratische Legitimation“ zu sein, die eine „politische Suizid-Linie“ verfolge, welche die Wähler zusehends abschrecken würde, und nimmt dabei auch den Ex-Premier und Parteichef Silvio Berlusconi nicht aus der Schusslinie. Damit widersetzt sich Fitto dem Aufruf Berlusconis, zwei Monate vor Beginn der Regionalratswahlen innerparteiliche Polemiken zu vermeiden. Konsequenzen befürchte Fitto keine, da Berlusconi seiner Meinung nach zur Zeit sowieso mehr am mutmaßlichen Verkauf seines Fußball-Clubs Milan und der „Auflösung“ von Forza Italia interessiert sei. Viele in der Partei, auch mehrere unter seinen treusten Anhängern, spekulierten momentan über die wahren Intentionen des Medienunternehmers, sich aus der Politik zu verabschieden und wieder ganz seinem Firmenimperium zu widmen. Die wachsende Gruppe um den innerparteilichen Rebellen Fitto musste bei der Ernennung von Francesco Schittulli zum Spitzenkandidaten der Region Apulien den Kürzeren ziehen. Die inneren Spannungen drohen die Partei nach und nach zu spalten.

Von: ©mh