Ein stärkerer Einsatz der libyschen Küstenwache zeige Resultate

Flüchtlings-Neuankünfte in Italien stark gesunken

Mittwoch, 23. August 2017 | 14:40 Uhr

Die Zahl der Flüchtlinge, die seit Anfang 2017 über das Mittelmeer nach Italien gekommen sind, hat sich gegenüber dem Vorjahr reduziert. 98.072 Migranten erreichten seit Jahresbeginn die italienische Küste, das sind 6,6 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, wie das Innenministerium in Rom am Mittwoch mitteilte.

Die Zahl der Migranten ist allein im Juli um 51,3 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat 2017 gesunken. Der Trend hält laut dem Innenministerium auch im August an.

Der stärkere Einsatz der libyschen Küstenwache, die von Italien mit Schiffen unterstützt wird, zeige Resultate, hieß es in Rom. Vor allem seit dem Treffen zwischen dem italienischen Innenminister Marco Minniti und 13 Bürgermeistern von libyschen Städten vor zwei Wochen sei die Zahl der Flüchtlingsankünfte zurückgegangen. Ein weiteres Treffen mit libyschen Bürgermeistern ist demnächst in Rom geplant. Daran sollen sich auch EU-Vertreter beteiligen. Dabei soll den Bürgermeistern finanzielle Unterstützung aus EU-Fonds zugesichert werden.

Die meisten der 2017 eingetroffenen Migranten stammen aus Nigeria, Bangladesch, Guinea, Cote d’Ivoire (Elfenbeinküste) und Gambia. Italien versorgt derzeit etwa 200.000 Flüchtlinge in Hotspots und anderen Einrichtungen.

Die Zahl der Bootsflüchtlinge, die von der nordafrikanischen Küste nach Italien kamen, hatte 2016 einen neuen Höchststand erreicht. 181.000 Flüchtlinge wurden im Mittelmeer gerettet und nach Italien gebracht. 2015 waren es noch 170.000 gewesen.

Von: apa