"Fragiles Alpenverkehrssystem"

Frächter fordern von Rom Einsatz gegen Tirols Lkw-Fahrverbote

Dienstag, 05. Februar 2019 | 14:10 Uhr

Nach der Aufregung in Südtirol über den Ausnahmezustand auf der Brennerautobahn (A22) am letzten Wochenende haben Italiens Frächter am Dienstag abermals ihre Regierung aufgerufen, sich gegen die Tiroler Lkw-Fahrverbote zu wehren. Diese machen sie für das Chaos verantwortlich.

Andrea Manfron, Direktor des Frächterverbands FAI, stellte die Rechtmäßigkeit der von Tirol “auferzwungenen Lkw-Fahrverbote” infrage. “Die Ereignisse am Wochenende bezeugen wieder einmal, wie fragil unser für die italienische Wirtschaft so lebenswichtiges Alpen-Verkehrssystem ist.”

Zudem kritisierte der FAI-Direktor, dass einige – zum Großteil ausländische – Fahrer die ohnehin bereits angespannte Lage erschwert hätten, indem sie sich nicht an die einfachsten Sicherheitsregeln bei Schneefall gehalten hätten. “Wenige Fahrzeuge, die sich nicht an die Regeln gehalten haben, haben der großen Mehrheit der Reisenden große Unannehmlichkeiten beschert”, so Manfron.

Konsumentenschutzverband will Entschädigung

Alle Autofahrer, die wegen des Ausnahmezustands auf der Brennerautobahn (A22) am letzten Wochenende Schäden erlitten haben, können auf der Webseite des italienischen Konsumentenschutzverbands Codacons Antrag auf Entschädigung einreichen. Dies berichtete er in einer Presseaussendung am Dienstag.

Codacons strebt Verhandlungen mit dem Südtiroler Betreiber der Brennerautobahn (A22) an, um über Schadenersatzzahlungen für alle vom Chaos betroffenen Autofahrer zu beraten und somit einer Lawine von Forderungen vor Gericht zuvorzukommen.

“Wir fordern die Autobahngesellschaft auf, eine automatische Schadenersatzzahlung für alle Autofahrer bereitzustellen, für die es auf der Autobahn kein Weiterkommen mehr gab. Sie wurden nicht informiert. Die Autobahneinfahrten wurden nicht gesperrt. Wäre das rechtzeitig geschehen, hätte das Chaos vermieden werden können”, schrieb der Präsident von Codacons, Carlo Rienzi.

Von: apa