Die Urteilsbegründung

Freispruch für Knox: Kritik an Ermittlungsfehlern

Dienstag, 08. September 2015 | 09:43 Uhr

Rom – Im Mordfall Meredith Kercher sind Raffaele Sollecito und Amanda Knox vom Kassationsgericht freigesprochen worden. Nun liegt die 52-seitige Urteilsbegründung vor, wobei die Richter nicht mit Kritik an Fehlern bei den Ermittlungen sparen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Ansa

Laut den Richtern sei das Verfahren durchaus wechselhaft verlaufen. Bemängelt werden dabei „Schwächen und Nachlässigkeiten“ bei den Ermittlungen. Dadurch ergibt sich ein Freispruch aus Mangel an Beweisen.

Wären die Fehler vermieden worden, hätte man vermutlich von Anfang an sagen können, ob Sollecito und Knox am Mord beteiligt waren, oder nicht, glauben die Richter. Bekanntlich wurde Meredith Kercher am 1. November 2007 in Perugia vergewaltigt und getötet.

Grund für den Zweifel sei der Mangel an biologischen Spuren von Knox und Sollecito an Kerchers Leichnam. Stattdessen sei der Leichnam übersät mit Spuren des Ivorers Rudi Guede, der bekanntlich zu 16 Jahren Haft verurteilt wurde.

Er ist der einzige, der verurteilt wurde, obwohl laut den Ermittlern die Messerstiche darauf hingedeutet hätten, dass es mehr als einen Täter gab.

Was die DNA-Spuren am Verschluss des BHs von Kercher anbelangt, erklärten die Richter, dass man diese nicht eindeutig Raffaele Sollecito zuordnen könne. Außerdem habe diese Spur laut den Richtern keine Beweiskraft.

Patrick Lumumba warf unterdessen Amanda Knox vor, dass sie ihm mit falschen Anschuldigungen das Leben ruiniert habe. Knox hatte den kongolesischen Barmann belastet. Weil dieser seine Unschuld beweisen konnte, wurde sie wegen Verleumdung verurteilt.

Von: ©mk