Papst bat um Frieden

Für Frieden im Südsudan kniender Papst sorgt für Aufsehen

Freitag, 12. April 2019 | 16:05 Uhr

Die ungewöhnliche Geste von Papst Franziskus, der am Donnerstagabend im Vatikan die zentralen politischen Kontrahenten des Südsudans kniend und ihre Füße küssend um Einsatz für den Frieden gebeten hat, sorgt in dem afrikanischen Krisenstaat für großes Aufsehen. Die Menschen seien von der Geste “tief beeindruckt”, schilderte die Comboni-Missionsschwester Elena Balatti am Freitag.

“Videos und Bilder davon laufen auf allen Fernsehgeräten, in sozialen Medien und auf Smartphones”, so die Ordensfrau laut Kathpress gegenüber dem Pressedienst “Fides” aus der südsudanesischen Hauptstadt Juba. “Wir alle waren beeindruckt von Papst Franziskus’ Bestreben, die Politiker an ihre Verantwortung gegenüber einem Volk zu erinnern, das sehr viel leidet, das so viele Verluste erlitten hat, so dass viele ihr Land verlassen mussten”, wurde Balatti zitiert. “Deshalb kniete er sich nieder, und er tat es im Namen der Südsudanesen. Das ist eine Geste, die von den Menschen hier sehr geschätzt wird.”

Der südsudanesische Präsident Salva Kiir und Oppositionsführer Riek Machar hatten am Mittwoch und Donnerstag mit mehreren Mitgliedern der designierten Übergangsregierung des Landes an einer als “geistliche Einkehr” deklarierten zweitägigen Begegnung im Vatikan teilgenommen.

Zum Abschluss mahnte der Papst die politischen Rivalen bei einer Begegnung im vatikanischen Gästehaus Santa Marta eindringlich zum Frieden. In einer spontanen Geste kniete Franziskus am Ende des Treffens einzeln vor Präsident Kiir sowie den designierten Vizepräsidenten, darunter Machar und Rebecca Nyandeng De Mabior, nieder und küsste deren Füße.

Das Interimskabinett soll ab 12. Mai mit der Arbeit beginnen und den seit 2013 währenden blutigen Konflikt in dem afrikanischen Land beenden. Kiir ist Katholik, Machar Presbyterianer.

Von: apa