Speicher aktuell zu 60 Prozent gefüllt

Drohender Gasstopp: Italien wäre weniger betroffen

Samstag, 02. Juli 2022 | 16:30 Uhr

Berlin/Rom – Deutschland könnte bald in einer schwierigen Situation sein und ohne weitere Gaslieferungen aus Russland dastehen. An der Gaspipeline Nord Stream 1, die durch die Ostsee führt, stehen nämlich zehntätige Wartungsarbeiten an. Dafür muss der Gasdurchfluss gestoppt werden. In Deutschland fürchtet man nun, dass Russland diese Arbeiten nutzen könnte, um die Gaslieferungen komplett und für längere Zeit einzustellen. Zuletzt war die gelieferte Gasmenge bereits auf 40 Prozent gedrosselt worden.

Deshalb könnte Deutschland bald und in Hinblick auf den kommenden Winter Gas sparen müssen, unter anderem könnte das Warmwasser für private Haushalte begrenzt werden.

Der Präsident der deutschen Bundesnetzagentur, Klaus Müller, meint: “Wenn der Gasfluss aus Russland motiviert länger anhaltend abgesenkt wird, müssen wir ernsthafter über Einsparungen reden”. Die zwölf Wochen bis zum Beginn der Heizsaison müssten genutzt werden, um Vorbereitungen zu treffen, sagte er. Müller rief alle Haus- und Wohnungsbesitzer dazu auf, ihre Gasbrennwertkessel und Heizkörper rasch zu überprüfen und effizient einstellen zu lassen. “Eine Wartung kann den Gasverbrauch um zehn bis 15 Prozent senken.”

Italien weniger von möglichem Gasstopp betroffen

Italien werde hingegen weniger unter dem drohenden Gasstopp leiden als andere Länder in Europa. Das sagt der Minister für den ökologischen Wandel, Roberto Cingolani, Medienberichten zufolge. Die Gasspeicher seien zu 60 Prozent gefüllt und man peile 90 Prozent an. Der Minister hält das für machbar. Zudem habe Russland Italien die Liefermenge nur um 15 Prozent gekürzt.

Italien könnte im Winter allerdings auch sparen müssen. Eine Möglichkeit sei, die Raumtemperatur beim Heizen um ein Grad zu senken. Das reduziere den Energieverbrauch deutlich. Weil Gas knapp wird, könnten die Preise noch weiter ansteigen.

Von: luk