Gericht in Tel Aviv lehnte Einspruch des Großvaters ab

Gericht bestätigt im Fall Eitan Rückführung nach Italien

Freitag, 12. November 2021 | 09:26 Uhr

Im mutmaßlichen Entführungsfall des kleinen Eitan, des einzigen Überlebenden des Seilbahnunglücks vom Lago Maggiore in Italien, hat die Tante des Buben einen neuerlichen Sieg errungen. Das Bezirksgericht in Tel Aviv lehnte am Donnerstagabend den Einspruch des Großvaters mütterlicher Seite, Shmuel Peleg, ab, den dieser gegen die Entscheidung eines Familiengerichts eingereicht hatte. Der Sechsjährige soll nach Italien zurückgebracht werden, bestätigte das Bezirksgericht.

Eitan sei seiner in Italien lebenden Tante anvertraut worden, die von den italienischen Behörden das Sorgerecht für das Kind erhalten hatte, und danach vom Großvater nach Tel Aviv entführt worden. Das Kind solle zu seinem Heimatort in Italien zurückgebracht werden, wo der Bub auch bis zum Unglück und dem Tod seiner Eltern gelebt hatte, beschloss das Gericht. Allerdings wird das Kind nicht sofort nach Italien zurückkehren können. Der Großvater hat nämlich noch die Möglichkeit, einen weiteren Einspruch einzureichen.

Die Familie Peleg kritisierte das Urteil. “Eitan ist ein israelisches und jüdisches Kind, und seine Verwandten hätten sich gewünscht, dass er in Israel aufwächst und dort erzogen wird”, sagte der Sprecher der Familie, Gadi Solomon. Die Anwälte der Familie Peleg prüfen die Möglichkeit, beim Obersten Gerichtshof Berufung einzulegen. In der Zwischenzeit wird die Entscheidung des Bezirksgerichts Tel Aviv für sieben Tage ausgesetzt, um die Einlegung einer Berufung zu ermöglichen. In der Zwischenzeit wird Eitan in Israel bleiben.

Die drei Richter des Bezirksgerichts brauchten nur drei Stunden, um die Beschwerde gegen die Entscheidung der Familienrichterin Iris Ilotovich Segal zu prüfen, wonach Eitan gemäß dem Haager Übereinkommen von seinem Großvater im September unrechtmäßig nach Israel gebracht wurde und nach Italien zurückkehren muss. Alle Beteiligten waren im Gerichtssaal anwesend: von Shmuel Peleg, gegen den die Staatsanwaltschaft Pavia einen internationalen Haftbefehl wegen der mutmaßlichen Entführung beantragt hatte, bis zur Tante Aya Biran Nirko. Ebenfalls zugelassen wurde Esther Cohen Peleg, Shmuels Großmutter mütterlicherseits und Ex-Ehefrau des Angeklagten Peleg, gegen die in Italien ebenfalls wegen des Vorwurfs der Kindesentführung ermittelt wird.

Von: apa

Kommentare

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8 Kommentare auf "Gericht bestätigt im Fall Eitan Rückführung nach Italien"


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Autodago
Autodago
Grünschnabel
21 Tage 5 h
Man fragt sich schon, warum die Tante, die eigentlich ein viel geringeres Verwandschaftsverhältnis zum Kind hat wie die Großeltern am Sorgerecht festhält. Sie könnte leicht zugunsten der Großeltern darauf verzichten. Es ist zu vermuten, dass es wie meistens um Geld geht. Auch wenn das Kind kein Besitzer großer Vermögen durch Erbschaft ihrer verunglückten Eltern ist, wird ihm nach Prozeß eine monatliche Unterhaltszahlung durch die Versicherung der Seilbahn zustehen. Dazu kommt Geld für die Betreuungsperson, also die Tante. Und das bis zu Volljährigkeit. Darüber hoher Betrag an Schmerzensgeld. Das ist natürlich ene große Summe wahrscheinlich geht das über viele 100 000… Weiterlesen »
Storch24
Storch24
Kinig
21 Tage 3 h

Auto…..Das Kind hat , schon vor dem tragischen Unfall in Italien gelebt. Also bleibe er in seinem gewohnten Umfeld. Und die Tante ist sicher Jünger, deshalb geeigneter um für ihn zu sorgen.
Wieviel den beiden Parteien es effektiv um das wohl des Kindes geht, sei dahingestellt. Das Geld lockt sicher

Offline1
Offline1
Superredner
17 Tage 19 h

@Autodago….Sie machen sich sehr viele Gedanken um anderer Leute finanzielle Verhältnisse. Könnte es nicht einfach sein, dass der Bub, der schon vor dem Unglück in Italien lebte, ein viel engeres Vertrauensverhältnis zu seiner ihm mutmaßlich besser bekannten Tante hat.

Reitiatz
Reitiatz
Universalgelehrter
21 Tage 5 h

deis orme kind konn oan lei mea load tean, zearsch sterbm die engsten verwontn, und nor weart um sein erbe gstrittn 😪

pingoballino1955
pingoballino1955
Superredner
20 Tage 8 h

Skandalös,dieses hin und her! Armer Junge! Der Opa ist ein unverantwortlicher A…………………sch!!!😡😡😡

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
20 Tage 6 h

…die kämpfen alle um die Knete vom Schadenersatz…
😅

Offline1
Offline1
Superredner
17 Tage 19 h

@Doolin…du solltest nicht von Dir auf Andere schließen.

prontielefonti
prontielefonti
Superredner
21 Tage 11 Min

Ormer Bua

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