Proteste gegen verschärfte Corona-Schutzmaßnahmen

Gewaltsame Proteste in Italien gegen Corona-Bestimmungen

Donnerstag, 29. Oktober 2020 | 07:54 Uhr

In Italien ist es am Mittwochabend in mehreren Städten zu neuen Protesten gegen die verschärften Corona-Bestimmungen der gekommen. In der norditalienischen Stadt Verona gingen nach Angaben der Nachrichtenagentur ANSA rund 500 Menschen vornehmlich aus dem rechtsradikalen Spektrum auf die Straße. Premier Giuseppe Conte versicherte indes, dass dem Land im Gegensatz zu Deutschland und Frankreich vorerst kein gesamtstaatlicher Lockdown bevorstehe.

Kaufleute, Taxifahrer und andere vom “Mini-Lockdown” der Regierung betroffene Berufsgruppen auf die Straße, um gegen die Einschränkungen zu protestieren. In Verona kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen. Protestierende versammelten sich vor der Arena, dem Wahrzeichen der norditalienischen Stadt, und bewarfen die Sicherheitskräfte mit Knallkörpern und Rauchbomben. Die Polizisten reagierten mit Tränengas. Demonstriert wurde auch in Bari, Genua und Palermo.

Ebenfalls am Mittwochabend wurde ein Mitarbeiter eines italienischen TV-Senders bei gewalttätigen Protesten in Palermo auf Sizilien verletzt, wie ANSA berichtete. Dort sei es nach einer Demonstration von Lokalbesitzern gegen die Beschränkung ihrer Öffnungszeiten zu Flaschenwürfen und dem Abschießen von Feuerwerkskörpern gekommen. Auch andernorts gab es vereinzelt Kundgebungen. Die Polizei habe von einigen Beteiligten die Personalien aufgenommen.

“Wir wollen den restriktiven Anti-Covid-Maßnahmen Zeit geben, ihre Auswirkungen voll zu zeigen. Unser Ziel ist, die Epidemiekurve unter Kontrolle zu bringen”, wurde Conte von italienischen Medien zitiert. Aufgabe der Regierung sei es, die öffentliche Gesundheit mit den Bedürfnissen der Wirtschaft zu verbinden. Ein Lockdown wäre in dieser Phase ein Schaden für das Land, sagte der parteilose Regierungschef.

Die italienische Innenministerin Luciana Lamorgese warnte vor der Unterwanderung der Proteste durch anarchistische und rechtsextremistische Gruppen. Proteste seien legitim, die Regierung werde jedoch Gewalt nicht zulassen, sagte die Ministerin.

Bereits seit dem Wochenende war es in Italien bei Demonstrationen gegen die Regierung mehrfach zu Gewalt gekommen. Politiker machten unter anderem Neo-Faschisten und jugendlichen Straftäter für die Übergriffe verantwortlich.

Die Mitte-Links-Regierung in Rom hatte unlängst verschärfte Corona-Schutzmaßnahmen wie der Schließung aller Lokale um 18.00 Uhr verfügt. Kinos und Theater bleiben seit Montag zu. Wirtschaftliche Ausfälle bei Firmen und Beschäftigten sollen mit neuen Milliardenhilfen gemildert werden.

In Italien hatte die Anzahl der binnen eines Tages gemeldeten Corona-Neuinfektionen am Mittwoch fast die Marke von 25.000 erreicht. In dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern starben in 24 Stunden zudem 205 Menschen mit oder an dem Virus.

Von: APA/dpa

Kommentare

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10 Kommentare auf "Gewaltsame Proteste in Italien gegen Corona-Bestimmungen"


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Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
26 Tage 38 Min

Diesen rechten Prügelvereinen ist doch jede Gelegenheit willkommen, um auf die Straße zu gehen, alles kurz und klein zu schlagen.
Den Meisten dieser unterbelichteten Schläger ist nicht mal klar, worum es geht, lassen sich von Kollegen mitziehen, da sie selbst nicht imstande sind, selbst zu denken.

der echte Aaron
der echte Aaron
Superredner
25 Tage 17 h

@Dagobert
Das die Extrem Linken, in diesem Fall, nicht randalieren ist den meisten klar. Denen passt es, wenn alles zusperrt. Sind viele, nicht alle, arbeitsscheu……

Jefe
Jefe
Superredner
25 Tage 23 h

Fuer Kracher & so Glump, ist Geld da & dann wieder heulen.

Mezcalito
Mezcalito
Superredner
25 Tage 23 h

the roof, the roof, the roof is on fire

Tantemitzi
Tantemitzi
Universalgelehrter
25 Tage 19 h

hätte man ohne diesen ganzen Mist, der da veranstaltet wird, auch Mitgefühl mit den betroffenen Branchen gehabt, so schwindet dieses recht schnell, wenn man solche Nachrichten sieht!  

Jiminy
Jiminy
Universalgelehrter
25 Tage 15 h

die betroffenen Branchen haben mit diesem Mist rein gar nichts zu tun! Diese sind Extremisten-Kakken und als solche soll man sie behandeln! Daher bleibt mein Verständnis und meine ganze Solidarität für die betroffenen Branchen aufrecht.

primetime
primetime
Universalgelehrter
25 Tage 17 h

Einerseits verständlich. Hier sind Existenzen bedroht und es werden einfach Maßnahmen getroffen ohne vorher zu garantieren dass es Unterstützungen gibt. Da man auch die italienische Bürokratie kennt ist es nur “normal” dass den Versprechen keiner glaubt, denn falls die eingehalten werden vergeht einfach viel zu viel Zeit.
Dass die Demonstranten aber Gewalt anwänden ist dämlich. Somit macht man sich nur zur Lachnummer und bewirkt rein garnichts:
Was mich eher stutzig macht, wie wollen die wissen dass es zum Großteil rechtsradikale Gruppierungen sind?

Jiminy
Jiminy
Universalgelehrter
25 Tage 15 h

es sind linke und rechte und ihre Gesichter sind den Ordnungshüter schon längst bekannt!

primetime
primetime
Universalgelehrter
25 Tage 14 h
So wie es im Artikel steht könnte man meinen es kommt von Berlusconi der ja immer gegen die linken gewettert hat – diesmal halt umgekehrt. Wäre ein Punkt den man im Artikel nicht erwähnt weil es einfach eine unhaltbare Schuldzuweisung ist. Mit objektiver Reportage hat das nicht mehr viel zu tun ausser um Stunk zu machen. Ob von 100 Personen 80 rechts oder links sind kann egal sein, es geht rein um den Grund für die Demonstration denn vor dem “Gericht” sind alle gleich. Damit will ich sagen dass hier für ein gemeinsames Ziel oder Idiologie (oder wie man das… Weiterlesen »
Horti
Horti
Tratscher
25 Tage 14 h

Bei manchen Demos wo Gewalt im Spiel ist spricht man von Rechtsextremisten und bei anderen Demos mit Gewalt da Wort Aktivisten. Man merkt den feinen Unterschied der Verharmlosung..

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