Ciro Palmieri litt an Verfolgungswahn und galt als gewalttätig – VIDEO

Grausame Bluttat: Von Ehefrau und Söhnen ermordet und zerstückelt

Montag, 22. August 2022 | 08:22 Uhr

Giffoni Valle Piana – Giffoni Valle Piana, eine Ortschaft in der Provinz Salerno in Süditalien, war Schauplatz eines grausamen Verbrechens.

Der 43-jährige Bäcker Ciro Palmieri wurde von seiner 40-jährigen Ehefrau, Monica Milite, und von zwei seiner eigenen Söhne ermordet. Wie versteinert musste sein jüngster Sohn, ein elfjähriger Bub, tatenlos mitansehen, wie Monica Milite und seine beiden älteren Brüder auf den 43-Jährigen einstachen und später die Leiche zerstückelten. Erst drei Wochen nach der schrecklichen Bluttat konnte der Mord aufgeklärt und die Leiche des Opfers geborgen werden. Als Tatmotiv werden zerrüttete Familienverhältnisse und jahrelange häusliche Gewalt angenommen. Ciro Palmieri hatte seine Frau immer wieder geschlagen und die Wohnung der Familie in ein „Gefängnis“ verwandelt.

Es war der 30. Juli, als die 40-jährige Monica Milite die Carabinieri aufsuchte, um ihren Mann, den 43-jährigen Bäcker Ciro Palmieri, als vermisst zu melden. Monica Milite gab an, dass ihr Mann ihr nur aufgetragen hätte, ihm eine Tasche mit Arbeitskleidung vorzubereiten, woraufhin er spurlos verschwunden wäre. In der Folge wandte sich die Ehefrau auch an die Fernsehsendung „Chi l’ha visto“ und richtete mehrere Appelle an ihren Mann, sich wieder bei seiner Familie zu melden.

Facebook/Chi l’ha visto?

In einem ersten Moment wurde von einer freiwilligen Flucht des Bäckers ausgegangen, aber die Aussagen der Frau, die mehrere Unstimmigkeiten aufwiesen, veranlassten die Ermittler, die Familie des Vermissten ins Visier zu nehmen. Als die Carabinieri die Videoaufnahmen mehrerer Überwachungskameras untersuchten, die Ciro Palmieri in und um sein Haus installiert hatte, fanden sie heraus, dass die Videos, die die Kameras in den Stunden vom 29. zum 30. Juli aufgenommen hatten, bereits wieder überschrieben worden waren. Den hinzugezogenen Experten gelang es jedoch, die Originalaufnahmen wiederherzustellen.

Das, was die Ermittler sahen, war der endgültige Wendepunkt in den Ermittlungen.

In den Aufnahmen, die von den beiden zuständigen Staatsanwälten als „erschreckend und blutig“ bezeichnet wurden, ist zu sehen, wie es zwischen den beiden Eheleuten zum Streit kommt. Wutentbrannt wirft Ciro Palmieri seiner Ehefrau eine Getränkedose entgegen. Sie reagiert, indem sie ihm mit einem Besen auf den Kopf schlägt. Anschließend ergreift sie ein Messer und sticht auf ihren Mann ein. Die zwei älteren Söhne, die noch im Haus leben, stürmen herbei und fügen ihrem Vater ebenfalls mehrere Messerstiche zu. Von den Schreien seines sterbenden Vaters aufgeschreckt, kommt zugleich auch sein jüngster Sohn, ein elfjähriger Bub, in den Hausflur. Wie versteinert muss er tatenlos mitansehen, wie Monica Milite und seine beiden älteren Brüder auf den 43-Jährigen einstechen. In den Videos ist auch zu erkennen, wie die Ehefrau und die älteren Söhne der Leiche von Ciro Palmieri ein Bein abschneiden und beide Leichenteile zur „Entsorgung“ in einen Plastiksack packen.

Giffoni Valle Piana, l'uccisione di Ciro Plamieri

Giffoni Valle Piana, l'uccisione di Ciro Plamieri Potrebbe esserci un passato di violenze in famiglia dietro l'orrore dell'uomo, Ciro Palmieri, ucciso da moglie e figli a Giffoni Valle Piane, nel Salernitano. Parla al Tg3 il fratello della vittima. Gabriele Carletti per il Tg3 delle 14:20 del 20 agosto 2022

Posted by Tg3 on Saturday, August 20, 2022

Am vergangenen Freitag wurden Monica Milite, ihr 20-jähriger Sohn Massimiliano sowie der dritte Täter, ein erst 15-jähriger Jugendlicher, verhaftet und nach einem ersten Verhör in Untersuchungshaft genommen. Monica Milite, Massimiliano Palmieri und der 15-Jährige, für den die Staatsanwaltschaft für Minderjährige von Salerno zuständig ist, werden sich vor Gericht wegen verschiedener Tatbestände wie vorsätzlicher Tötung mit dem erschwerenden Umstand der Grausamkeit und wegen Verbergens einer Leiche verantworten müssen. Der jüngste Sohn hingegen wurde den Sozialdiensten übergeben.

Im Verhör gestanden die Täter auch, wo sie die Leiche des 43-Jährigen „entsorgt“ hatten. Einen Tag nach der Verhaftung, am Samstag, wurde die Leiche von Ciro Palmieri, die in einer schwer zugänglichen Gegend einen Abhang hinuntergeworfen worden war, vom Bergrettungsdienst geborgen. Die Messer, die für die Tat benützt worden waren, hatten die 40-Jährige und die älteren Brüder hingegen im Garten vergraben.

ANSA/UFFICIO STAMPA VIGILI DEL FUOCO

Als Tatmotiv werden zerrüttete Familienverhältnisse und jahrelange häusliche Gewalt angenommen. Ciro Palmieri hatte seine Frau immer wieder geschlagen und die Wohnung der Familie in ein „Gefängnis“ verwandelt.

Die Familie Palmieri-Milite lebte in ärmlichen Verhältnissen. Um bis ans Monatsende zu gelangen, war die Familie auf Unterstützung der Caritas angewiesen. Offenbar litt Ciro Palmieri auch an einen Verfolgungswahn, der ein normales Familienleben unmöglich machte. Angeblich „um die Familie zu schützen“, hatte er in jedem Winkel des Hauses Kameras installiert.

Dem Dorfpfarrer zufolge dienten die Kameras aber dazu, die ganze Familie zu überwachen und das Haus in ein regelrechtes „Gefängnis“ zu verwandeln, das die Frau und die Söhne selten verlassen durften. Monica Milite hatte sich beim Pfarrer darüber beklagt, dass sie und ihre Kinder nicht einmal in die Kirche gehen durften. Selbst dem jüngsten Sohn war es verboten, an der Vorbereitung für die Erstkommunion teilzunehmen und seine gleichaltrigen Freunde zu treffen.

Der 15-jährige Sohn beschrieb dem Staatsanwalt des Jugendgerichts von Salerno das Klima des Terrors, das in seinem Haus herrschte, und fügte hinzu, dass „Papa die Mama geschlagen hatte“.

Immer deutlicher zeichnet sich das Bild ab, dass das Haus jahrelanger Schauplatz einer familiären Tragödie gewesen ist, wobei sich der lange aufgestaute Hass in blinde Gewalt entladen hat. Ein genaueres Hinsehen und ein rechtzeitiges Eingreifen hätten diese Tragödie, die das Leben gleich mehrerer Menschen zerstört hat, verhindern können.

 

Von: ka

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

12 Kommentare auf "Grausame Bluttat: Von Ehefrau und Söhnen ermordet und zerstückelt"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
andr
andr
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Früheres eingreifen😳😳du meine Güte wie oft endet das in die umgekehrte Richtung. Diesmal hat die Frau überlebt. Diese Tragödie hat wahrscheinlich 10 Jahre vorher begonnen.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 7 Tage

Mit welcher rechtlichen Grundlage könnte man früher eingreifen?

magari
magari
Superredner
1 Monat 8 Tage

Der hatte überall im Haus Kameras um seine Familie zu überwachen? Wie krank ist das bitte!

H.M
H.M
Tratscher
1 Monat 8 Tage

wenn man nicht genau weiss was i der familie über jahre vorgegangen ist würde ich mich nicht getrauen zu urteilen,ich denke nicht dass er ein feiner mensch war,sonst würde es nie zu so etwas kommen

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 7 Tage

Ich sehe es genau so wie du! Wer bildet sich ein das vorher wissen zu können! Man kann auch niemand zwangsweise zu Psychologen oder Psychiatern schicken. Was auch nicht sein darf!
Solche Fälle wirds immer wieder geben und sind nicht zu verhindern.

Faktenchecker
1 Monat 8 Tage

Kommt in den besten Familien vor.

zeit
zeit
Grünschnabel
1 Monat 8 Tage

Ohne worte

DerTom
DerTom
Superredner
1 Monat 8 Tage

an experten – was währe wenn… – die Frau und Kinder vom haus und mann entfernen – der Mann würde sich zur Bestie verwandeln und vielleicht die Frau ermorden (sicherheit mit “braccialetto elettronico” isch in dem foll jo lai a Witz) in Monn awecksperrn geat a nit (zumindest nit long) Er hot jo nit viel getun um fa olm hinter gitter zu gian – ols lai a froge der zeit

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
1 Monat 8 Tage

wegschauen ist weit verbreitet, vor allem psychische Probleme werden weiterhin tabuisiert statt behandelt… Das ist auch in unseren Breitengraden ein chronisches Problem. Ein niederschwrlliges, vor allem aber auch ein GUTES professionelles Netzwerk wäre notwendig und sollte auch in Anspruch genommen werden!

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 7 Tage

Ok, aber auch dich frage ich , mit welcher rechtlichen Grundlage würdest du vorher dagegen vorgehen ohne einem Unschuldigen seuner Freiheit zu berauben?

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
1 Monat 7 Tage
@M.G.: unter niederschwelligem Angebot verstehe ich nicht gleich eine Zwangseinweisung. Diese wäre ultima ratio. Vielmehr denke ich an 1.) einfach erreichbare psychologische und soziale Beratungen für die wohl schikanierte Frau samt Kinder (diese hat vermutlich eine sehr lange Vorgeschichte und entwickelt sich nicht von heute auf morgen) 2.) entsprechende Angebote an den wohl paranoiden Mann, 3.) Unterstützung der Familie bei der evtl. Trennung vom Mann, wenn keine andere Möglichkeit sich abzeichnet. Solche Schicksale sind häufig, aber sehr viele schauen weg, bis es auf der einen oder anderen Seite kracht oder zu spät ist (weil die Falle schon zu ist und… Weiterlesen »
WeHaveAProblem
WeHaveAProblem
Superredner
1 Monat 8 Tage

Wie kann es soweit kommen, dass ein Mensch zu so einer Bestie wird? Die Frau und die Kinder haben unter dem Mann gelitten, aber was war der Auslöser, der den Mann zu dem gemacht hat, was er war? Wie kann man solchen Menschen helfen? Ist eine geschädigte Kindheit die Ursache oder gibt es andere Ursachen, die einen Menschen so extrem werden lassen? Für einen “normaldenkenden” Menschen nur schwer zu verstehen. Es gibt für jedes Problem eine Lösung. Manchmal ist eine frühzeitige Trennung nicht die schlechteste.

wpDiscuz