Forza Italia: "Verleumderische Propaganda"

Grenzöffnung: Italien reagiert kritisch auf Anschobers Äußerungen

Donnerstag, 28. Mai 2020 | 15:00 Uhr

Die Warnung von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) vor einer raschen Grenzöffnungen zu Italien hat heftige Kritik in Rom ausgelöst. “Wenn Italien noch ein Hotspot ist, was soll man über Österreich sagen? In einigen Bundesländern ist die Zahl der Infizierten pro 10.000 Einwohner höher als in vielen italienischen Regionen”, sagte die Forza Italia-Parlamentarierin Debora Bergamini.

Grenzöffnung: “Italien ist noch ein Hotspot”

“Der italienische Außenminister Luigi Di Maio sollte hart gegen die verleumderische Propaganda Österreichs eingreifen”, forderte die Parlamentarierin der oppositionellen Partei um Ex-Premier Silvio Berlusconi auf Facebook. Sie veröffentlichte eine Grafik, in der die Zahl der Infizierten in den österreichischen Bundesländern mit jenen in den 20 italienischen Regionen verglichen werde. So zitierte die Parlamentarierin den Fall Tirol mit 46 Infizierten pro 10.000 Einwohnern, während die Toskana lediglich 26 Ansteckungen pro 10.000 Einwohner melde. Die Grafik basiert auf Zahlen der Mailänder Wirtschaftszeitung “Sole 24 Ore”.

Die Lega kritisierte, dass Österreich und Deutschland einen touristischen Korridor in Richtung Kroatien aufbauen würden. “Diese beiden Länder betreiben Terror gegenüber Urlaubern, die Italien für den Neustart seines Fremdenverkehrs dringend benötigt”, schrieb der Abgeordnete der Lega, Alessandro Morelli.

Der Präsident der norditalienischen Region Venetien, Luca Zaia, äußerte die Hoffnung, dass die Grenzöffnung auf europäischer Ebene geregelt werde. “Unsere Touristiker sind wegen der Absage österreichischer Urlauber besorgt. Bundeskanzler Sebastian Kurz droht ihnen mit der Quarantäne bei ihrer Rückkehr aus dem Italien-Urlaub, so kann das nicht funktionieren”, sagte Zaia bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Er kritisierte, dass die Schweiz ab dem 6. Juni ihre Grenzen nach Österreich, Deutschland und Frankreich, aber nicht nach Italien öffne.

Italiens Außenminister Luigi Di Maio fordert eine allgemeine Grenzöffnung für Touristen in Europa am 15. Juni. Auch die Landeshauptleute der Europaregion Tirol, Südtirol und Trentino Günther Platter (ÖVP), Arno Kompatscher (SVP) und Maurizio Fugatti (Lega) sprachen sich am Mittwoch für eine rasche Grenzöffnung am Brenner “spätestes am 15. Juni” aus.

Von: apa