Auch Trentino macht Druck auf Wien

Grenzöffnung – Lega fordert Sanktionen gegen Österreich

Mittwoch, 27. Mai 2020 | 13:20 Uhr

Italiens rechte Lega fordert von der EU Sanktionen gegen Österreich und andere Länder, die sie für “illoyale Initiativen gegen den italienischen Tourismus” verantwortlich macht. Der EU-Parlamentarier der Lega, Marco Dreosto, kritisierte Österreich, das im touristischen Bereich Allianzen mit Slowenien und Kroatien “auf Kosten Italiens” schmiede.

“Die EU-Behörden müssen Initiativen bestrafen, die zu einem gefährlichen Präzedenzfall in der EU werden könnten. Österreichs diskriminierendes Verhalten ist unannehmbar. Daher werden wir in Brüssel notwendige Maßnahmen verlangen ohne Zeit zu verlieren. Sanktionen sind nicht auszuschließen, da es sich hier um Dumping handelt”, so der EU-Parlamentarier in einer Presseaussendung.

Auch die zur Euregio mit Tirol und Südtirol gehörende Region Trentino macht Druck auf die österreichische Regierung für die Grenzöffnung. “Die Regierung in Wien sollte auf konstruktive Weise mit Italien zusammenarbeiten und die Grenzen nicht schließen”, sagte der Trentiner Landeshauptmann Maurizio Fugatti laut lokalen Medien.

“Wir fordern von der Regierung in Rom, dass sie gegenüber Österreich Druck macht. Wir erwarten uns Antworten auf eine Situation, die unseren Fremdenverkehr schwer benachteiligt”, sagte Fugatti, Spitzenpolitiker der rechten Lega.

Auf Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) , der in der Debatte über die Grenzöffnung von Österreich nach Italien die Situation in der Lombardei als ausschlaggebend bezeichnet hatte, erwiderte Fugatti: “Die Lombardei hat Probleme und auch Trentino hat hohe Ansteckungsgefahren gehabt. Wir begreifen aber nicht, warum deutsche Urlauber über den österreichischen Korridor nach Italien kommen können, aber nicht österreichische Urlauber zu uns reisen dürfen”, sagte Fugatti.

Von: apa