Guerlin Butungu muss für 16 Jahre hinter Gittern

Gruppenvergewaltigung von Rimini: Haupttäter verurteilt

Freitag, 10. November 2017 | 22:00 Uhr
Update

Rimini – Guerlin Butungu, der Haupttäter und einzige Volljährige jener Gruppe von vier Männern, die am 30. August eine polnische Touristin mehrfach vergewaltigt, ihren Mann verprügelt und später eine Person aus Peru ebenfalls geschlagen und vergewaltigt hatten, ist am Freitag vom Gericht von Rimini in einem verkürzten Verfahren zu 16 Jahren Kerkerhaft verurteilt wurden. Das Gericht sprach den kongolesischen Staatsbürger Butungu in allen Anklagepunkten für schuldig und blieb im Strafmaß über den vom Staatsanwalt geforderten 14 Jahren und sechs Monaten Haft. Zudem verfügte das Gericht, dass Butungu nach dem Ende der Haftstrafe des italienischen Staatsgebiets verwiesen wird. Butungu war am 3. September als letzer Täter der Bande von der Polizei gefasst worden. Nachdem er zuerst die Tat abgestritten hatte, legte er später ein umfassendes Geständnis ab.

Twitter/Rimini

Was bisher berichtet wurde(03.09.2017):

Rimini/Montecchio di Pesaro – Laut neuen Berichten wurde auch der vierte Täter der Bande von Rimini verhaftet. Am Sonntagmorgen wurde der Kopf der Bande von der Polizei gefasst, der 20-Jährige aus dem Kongo konnte auf dem Bahnhof von Rimini geschnappt werden, er wollte nach Frankreich fliehen. Bereits am Samstag hatten sich zwei Brüder aus Marokko im Alter von 15 und 17 Jahren aufgrund des öffentlichen Drucks und kursieren der Überwachungsbilder der Polizei gestellt und ein Geständnis abgelegt. Aufgrund ihrer Aussagen wurde kurz darauf ein 17-Jähriger aus Nigeria festgenommen.

Twitter/Rimini

WAS BISHER BERICHTET WURDE (03.09.2017)

Im Zuge der Ermittlungen nach der Gruppenvergewaltigung an einem Strand von Rimini ist am Samstag ein dritter Verdächtiger festgenommen worden. Laut Medienberichten handelt es sich um einen Minderjährigen aus dem Kongo. Zuvor hatten bereits zwei 17-jährige Marokkaner ihre Beteiligung an der Vergewaltigung am vergangenen Sonntag gestanden.

Dabei handelt es sich um zwei Brüder, die mit Hilfe von Videoaufnahmen identifiziert wurden. Sie stellten sich der Polizei in Montecchio di Pesaro in der Adria-Region Marken. Die beiden Marokkaner gehörten einer Bande aus vier Mitgliedern an, die am vergangenen Wochenende eine polnische Touristin und eine weitere Person vergewaltigt hatten. Der Freund der Polin wurde schwer verprügelt. Die Polizei fahndet nun noch nach einem volljährigen Nigerianer, der laut italienischen Medien als Anführer der vierköpfigen Bande gilt.

Am Samstag stellten sich zwei der vier Täter, die am 30. August eine polnische Touristin mehrfach vergewaltigt, ihren Mann verprügelt und später eine transsexuelle Person ebenfalls vergewaltigt hatten, den Carabinieri von Montecchio di Pesaro.

Die beiden Täter, zwei 17-jährige marokkanische Staatsbürger, waren geständig und gaben die Straftaten zu. Zur Gruppe der vier Täter sollen noch ein Nigerianer, der der einzige Volljährige der Bande ist, und ein Kongolese gehören, die aber beide noch flüchtig sind. Die beiden wurden für das Verhör nach Rimini überführt.Sie werden in den nächsten Tagen auch vom Jugendgericht von Bologna angehört werden. Laut ihren eigenen Angaben sollen die beiden 17-Jährigen, bei denen es sich um Brüder handeln soll, von den veröffentlichten Bildern der Überwachungskamera und von dem von der Polizei ausgeübten Fahndungsdruck zur Aufgabe ihrer Flucht gezwungen worden sein.

Laut letzten Berichten konnte auch ein drittes Mitglied der Gruppe festgenommen werden.

Twitter/Rimini

WAS BISHER BERICHTET WURDE (30.08.2017):

Am Strand von Rimini haben am Sonntag vier Männer, offenbar Mitglieder einer Drogenbande, ein polnisches Paar attackiert und die Frau brutal vergewaltigt. Die Täter schlugen den Mann mit einer Flasche bewusstlos und vergingen sich an seiner Partnerin mehrfach. Laut einem Zeugen könnten die Verbrecher in derselben Nacht auch ein österreichisches Paar angegriffen haben.

Bei den Vergewaltigern soll es sich um Mitglieder einer polizeibekannten nordafrikanischen Dealerbande handeln. In der Tatnacht hatte die Gruppe auch eine weitere Person aus Peru missbraucht. Dieser wurde in ein Krankenhaus eingeliefert.

15 Personen stehen auf der Verdachtsliste der Polizei, dabei handle es sich um Tunesier und Marokkaner. Die Männer sollen auf Videoaufzeichnungen nach der Tat gegen 4.00 Uhr zu sehen sein. Alle tragen Oberbekleidung mit Kapuzen. Vier polnische Beamte helfen bei der Aufklärung des Falles, der wegen seiner Brutalität in Italien Entsetzen auslöste. Die beiden Polen befanden sich noch im Krankenhaus von Rimini. Die Frau steht schwer unter Schock, ihrem Freund wurde die Nase gebrochen, berichteten die Ärzte.

Bereits am 12. August soll die Bande ein lombardisches Paar nachts am Strand angegriffen und brutal geschlagen haben. Dem Mann wurden Geldbörse, Uhr und Smartphone gestohlen. Ein Mitglied der Gruppe bedrohte die Frau mit einer Glasflasche und versuchte sie zu vergewaltigen. Sie konnte jedoch mit Hilferufen die Täter in die Flucht treiben.

Der Inhaber eines in der Nacht geöffneten Kebab-Lokals in Rimini berichtete, dass in der Nacht der Vergewaltigung der beiden Polen ein junges österreichisches Paar in sein Restaurant gekommen ist. “Sie kamen vom Strand. Der Mann hatte eine geschwollene Hand und war aufgeregt. Er berichtete, dass drei oder vier Personen versucht hatten, ihm die Geldbörse zu stehlen und seine Freundin zu vergewaltigen. Doch er konnte sie verteidigen und flüchten”, berichtete der Mann der Mailänder Tageszeitung “Corriere della Sera”.

Von: apa