Hamilton schenkte aus Anstand drei Punkte her und ärgerte sich darüber

Hamiltons Fairplay “schmerzt” im Duell mit Vettel

Montag, 31. Juli 2017 | 12:03 Uhr

In Lewis Hamilton tobte das Gefühlschaos. Noch Stunden nach seiner Fairplay-Geste von Ungarn, mit der er drei Punkte im Titelrennen mit Formel-1-Sommermeister Sebastian Vettel verschenkte, haderte der Mercedes-Pilot mit seiner Entscheidung. “Ich will die WM auf die richtige Weise gewinnen. Keine Ahnung, ob ich damit auf den Hintern falle”, sagte Hamilton nach dem Rennen auf dem Hungaroring.

Dass der Brite seinen Teamgefährten Valtteri Bottas kurz vor dem Ziel wieder vorbeiließ, bescherte der Formel 1 zum Start der Sommerpause eine Debatte um Teamorder und Mannschaftsgeist. Anders als Mercedes nämlich hatte Ferrari wie einst in der Ära Michael Schumacher alles auf seinen Starpiloten Vettel gesetzt, obwohl der WM-Spitzenreiter fast das gesamte Rennen von einer verstellten Lenkung gebremst wurde.

Doch der schnellere Kimi Räikkönen durfte nicht zum Sieg vorbeifahren und musste stattdessen bis zum Schluss Abschirmdienste für den Deutschen verrichten. “Das Ergebnis zählt”, betonte Vettel, der seinen Vorsprung auf Hamilton am Sonntag wieder von einem auf 14 Punkte ausbaute.

So kühl funktioniert die Rechnung bei Mercedes nicht. Der Entschluss, seinen Podiumsplatz auf den letzten Metern wieder für Bottas zu räumen, sei “mehr vom Herzen als vom Kopf” gekommen, bekannte Hamilton. “Es war eine Grauzone. Ich glaube nicht, dass ich diese drei Punkte je wiederbekomme”, fügte der 32-Jährige hinzu. Doch weil Bottas ihm zunächst Platz gemacht hatte, fühlte sich Hamilton an die Absprache gebunden und ließ den Finnen nach der vergeblichen Jagd auf die Ferrari wieder passieren. “Wenn ich die WM mit drei Punkten oder so verliere, weiß ich nicht, was ich dann sage”, gestand Hamilton.

Teamchef Toto Wolff steckte mit im Gewissenskonflikt. “Manchmal ist es wirklich hart, an seinen Werten festzuhalten. So war es heute. Ich fühle mich schrecklich”, betonte der Österreicher. Doch die Spitze der Silberpfeile beharrt weiter auf ihrem Mantra der gleichberechtigten Piloten, so lange keiner der beiden aussichtslos im Titelkampf ist. “Zu seinem Wort zu stehen, wird uns weitere Weltmeisterschaften bringen”, versicherte Wolff.

Erstmals nach drei Jahren Dominanz geht jedoch kein Mercedes-Fahrer als WM-Führender in die vierwöchige Rennpause. Die Schwäche des neuen Silberpfeils auf winkeligen Kursen wie Monaco, Österreich und Budapest droht im Kampf gegen Vettels Ferrari-Crew zum schweren Handicap zu werden, zumal Hamilton auf diesen Strecken offenbar noch größere Probleme als Bottas hat. “Ich würde am liebsten nächstes Wochenende wieder fahren, um das auszumerzen”, sagte Wolff vor der vierwöchigen Sommerpause bis Spa am 27. August.

Auch der schwer erleichterte Vettel, der zuvor zwei Monate auf seinen vierten Saisonsieg warten musste, spürte Lust auf einen Nachschlag. “Nach einem positiven Rennen wie diesem mit einem tollen Ergebnis und einem Auto, das läuft, willst du eigentlich gleich das nächste fahren”, gab der 30-Jährige zu Protokoll.

Doch ein Blick auf seine erschöpfte Mannschaft bremste den Eifer des WM-Führenden. “Wir haben bisher alles herausgeholt und brauchen etwas Erholung, um die Batterien aufzuladen und dann im Rest der Saison sogar noch mehr zu geben”, sagte Vettel. Sein Projekt fünfter Titel ist wieder voll auf Kurs.

Von: APA/dpa

Kommentare

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10 Kommentare auf "Hamiltons Fairplay “schmerzt” im Duell mit Vettel"


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Dublin
Dublin
Universalgelehrter
19 Tage 11 h

…net ärgen Lewis…it’s british fair play…den roten unbekannt…benutzen Kimi als Wasserträger… 😂

l OneManArmy l
l OneManArmy l
Tratscher
19 Tage 9 h

a als ferrari fan muas i sogen, dass mi des schun brutal beeindruckt hot. des hat kuan onderer im feld toun. und die geste in dr auslaufeunde wor schian ounzuschaugen.

irgentwia schod das dr raikkkönen ba ferrari lei regelmäßig als schutzschild ingsetzt weart odr ba ihm “zuafellig” a schlechte strategie gewählt weart das dr vettel fir kimmp/vourn bleib.

des wor jedenfolls eppes wos man in hamilton hoach ounrechnen muas

forzafcs
forzafcs
Tratscher
19 Tage 7 h

Das hat sich Kimi nur selbst eingebrockt, hätte er in den Ersten Rennen gut gepunktet und noch Chancen auf die WM würde Ferrari gleich handeln.

l OneManArmy l
l OneManArmy l
Tratscher
19 Tage 6 h

@forzafcs wir wissen doch beide, dass das nicht stimmt. Ferrari hatte immer schon nummer 1 & 2 fahrer und hatten immer das ziel einem fahrer die maximal möglichen punkte zu geben. raikkönen hatte schon mehrmals vor vettel sein können, doch niemand bei ferrari wollte das. außerdem ist er nicht gerade mit glück gesegnet in dieser saison.
die fahrerischen unterschiede zwischen vettel und raikkönen sind durchaus mit hamilton und bottas zu vergleichen.

anonymous
anonymous
Tratscher
19 Tage 6 h

Gute Antwort

anonymous
anonymous
Tratscher
19 Tage 10 h

Lieber Fair die Meisterschaft gewinnen als mit schmuzigen spielchem.und dem Vettel ist alles recht ,wenn er Anstand hätte, hätte er Kimi vorbeigelassen

l OneManArmy l
l OneManArmy l
Tratscher
18 Tage 19 h

naja, andererseits kann man auch argumentieren, dass das normaler motorsport war. ist schon des öfteren das ein eigentlich schnellerer fahrer nicht vorbei kommt.

aber raikkönen hätte definitiv gewonnen hätte er noch 1-2 runden nach vettels boxenstopp drehen können

adler147
adler147
Neuling
18 Tage 15 h

Da sieht man halt den Unterschied zwischen einem wahren Champion Hamilton und Vettel der eine Hamilton wird auf ehrliche Weise WM der andere Vettel jubelt über einen geschenkten Sieg für mich ist dieser Sieg ebenso wie der in Monaco nichts wert und sollte Vettel dieses Jahr WM werden dann braucht er sich nichts darauf einbilden ,zumal er immer betont wie viel Wert er auf Ehrlichkeit und Bodenständigkeit legt ich würden mich schämen aber den Vettel ist jedes Mittel recht.

sitting bull
sitting bull
Tratscher
18 Tage 5 h

net do scheisse redn!!

Neumi
Neumi
Superredner
18 Tage 4 h

Man nennt das nicht umsonst den Formel Eins Zirkus.

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