Venedig wurden zum dritten Mal binnen einer Woche überschwemmt

Hochwasser in Venedig – Markusplatz erneut gesperrt

Sonntag, 17. November 2019 | 15:24 Uhr

Im überschwemmten Venedig ist es am Sonntagvormittag zu einer neuen Flutwelle gekommen, der dritten innerhalb einer Woche. Für Sonntag rief die Stadt die höchste Warnstufe aus. Das Wasser erreichte 1,5 Meter über dem normalen Meeresspiegel, rund 70 Prozent des Stadtkerns wurden überflutet. Bürgermeister Luigi Brugnaro sperrte den Markusplatz, der 60 Zentimeter unter Wasser stand.

Die Museen blieben am Sonntag geschlossen. Der Schirokko-Wind war jedenfalls laut Wetterexperten schwächer als in den vergangenen Tagen sein. Daher war die Lage weniger kritisch als am Mittwoch, als die Flut auf bis zu 187 Zentimeter gestiegen war. Nach der dritten Hochwasserwelle in dieser Woche dürfte sich die Lage in der Lagunenstadt allmählich entspannen.

Bürgermeister Brugnaro bedankte sich bei den Jugendlichen und ehrenamtlichen Helfern, die den Einwohnern der Stadt bei der Räumung überschwemmter Häuser, Geschäfte und Museen geholfen haben. Er dankte auch für die Spenden, die inzwischen aus dem In- und Ausland eintreffen. Er versicherte, dass sich die Stadt bald wieder erholen werde. Wichtig sei jedoch, das mobile Dammsystem MOSE fertigzubauen, das Venedig vor weiteren Fluten schützen soll.

Der italienische Premier Giuseppe Conte versprach inzwischen, dass das Land Venedig nicht allein lassen werde. Er kündigte “sofortige und konkrete Maßnahmen zugunsten der Bevölkerung”an. Die Regierung verfolge mit größter Aufmerksamkeit die Entwicklungen der Wetterlage in Italien.

Am 26. November soll eine Sonderkommission über die “Probleme Venedigs” beraten. Dabei soll es auch um ein geplantes Anlegeverbot für große Kreuzfahrtschiffe und ein umstrittenes Hochwasserschutzsystem gehen, das die Stadt mit schwimmenden Barrieren schützen soll und bereits seit 2003 in Bau ist.

Die ganze Region Venetien beklagte Unwetterschäden. Überschwemmungen gab es in den Badeortschaften Chioggia, Caorle und Jesolo. In Friaul Julisch Venetien kam es zu heftigen Niederschlägen, vor allem in Triest und in Grado. 150 Familien waren in der italienisch-französischen Grenzstadt Ventimiglia wegen Erdrutschgefahr abgeschnitten. In der piemontesischen Provinz Cuneo waren 4.000 Familien wegen eines Stromausfalls ohne Licht.

Die Schlechtwetterfront erreichte auch die Toskana. In Florenz wurde der Fluss Arno beobachtet, dessen Pegel in den letzten Tagen stark gestiegen ist. Die bekannten Renaissance-Gärten Boboli in Florenz wurden wegen der Gefahr, dass Bäume einstürzen könnten, geschlossen. Befürchtet wurde, dass der Arno auch in Pisa über die Ufer tritt. Überschwemmungen gab es auch in Grosseto. Im Raum der Stadt Empoli sowie in der Badeortschaft Orbetello mussten Hunderte Familien vorsichtshalber evakuiert werden, da Flüsse über die Ufer traten. Zwei Personen, die mit ihrem Auto in der toskanischen Badeortschaft Capalbio stecken geblieben waren, wurden in Sicherheit gebracht.

Auch Süditalien ist von schweren Unwettern heimgesucht worden. Starker Wind und heftige Niederschläge verursachten Überschwemmungen in Rom. Bäume stürzten in der italienischen Hauptstadt um, Autos wurden beschädigt. Ein Autofahrer, dessen Fahrzeug von einem Baum getroffen wurde, lag in kritischem Zustand im Krankenhaus. Der Zentralfriedhof Verano wurde geschlossen. Der starke Wind beschädigte ferner Badeanlagen in Ostia nahe Rom und sorgte für schwierige Verhältnisse in der Hafenstadt Civitavecchia. Die Wetterlage sollte auch am Montag angespannt bleiben.

Die Regierung wollte sich noch am heutigen Sonntag mit den Unwettern beschäftigen. Außenminister Luigi Di Maio kündigte eine Ministerratsitzung an, bei der Gelder für die Nothilfe beschlossen werden sollten.

Von: apa

Kommentare

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5 Kommentare auf "Hochwasser in Venedig – Markusplatz erneut gesperrt"


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8888
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Grünschnabel
20 Tage 21 h

die Einwohner von Venedig können sich schon mal ein neues Gebiet suchen denn spätestens in 50 Jahren wird Venedig versunken sein

Popeye
Popeye
Universalgelehrter
20 Tage 19 h

Die meisten sind schon a gewandert. Meist nach Mestre.

oli.
oli.
Kinig
20 Tage 14 h

@Popeye, aber nicht wegen dem Wasser. Zu viele Touristen und der teure Immobilienmarkt hat die Venezianer und die reichen Ausländer was alles kaufen was Sie bekommen.
Somit sind Sie gezwungen umsiedeln nach Mestre etc. , teure Mieten , fast keine Lebensmittelladen mehr , dafür Souvenirs an jede Ecke .
Die Touristen haben ihr Essen im Hotel oder Schiff … , damit wird gespart.
Oder sie bringen es im Rucksack mit.

Popeye
Popeye
Universalgelehrter
20 Tage 13 h

Hast 100% Recht. Und Mestre verkommt immer mehr zum Ghetto… Traurig, traurig.

ausischmeiser
ausischmeiser
Tratscher
20 Tage 18 h

des sein veigl dei konnsch in dr pfeif rachn iats sollesch imena helfn und wenn jemand undn ebis essn wellet zockn sie uan iv wia weihnochtsgons dei solln selbr schaugn wia sie weitr kemen hosch souwisou kuan donk. 20milionen vom vate stoot mecht gor nit wissn wou des gelt ueberoll gebraucht weard.rucki zucki zibikus und aweck wou isches geld.(boh keine ahnung🤮👎🤢👎

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