Private spendeten seit Einführung des Steuerguthabens "Art Bonus" 435 Mio. Euro

Immer mehr Mäzene unterstützen italienische Kultur

Samstag, 01. Februar 2020 | 12:50 Uhr

Immer mehr Mäzene unterstützen die italienische Kultur. Seit dem Inkrafttreten 2015 des sogenannten “Art Bonus” – ein Steuerguthaben für Mäzene, die mit Schenkungen die Renovierung und Instandhaltung von Denkmälern fördern – greifen Private tief in die Tasche, um Italiens Kultur zu fördern, teilte das Kulturministerium in einer neuveröffentlichten Bilanz mit.

Mäzene haben seit der Einführung des “Art Bonus” 435 Millionen Euro gespendet. Allein in den vergangenen sechs Wochen wurden 25 Millionen Euro aufgewendet. Diese sollen zur Restaurierung verschiedener Kunstschätze dienen, berichtete Kulturminister Dario Franceschini. Das von der Regierung aufgelegte Programm fördert das finanzielle Engagement von Privaten für kulturelle Einrichtungen mit Steuererleichterungen. Das Steuerguthaben wird auf drei Jahre verteilt.

Der “Art Bonus” sei europaweit ein Musterbeispiel, meinte der Kulturminister. Die meisten Mäzenen gab es in der Lombardei, in der 3.235 Förderer 175 Millionen Euro spendeten. In Venetien wurden 54 Millionen Euro, in Trentino-Südtirol 1,3 Millionen Euro gespendet.

Mehrere Luxusmarken haben in den vergangenen Jahren große Restaurierungsprojekte finanziert. So hatte die italienische Modefirma Fendi den Trevi-Brunnen restaurieren lassen. Edeljuwelier Bulgari weihte 2016 die restaurierte Spanische Treppe ein, der Taschen- und Schuhhersteller Tod’s übernahm die Renovierung des Kolosseums. Der weltweit größte Brillenhersteller Luxottica finanzierte die Restaurierung der Rialtobrücke in Venedig.

Italiens Kultursektor erlebt eine Renaissance. Die Regierung investiert wieder stärker im Kulturbereich. 55 Millionen Besucher wurden 2019 in den 30 staatlichen Museen gemeldet, die dank einer Reform des Jahres 2014 Autonomie erlangt haben.

Von: apa