Migranten aus Irak und aus Syrien nach Nordeuropa geschleust

Internationaler Schlepperring in Triest zerschlagen: 7 Festnahmen

Freitag, 05. März 2021 | 07:50 Uhr

Die Polizei in Triest hat einen internationalen Schlepperring zerschlagen, der Migranten nach Deutschland, Frankreich und Nordeuropa schleuste. Fünf Iraker kurdischer Herkunft wurden festgenommen. Weitere zwei Iraker wurden unter Hausarrest gestellt. In mehreren norditalienischen Städten gab es Hausdurchsuchungen.

Im Rahmen der “Hub” genannten Untersuchung wurden Ermittlungen gegen Dutzende weitere Personen aufgenommen, einige von ihnen befinden sich im Ausland, teilte die Polizei mit. Die Ermittlungen kreisen um einen in Triest lebenden, 30-jährigen Iraker, der in Deutschland aufgrund eines Haftbefehls der Triestiner Polizei festgenommen wurde. Er hatte Verbindungen zu einem 22-jährigen Syrer, der für einen Terroranschlag in London am 15. September 2017 verantwortlich zeichnet. Bei dem Bombenanschlag in der Londoner U-Bahn-Station Parsons Green während der Hauptverkehrszeit wurden damals 30 Menschen verletzt.

Die Schlepperorganisation um den in Deutschland festgenommenen Iraker soll eine erhebliche Zahl von Menschen aus Syrien und dem Irak nach Deutschland, Frankreich und Nordeuropa geschleust und dafür hohe Summen kassiert haben. Den Migranten wurden mit gefälschten Ausweisen ausgestattet. Triest diente als Drehscheibe für die Schlepper, die auch Kontaktpersonen in anderen norditalienischen Regionen, darunter Südtirol, hatten. Die Ermittlungen laufen noch weiter, berichtete die Polizei.

Von: apa