Merkel lobte Italien in den höchsten Tönen

Italien fühlt sich in Flüchtlingskrise allein gelassen

Mittwoch, 12. Juli 2017 | 22:17 Uhr

Italien fühlt sich in der Flüchtlingskrise trotz der Zusicherungen Deutschlands und Frankreichs allein gelassen. Sein Land habe “seinen Teil bezüglich der Rettung und der Aufnahme der Flüchtlinge getan”, sagte der italienische Ministerpräsident Paolo Gentiloni am Mittwoch in Triest. Die Last müsse aber von “der ganzen Europäischen Union mitgetragen” werden.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bekundeten ihre Solidarität mit Italien. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) präsentierte in Triest einen Sieben-Punkte-Plan zur Eindämmung der illegalen Migration, der neben einem stärken EU-Grenzschutz, Verfahrenszentren außerhalb der EU und einheitlichen EU-Asylregeln auch eine gleichmäßige Verteilung von Flüchtlingen und Migranten in Europa vorsieht. Außerdem soll es einen EU-Migrationsbeauftragten geben, der Rückübernahmeabkommen ausverhandeln soll.

Italien werde auch künftig seinen Beitrag leisten, sagte Gentiloni. Er setze sich aber dafür ein, “dass die Migrationspolitik nicht nur einigen wenigen Ländern anvertraut bleibt, sondern von der ganzen Europäischen Union mitgetragen wird”, sagte Gentiloni, der sich in Triest anlässlich der Westbalkan-Konferenz mit Merkel und Macron traf.

Die Lage in Italien hatte sich wegen der steigenden Ankunftszahlen von Bootsflüchtlingen zuletzt zugespitzt. Das Land sieht sich an seiner Kapazitätsgrenze. Alleine in dieser Woche wurden bereits mehr als 4600 Flüchtlinge vor der libyschen Küste aus Seenot gerettet.

Merkel sagte Italien Unterstützung bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise zu. “Italien hat Großartiges geleistet, was die Registrierung und die Ankunft der Flüchtlinge anbelangt”, sagte die Kanzlerin. Das Land habe eine “große Aufgabe zu bewältigen, bei der wir Italien solidarisch zur Seite stehen wollen”.

Die EU müsse aber auch die “Ursachen von Flucht und Migration” in den afrikanischen Ländern bekämpfen, sagte Merkel. Unter anderem müsse die Lage im Krisenstaat politisch stabilisiert werden. Zudem sei es wichtig, die wirtschaftlichen Perspektiven in den Herkunftsländern zu verbessern.

Der “Handel mit Menschen” müsse beendet werden, betonte Merkel. “Denn wir wissen, wie viele Menschen ihr Leben aufs Spiel setzen auf dieser Flucht”, sagte die Kanzlerin. “Europa kann nicht nur ein Europa der Wirtschaft sein, sondern Europa muss auch ein Europa sein, das allen Herausforderungen gemeinsam begegnet.”

Auch Macron sicherte Italien die Solidarität seiner Regierung. In der Vergangenheit habe Frankreich zur Bewältigung der Flüchtlingskrise “nicht immer seinen Teil getan”. Die Umsiedlung von Flüchtlingen müsse beschleunigt werden. Gleichzeitig mahnte er an, zwischen “politischen Flüchtlingen und Wirtschaftsflüchtlingen” zu unterscheiden.

Im norditalienischen Triest fand am Mittwoch eine Konferenz Westbalkan-Staaten statt, an der auch mehrere EU-Staaten teilnahmen. Die Serie der Westbalkan-Konferenzen geht auf eine Initiative Deutschlands aus dem Jahr 2014 zurück.

Von: APA/dpa

Kommentare

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11 Kommentare auf "Italien fühlt sich in Flüchtlingskrise allein gelassen"


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lupo990
lupo990
Tratscher
14 Tage 10 h

Nicht zu GLAUBEN,,,,grod SIE redet…..

Antivirus
Antivirus
Tratscher
14 Tage 7 h

Ein Wahnsinn diese Frau ; da hat Trump sie echt richtig beschrieben…zuerst den Rok aufheben ” Herzlich Willkommen ” und dann den Diplomatischen Schleim…ich Fass es nicht

Ninni
Ninni
Universalgelehrter
14 Tage 5 h

Nicht zu fassen ..
Angela verar….., uns alle !

maria zwei
maria zwei
Superredner
13 Tage 17 h

ja Ninni und die Wahl wird sie wieder gewinnen weil keine Flüchtlingsströme in Deutschland zu verzeichnen sind, die Lage dort leicht überschaubar ist und die Menschen dort sich beruhigt haben……alles Augenauswischerei…… bis die Bombe platzt….. auch in Deutschland

orso
orso
Grünschnabel
10 Tage 10 h

@maria zwei Ja leider. Die Wahl wird sie wieder gewinnen. Nicht richtig ist, dass wir keine Fluechtlingsstroehme mehr zu verzeichnen haben. Allein in unserer Gegend werden laufend Wohnungen gesucht. Ich wurde schon angesprochen, wie das denn sein kann. Was soll man darauf sagen? Nur, wir werden alle so richtig verarscht.

Antivirus
Antivirus
Tratscher
9 Tage 6 h

@maria zwei wär auch kein Wunder mit dem Alkohol Gegner

knoflheiner
knoflheiner
Superredner
13 Tage 22 h

und so eine frau wird wieder bundeskanzlerin und regiert weiter in ganz europa
 ich fass es nicht

Staenkerer
13 Tage 22 h

recht viel scheinheiliger geats nit?

maria zwei
maria zwei
Superredner
13 Tage 19 h

Vom Loben allein hat Italien nichts Frau Merkel. Macht eure Häfen auf oder sorgt dafür dass VORORT geholfen wird

zombie1969
zombie1969
Superredner
12 Tage 8 h
Niemand zwingt Italien dazu, die Schlepperboote der sogenannten NGOs von seinen Häfen aus agieren zu lassen. Und niemand zwingt Italien dazu, Boote mit angeblichen “Flüchtlingen” in italienische Häfen einlaufen zu lassen. Italien hat eine starke Marine, sie könnte das verhindern, wenn es den politischen Willen dazu gäbe. Die NGOs müssten dann halt die angeblichen “Flüchtlinge” über Gibraltar direkt nach Rotterdam oder Hamburg bringen und dann wieder zurück fahren. Auch das wäre sicherlich machbar. Das Problem ist einfach, dass Italien sich als Opfer darstellen will und am liebsten alle Flüchtlinge sofort nach Österreich, Deutschland und in die Schweiz durchwinken möchte. Aber… Weiterlesen »
Kropfli
Kropfli
Grünschnabel
9 Tage 7 h

“Fühlt sich im Stich gelassen?” Was muss kommen damit es nicht nur ein Gefühl bleibt? Von mir aus ist das eine Tatsache!

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