Alitalia wird von der Coronavirus-Krise zusätzlich belastet

Italien hilft Alitalia und Airlines wegen Pandemie

Dienstag, 17. März 2020 | 11:41 Uhr

Italien greift den von akuten Einnahmeverlusten konfrontierten Fluggesellschaften unter die Arme. Im Rahmen des milliardenschweren Hilfspakets für die Wirtschaft ist die Einrichtung eines mit 600 Mio. Euro dotierten Fonds zur Unterstützung der schwer belasteten Luftfahrtbranche vorgesehen. Die Fluglinie Alitalia soll verstaatlicht werden.

Damit sollen Fluggesellschaften für die wegen der Coronavirus-Krise erlittenen Einnahmeverluste entschädigt werden. Zur Alitalia-Rettung erlaubt die Regierung die Gründung einer neuen vom Wirtschaftsministerium kontrollierten Gesellschaft, unter deren Aufsicht die Airline gestellt werden soll.

De facto bedeutet dies, dass die Alitalia, für die der italienische Staat fast drei Jahre lang vergebens einen Käufer gesucht hatte, wieder unter staatliche Kontrolle gerät. Dabei hatte der Staat in dem vergangenen Jahr dem Ex-Monopolisten bereits Brückenkredite im Wert von 1,3 Mrd. Euro gewährt, um das Fluggeschäft weiterhin aufrecht zu erhalten.

Alitalias Insolvenzverwalter Giuseppe Leogrande betonte, dass das Verkaufsverfahren für die Fluggesellschaft weiterhin aufrecht bleibt. Morgen (Mittwoch) läuft die Frist für Interessenten zur Einreichung eines unverbindlichen Kaufangebots ab. Ziel der Regierung ist es, das Verkaufsverfahren bis Ende Mai zu beenden. Angesichts der Coronavirus-Krise ist es durchaus wahrscheinlich, dass die Verkaufsprozedur wieder einmal scheitert.

Die Regierung in Rom verteidigt ihren viel kritisierten Beschluss, weiter Geld in die Alitalia zu pumpen, die die Steuerzahler seit 2008 bereits neun Mrd. Euro gekostet hat. “Italien braucht eine nationale Fluggesellschaft, wie auch Alitalias Einsatz für die Rückführung unserer Mitbürger im Ausland in dieser Krisenphase bezeugt”, sagte die italienische Verkehrsministerin Paola De Micheli laut Medienangaben.

Inzwischen schließen immer mehr italienische Flughäfen, da infolge der Coronavirus-Krise unzählige Flugverbindungen gestrichen werden mussten. So wurde der Terminal 1 des größten italienischen Flughafens – Rom Fiumicino – am Dienstag geschlossen. Sowohl die Binnenflüge, als auch die internationalen Verbindungen wurden stark eingeschränkt. Mehrere kleinere Flughäfen in Italien sind schon seit Tagen gesperrt.

Italien ist das am meisten von der weltweiten Coronavirus-Krise betroffene Land in Europa. Mehr als 2.100 Menschen starben an den Folgen der Infektion. Die Regierung vom Premier Giuseppe Conte hat ein 25-Mrd.-Euro-Hilfspaket beschlossen, das unter anderem den Aufschub von Schulden-Rückzahlungen für Unternehmen bis hin zu zusätzlichen Finanzierungen für das schwer belastete Gesundheitssystem vorsieht. Man arbeite zudem schon an einem zweiten Wirtschaftspaket, das im April beschlossen werden solle, verlautete in Rom

Von: APA/ag.