Salvini erhielt prompt eine Absage

Italien ließ Flüchtlinge an Land

Montag, 16. Juli 2018 | 16:52 Uhr

Der Migrationsdruck aus Afrika bleibt ein bestimmendes Thema in der Europäischen Union. In Sizilien sind am Montag die letzten der 450 Flüchtlinge, die am Wochenende auf zwei Schiffen ausgeharrt hatten, an Land gegangen. Vor diesem Hintergrund rief der italienische Innenminister Matteo Salvini die EU auf, Libyen als sicheren Hafen für Migranten anzuerkennen – und erhielt prompt eine Absage.

Auf Druck Italiens sagte Irland zu, 20 der Bootsflüchtlinge aufzunehmen, die im Mittelmeer gerettet wurden. Zuvor hatten sich bereits Deutschland, Malta, Frankreich, Spanien und Portugal nach langen Verhandlungen bereit erklärt, je 50 der insgesamt 450 Migranten zu übernehmen, die am Samstag von zwei italienischen Marineschiffen von einem Holzboot geholt worden waren. Italien ließ die Schiffe erst nach den Zusagen der anderen Staaten in den sizilianischen Hafen Pozzallo einlaufen.

Vor der Rettung der rund 450 Migranten haben sich nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) dramatische Szenen an Bord abgespielt. Mindestens vier Migranten seien am Freitag im Mittelmeer bei einem Einsatz ertrunken, hieß es. Alle Todesopfer, darunter ein 17-Jähriger, seien somalischer Herkunft. Die Flüchtlinge, die an Bord eines Fischkutters waren, seien bei dem Versuch ertrunken, ein Schiff in der Ferne zu erreichen.

Der Großteil der etwa 30 Migranten habe es zurück an Bord geschafft. Auf dem Holzboot hätten die Migranten zu diesem Zeitpunkt weder Essen noch Trinken gehabt. Mehrere von der langen Reise schwer mitgenommene Personen berichteten, in Libyen gefoltert worden zu sein.

Der Status quo sei nicht länger haltbar, argumentierte indes Italiens Innenminister erneut. “Wir müssen die Regeln ändern”, sagte Salvini. “Man muss Wege schaffen, damit in Afrika politisches Asyl in Europa beantragt werden kann. Unser Ziel ist, dass keine Person mehr abfährt und niemand mehr in Italien, also in Europa, landet. Die EU muss einsehen, dass dies die einzige Lösung für die Flüchtlingsproblematik ist”, sagte Salvini.

In Brüssel erntete Salvini grundsätzliche Zustimmung. “Italien fordert seit langem zurecht eine regionale Kooperation bei der Ausschiffung”, sagte ein Sprecher am Montag. Ad-hoc-Lösungen wie die jüngste würden langfristig nicht funktionieren. Es brauche nun einen erneuten Vorstoß, um echte europäische Lösungen zu erzielen, sagte er.

Seinem Vorstoß, man solle Libyen als sicheren Hafen für Migranten anerkennen, wollte sich die EU-Kommission jedoch nicht anschließen. Libyen sei nicht sicher, betonte EU-Kommissionssprecherin Natasha Bertaud.

In Zuwara im Nordwesten Libyens wurden am Montag acht Migranten tot aufgefunden. Laut Behördengaben waren die in einem Lastwagen-Container untergebrachten sechs Kinder und zwei Erwachsenen an Gasen erstickt. 90 Personen überlebten in einem kritischen Zustand und wurden in Krankenhäuser gebracht, verlautete aus dem Sicherheitsdirektorat der Stadt.

Unterdessen berichtete die Internationale Organisation für Migration (IOM), dass Algerien erneut mehrere hundert Migranten in der Wüste ausgesetzt hat. Zwei Menschen hätten nicht überlebt, schrieb der Leiter der IOM-Mission im Niger, Giuseppe Loprete, am Montag auf Twitter. Knapp 400 Menschen seien ohne Nahrung und Wasser “mitten im Nirgendwo” ausgesetzt worden. Der Großteil der Flüchtlinge stamme aus Guinea, weitere kämen aus Cote d’Ivoire, Senegal und Kamerun.

Die mauretanische Marine fing nach eigenen Angaben 125 Migranten ab, die versucht haben sollen, mit einem Boot spanisches Territorium zu erreichen. Das Boot sei vor einer Woche nahe der senegalesischen Stadt Thiès aufgebrochen und auf dem Weg in Richtung der Kanarischen Inseln gewesen, sagte ein Sprecher. Sie seien festgenommen und den Behörden in Mauretanien übergeben worden.

Im Ionischen Meer griff die griechische Küstenwache eine Jacht mit 56 Migranten an Bord auf. Das Boot bewegte sich in westlicher Richtung wenige Seemeilen vor der Insel Lefkada, als einer der Migranten ein Notsignal sendete. Die Besatzung eines Patrouillenbootes der Küstenwache lokalisierte die Jacht und brachte die Menschen in Sicherheit. Unter den Migranten waren auch acht Minderjährige. Zwei mutmaßliche Schlepper seien festgenommen worden, teilte die Küstenwache mit.

Von: APA/ag./dpa

Kommentare

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37 Kommentare auf "Italien ließ Flüchtlinge an Land"


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Wolke
Wolke
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Habe gestern den Film “Europas dreckige Ernte” über sklavenähnliche Bedingungen von Erntehelfern in Südspanien und Süditalien gesehen … es ist gut, auch solche Aspekte mit zu berücksichtigen, denn die Mafia ist froh, wenn viele Migranten aus Afrika rüberkommen. Dann können die Arbeitsbedingungen stets verschlechtert werden, denn wenn ein Arbeiter sich beschwert, kann er sofort gehen – vor der Tür steht ja schon eine lange Schlange Wartender auf dem Arbeitsstrich:
https://www.youtube.com/watch?v=j7LclQRn3lg

Rechner
Rechner
Superredner
1 Monat 2 Tage

Wolke das förderts du und deine rechten Freunde mit ihrem Konsumverhalten.
Kauf bewust ein dann haben sie eine Kunden weniger.

Kurt
Kurt
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

und der Konsument ist über die billige Ware hocherfreut.

So sig holt is
So sig holt is
Superredner
1 Monat 2 Tage

@Rechner de wos billig inkafen sein vielfoch a die Ausländer selber und a bei ins hot long nit jeder es geld lei boozuig inzukafen.. schian wenn du dirs leischten konnsch, es gib ober a zb genua orme rentner wos schun schaugen miassen mit ihrer mindestrente di wohnung zu dorzohlen, jo muansch de kafen donn no tuier in? glabi a zu schwierige Rechnung fürn Rechner 😂

Staenkerer
1 Monat 2 Tage

@Rechner aaaaaahhhhh sooooo!!!!
de linkn kafn allso nit ein, ober besser de kafn lei heimische ware oder de von deutschlond???
tjo, wenn sell so isch, sem gibs weit mehr rechte wie i gemoant, honn wenn man so schaug wer olles italienis he produkte kaft ….

Missx
Missx
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

@Rechner
Wurde dein Gerät zum Internetzugang in Südtirol produziert?

PuggaNagga
PuggaNagga
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

@Rechner
Mister Superschlau
Wo steht denn drauf aus welcher Herkunft das Obst ist und von wem es geerntet wurde? Konnte noch nichts dazu finden! Und wer stellt sicher dass diese Angaben auch stimmen?
Und jetzt komm mir nicht mit Bioladen und Bauernmärkten

Wolke
Wolke
Tratscher
1 Monat 2 Tage

@Rechner , deine Unterstellungen, ohne mich, mein Konsumverhalten und meinen Freundeskreis zu kennen, sagen eindeutig mehr über deinen Charakter als über mich aus. Wie wäre es damit, etwas mehr informative Kommentare zu verfassen als nur erhobenen Zeigefingers wild Verleumdungen und Vorurteile durch die Gegend zu schießen?

Rechner
Rechner
Superredner
1 Monat 2 Tage

@So sig holt is 
also donn werden a weiter Billigarbeitskräfte auf den Feldern stehen. 

Staenkerer
1 Monat 2 Tage

@Rechner wer sog mir ob es de nit in deutschlond und frankreich a gib??? niemand!!! also, wer nachweißlich ohne schuld is h sill den ersten stein werfen, ober wieklich lei der!
ps: übrigens, wer sog mir das de zitrone de i kaf von an seiösen betrieb kimmt oder von oan mit billigorbeiter, oder glabsch wirklich letzterer verkaft a billiger und verichtet auf de größere gewinnspanne? und heimische zitronen …. na jo ….

Rechner
Rechner
Superredner
1 Monat 2 Tage
Aha ins Wespennest gestochen. Ich selbst kauf selten bewust ein. Wenns Bio gibt nehm ich das, wenn nicht auch gut. Aber ich bin mir bewust dass irgendwo jemand für meinen Lebensstil draufzahlt. Wenn ich einen Klio Tomaten um 99 Cent kaufe wird jemand billig dafür arbeiten müssen, wenn ich einen billigen H&M Lappen kaufe wird auch jemand dafür bezahlen, vielleicht sogar ein Kind, wenn ich in mein Handy schaue weiß ich dass dafür Menschen in Afrika ausgebeutet werden, und dabei verrecken wenn sie die Wertstoffe aus dem Elektromüll brennen oder wenn ich durch die Welt jette weiß ich dass durch… Weiterlesen »
Sag mal
Sag mal
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

WO hatt die Mafia nicht Ihre Hand im Spiel?! . WEG VON DIESEM STIEFELSTAAT!!!

Sag mal
Sag mal
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

@Staenkerer auf fair”produzierte Produkte achten. Bei Lidl u. Ko. auch zu bekommen.

m69
m69
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

@Rechner 

nur zur Errinerung, das Metal Coltan das zur Herstellung von Mobiltelefonen verwendet wird, das dürften wir alle nicht kaufen! 

(https://de.wikipedia.org/wiki/Coltan) wird vor allem in Ruanda und Kongo gefördert! 

deshalb liebe Gutmenschen, auch Ihr dürftet kein Handy besitzen!
denkt nach!

MayerSepp
MayerSepp
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

Es ist ein völlig falsches Signal an Afrika, daß dieses Schiff in Europa anlegen darf.

Gescheide
Gescheide
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Ja, so wird das nie aufhören…

Dublin
Dublin
Kinig
1 Monat 2 Tage

@Gescheide …es geht so weiter wie bisher… 😅

Martha
Martha
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

Salvini ein Politiker mit🥚🥚🍳

Kurt
Kurt
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

mir schmecken die hart gesottenen nicht …

a sou
a sou
Superredner
1 Monat 2 Tage

@Kurt Weichei 😉

Kurt
Kurt
Universalgelehrter
1 Monat 8 h

@a sou
konnsch Recht hobm 🤣

ITler
ITler
Tratscher
1 Monat 2 Tage

5 mal 50 ergibt bei mir 250 – was ist also mit den restlichen 200?

One
One
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Die werden wie immer laufen gelassen und können nun tun und lassen was sie wollen.

Sag mal
Sag mal
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

@One werden Südtirol”aus geliefert.

Rechner
Rechner
Superredner
1 Monat 2 Tage

Rückführung von Migranten. Das schaue ich mir an! Bin ich sogar dafür, vor allem jene die aus der Reihe tanzen.
Aber es ist nicht möglich. Niemals.
Salvini wird pöbeln, schreien und stampfen. Und hier im Forum der Unwissenden wird der Jubel grenzenlos sein.

InFlames
InFlames
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

Ich traue Salvini auch keine 2 mm über den Weg, aber dein Kreuzzug gegen ihn wird langsam peinlich.

Rechner
Rechner
Superredner
1 Monat 2 Tage

@InFlames 
ich hab das Gefühl dass die Leute hin und wieder eine Erinnerung an seine Versprechen brauchen. 
Für Kreuzzüge ist Salvini zuständig. Er ist der Mann mit der Bibel und dem Rosenkranz

InFlames
InFlames
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

@Rechner 

Versprochen hat uns noch jeder Politiker das blaue vom Himmel und selten was eingehalten. Nix neues!!
Und jetzt, weil er den EU-Granden mal aufzeigt, dass man mit dem Flüchtlings-Dilemma nicht mehr länger alleine gelassen werden will, wird munter auf ihn eingeprügelt. Falscher Ansatz!!

aristoteles
aristoteles
Tratscher
1 Monat 2 Tage

retten muss man, aber das darf nicht gleichzeitig bedeuten, dass sie sich ein land aussuchen können.

a sou
a sou
Superredner
1 Monat 2 Tage

Deshalb zurück nach Lybien und gut… Das 2 Monate durchziehen und der Großteil lässt es freiwillig bleiben. Die sind auch nicht so dumm, das sie einen Schlepper umsonst oder gar 2x bezahlen

Rechner
Rechner
Superredner
1 Monat 2 Tage

@a sou 
und du glaubst die Libyer warten nur auf uns

NigeriaJohn
NigeriaJohn
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

Schade, dass auch Salvini einzuknicken scheint.

Rechner
Rechner
Superredner
1 Monat 2 Tage

Schauen wir mal in ein paar Tagen wenn das nächste Schiff kommt.

meister
meister
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

Was ist so toll daran? 5×50 = 250. Die anderen 200 bleiben dann also in Italien 👎

Lumberjack
Lumberjack
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Bis zum Schluss gerät nu gonz Europa in Seenot…

Terminator
Terminator
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Salvini for President

m69
m69
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Kurze Frage am Rande, was ist mit den restlichen Migranten?
5 x 50 = 250 Migranten; 450 – 250 = 200 Menschen? die dürfen in Italien beliben oder was?

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