Abschiedszeremonie vor dem Mailänder Dom

Italien nahm Abschied von Dario Fo – Trauertag in Mailand

Samstag, 15. Oktober 2016 | 13:15 Uhr

Italien hat am Samstag Abschied von dem am Donnerstag gestorbenen Literaturnobelpreisträger Dario Fo genommen. Tausende Menschen, darunter Intellektuelle, Politiker und Künstler, strömten zum Mailänder Domplatz, wo eine nicht-kirchliche, öffentliche Trauerzeremonie für den Dramatiker stattgefunden hat. Der heutige Samstag wurde in Mailand zum Trauertag erklärt.

“Dario, Dario!”, skandierte die Menschenmenge auf dem Domplatz vor Beginn der Zeremonie. Aus Lautsprechern ertönte ein Lied, das Fo für seine Frau Franca Rame geschrieben hatte. “Dario hat sich ein Leben lang über die Mächtigen lustig gemacht und den Unterdrückten ihre Würde zurückgegeben. Das hat die schwedische Akademie begriffen, die ihm 1997 den Nobelpreis verliehen hat”, betonte Carlo Petrini, Gründer der Slowfood-Bewegung, seit einem halben Jahrhundert ein enger Freund Fos.

“Wir sind zwar Kommunisten und Atheisten, doch es stimmt nicht, dass man wirklich stirbt. Das ist nicht möglich. Jetzt ist Dario mit meiner Mutter zusammen und sie lachen zusammen im Himmel”, betonte Jacopo Fo, einziger Sohn des Theatermannes. Leidenschaft für Kunst, Liebe für die Menschen und Solidarität seien “Arzneien” fürs Leben, fügte der 62-jährige hinzu. Nach diesen Werte habe Dario Fo gelebt.

An der Trauerzeremonie, die von der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt RAI live übertragen wurde, beteiligte sich auch der Starkomiker und Gründer der oppositionellen Fünf Sterne-Bewegung Beppe Grillo. In den vergangenen Jahren hatte sich Fo aktiv für die Protestbewegung engagiert. Diese hatte Fo 2015 für den Posten des Staatschefs vorgeschlagen. “Fo war ein Mensch, der vom Leben begeistert war. Er hat uns gelehrt nie aufzugeben und wir werden das weiterführen, was er begonnen hat”, kommentierte Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi, die der Fünf Sterne-Bewegung angehört.

Nach der Trauerzeremonie wurde der Autor von “Mistero buffo” in einer Krypta des Mailänder “Monumentale”-Friedhofes beigesetzt, wo bereits seine vor drei Jahren verstorbene Frau Franca Rame ruht. Der Theatermacher starb 90-jährig in einem Krankenhaus in Mailand, wo er zwei Wochen lang wegen Lungenproblemen in Behandlung war.

Von: apa

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