Unsichere Wirtschaftslage wirkt sich negativ aus

Italien ohne Bambini – Rekordtief an Geburten

Montag, 06. März 2017 | 13:05 Uhr

Die unsichere Wirtschaftslage wirkt sich auf die Geburtenrate in Italien aus. Das Land hat 2016 ein neues Rekordtief an Geburten erreicht, nachdem bereits 2015 so wenige Kinder geboren wurden, wie seit dem Ersten Weltkrieg nicht mehr. Jetzt sucht Rom nach Wegen, um diesem Trend entgegenzuwirken.

Während sich die Regierung um eine effizientere Familienpolitik bemüht, berichtet das Statistikamt Istat von einem starken Geburtenrückgang. 2016 kamen 474.000 Kinder zur Welt, das sind 12.000 weniger als 2015, was einem Rückgang von 2,4 Prozent entspricht. Ausnahme ist Südtirol mit einem Geburtenwachstum von 1,34 Prozent.

2015 war die Geburtenrate um zwei Prozent zurückgegangen. Damit war die Zahl der Neugeborenen erstmals seit der italienischen Einheit 1861 auf 485.000 und unter eine halbe Million Geburten gesunken. Jede italienische Frau hat im Durchschnitt 1,34 Kinder. Die in Italien lebenden Ausländerinnen haben im Durchschnitt 1,95 Kinder Bei der Geburt ihres ersten Kindes sind die Italienerinnen durchschnittlich 31,7 Jahre alt, berichtete Istat.

Wegen der sinkenden Geburtenrate sinkt die italienische Bevölkerung. 60,579 Millionen Einwohner leben in Italien, das sind 86.000 weniger als im Vorjahr. 216.000 Italiener wanderten im vergangenen Jahr ins Ausland aus. 205.000 Ausländer haben die italienische Staatsbürgerschaft erhalten.

Premier Paolo Gentiloni bemüht sich um eine großzügigere Familienpolitik: 600 Millionen Euro werden 2017 zur Förderung der Familien locker gemacht, 2018 sollen es 700 Millionen Euro sein. Eltern, die ihre Kinder in den Kindergarten schicken, sollen mehr Unterstützung erhalten.

Von: apa