Zunahme von 65 Prozent - wie viel Geld entgeht dem Staat?

Italien: Pensionisten nehmen Reißaus

Mittwoch, 30. September 2015 | 11:06 Uhr

Rom – Auswandern im hohen Alter? Für viele Rentner in Italien scheint das immer attraktiver zu werden.

Im Jahr 2014 sind laut blitzquoditiano.it 5.345 Pensionisten ins Ausland abgewandert, wo sie weiterhin die italienische Rente kassieren. In einem Zeitraum von fünf Jahren gab es einen Zuwachs dieser Zahl um 65 Prozent.

Die Rentner fliehen vor den hohen Lebenshaltungskosten im Land – besonders im Zentrum und im Norden Italiens. Auch das italienische Steuersystem ist mit ein Grund für die Flucht ins Ausland.

Dort bekommen die Rentner ihre Pension nämlich brutto von der INPS ausgezahlt und unterliegen der meist weit vorteilhafteren Besteuerung des jeweiligen Landes. Greift sich der Fiskus in Italien rund 30 Prozent des Bruttorentenbetrags, so sind es andernorts nur zehn oder maximal 20 Prozent.

Insgesamt liegt die Zahl der italienischen Auslandsrentner bei rund 400.000. Etwa eine Milliarde Euro überweist die INPS mittlerweile ins Ausland.

Das schlägt sich am Ende natürlich in einem geringeren Binnenkonsum und damit fehlenden Steuergeldern nieder.

Die italienischen Pensionisten, die den Schritt ins Ausland wagen, zieht es oft weit weg. Beliebt sind mittelamerikanische Länder, Australien oder Neuseeland. Aber auch andere europäische Länder liegen hoch im Kurs.

Von: ©lu