Grund zur Hoffnung - weitere Reformen notwendig

Italien: Positive Anzeichen nach Arbeitsmarktreform

Dienstag, 28. April 2015 | 10:57 Uhr

Rom – Die Reformen des Arbeitsmarktes der Regierung Renzi haben erste Erfolge hervorgebracht. Im März wurden mehr neue Stellen besetzt als im Jahr zuvor und mehr unbefristete Arbeitsverträge unterzeichnet. Dennoch bleibt die Arbeitslosenrate hoch. Es muss sich laut der Neuen Züricher Zeitung erst erweisen, ob der Trend anhält.

Renzi hatte Ende 2014 gegen den Protest der Gewerkschaften sowie gegen innerparteilichen Druck eine Arbeitsmarktreform durchgeboxt. Dieser „Jobs Act“ ist Anfang März in Kraft getreten. Er erleichtert Kündigungen und sieht zudem Steuererleichterungen für Unternehmer vor, wenn sie Leute fest einstellen. Weil es vorher fast unmöglich war, Arbeitnehmer zu entlassen, hatten Betriebe nur noch befristete Arbeitsverträge vergeben.

Mit der Änderung wurden alleine im März 162.498 neue Langzeitverträge unterzeichnet. Ein Anstieg von 49,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

An der hohen Arbeitslosigkeit im Land ändert das allerdings wenig. Während die Zahl der Langezeitposten zunimmt, zeichnet sich ein Rückgang bei Teilzeitjobs, Praktika und freien Verträgen ab.

Im Februar lag die Arbeitslosenquote bei 12,7 Prozent. Besonders die Jugendarbeitslosigkeit mit 42,6 Prozent sorgt für Beunruhigung. In Kürze will die Statistikbehörde Istat die Zahlen für den März vorlegen. Sie werden von der Regierung mit Spannung erwartet, denn mit ihnen wird sich zeigen, ob es eine Besserung der Lage gibt.

Grund zur Hoffnung gibt es aber allemal, da es auch andere positive Signale gibt: Der Autoabsatz zieht wieder an, und das Bruttoinlandprodukt wächst wieder. Zudem hat die Rating-Agentur Fitch Italiens Kreditrating von BBB+ bestätigt und sieht dessen Wachstumsaussichten als stabil (0,6 Prozent für 2015).

Allerdings hänge die Erholung stark von äußeren Faktoren, wie den niedrigen Erdölpreisen, ab. Es seien Strukturreformen nötig, um den Prozess zu fördern, so die Agentur.

Von: ©lu