Auch Sänger Jovanotti macht mit

Italien reagiert auf Quarantäne mit Kultur und Musik

Freitag, 13. März 2020 | 13:55 Uhr

Italien reagiert auf die wegen der Coronavirus-Infektion verhängten Quarantäne-Maßnahmen mit Kultur und Musik. So schlossen sich 100 Künstler, TV-Moderatoren und Schauspieler einem Streaming-Marathon auf Youtube an, bei dem live geschildert wird, wie Italien auf den Epidemie-Notstand reagiert und den Alltag unter Heimisolierung erlebt.

“Zu Hause zu bleiben, kann eine Gelegenheit werden, um uns zu vernetzen, und unseren Zusammenhalt stärken”, betonten die Organisatoren der Initiative “L’Italia Chiamò'” (Italien rief). Der Slogan ist einem Vers der italienischen Nationalhymne entnommen. Auf der Webseite www.litaliachiamo2020.it, auf dem Youtube-Kanal des italienischen Kulturministeriums und auf anderen Plattformen, kann der Streaming-Marathon verfolgt werden.

Die römische Bürgermeister Virginia Raggi appellierte an die Bürger ihrer Stadt, sich am Freitag um 19 Uhr am Fenster oder am Balkon ihrer Wohnungen zu zeigen, um gemeinsam zu singen und Musik zu machen. “Wir müssen zusammenhalten und beweisen, dass wir eine geschlossene Gemeinschaft sind”, sagte die Bürgermeister im Interview mit Sky News TG24.

Künstler und Prominente wie der Filmregisseur Paolo Sorrentino und der Sänger Jovanotti schlossen sich der Netz-Initiative #iorestoacasa (ich bleibe zuhause) an. Internetnutzer posten dabei kleine Videos und Texte zum Zeitvertreib oder eingehende Aufrufe, unbedingt zuhause zu bleiben. Dabei würden auch Museen und Sehenswürdigkeiten wie das Kolosseum, die Uffizien oder Pompeji die Menschen mit Posts einladen, sich Meisterwerke im Netz anzuschauen, teilte das Kulturministerium mit. In ganz Italien sind alle Museen und Attraktionen bis mindestens 3. April geschlossen, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen.

Die Epidemie zwingt die TV-Kanäle, ihre Programme zuändern. So verzichtete die öffentlich-rechtliche TV-Anstalt auf Shows und Quiz mit Zuschauern, da der wegen der Infektionsgefahr einzuhaltende Abstand zwischen den Personen nicht garantiert werden kann. Dafür wurden mehr Kulturprogramme, Sendungen für Kinder, die zurzeit nicht in die Schule gehen, sowie Initiativen zum E-Learning angeboten.

Von: apa