Neue Phase der Zusammenarbeit

Italien und Malta verhandeln über Anti-Migrationsstrategie

Freitag, 29. März 2019 | 10:40 Uhr

Nach dem Fall des von Migranten gekaperten Handelsschiff, das am Donnerstag in La Valletta gelandet ist, wollen Italien und Malta eine gemeinsame Strategie zur Bekämpfung der Schlepperei entwickeln. Maltas Botschafterin in Rom, Vanessa Frazier, wurde zu einem Gespräch im Innenministerium eingeladen, verlautete es aus Kreisen um den italienischen Innenminister Matteo Salvini.

“Italien und Malta wollen eine neue Phase der Zusammenarbeit beginnen. Bald sollen konkrete Vorschläge zur Bekämpfung der illegalen Migration und des Menschenhandels im Mittelmeer entworfen werden”, berichtete das Innenministerium in Rom. Die Gespräche zwischen Italien und Malta beginnen, nachdem die EU die Flüchtlingsrettung mit Schiffen im Rahmen der Mittelmeer-Mission “Sophia” wegen des Streits um die Flüchtlingsaufnahme mit Rom vorläufig eingestellt hat. Eine von den Mitgliedstaaten ausgehandelte Kompromisslösung vom Mittwoch sieht vor, das Mandat der Mission zwar zu verlängern – allerdings ohne den Einsatz von Schiffen. Dafür soll die Luftüberwachung über dem Mittelmeer ausgebaut werden. Der “Sophia”-Einsatz würde ohne Mandatsverlängerung am 31. März enden.

Die italienische Regierung wollte seit Monaten erreichen, dass die Mission nicht mehr automatisch alle geretteten Flüchtlinge nach Italien bringt, und forderte dazu eine Überarbeitung der Einsatzregeln. Rom drohte deshalb, die Verlängerung des “Sophia”-Mandats zu blockieren.

Von: apa