Nach Drogen und Waffen drittgrößte Einnahmequelle des organisierten Verbrechens

Italien will Strafen gegen illegalen Kunsthandel verschärfen

Sonntag, 25. Juni 2017 | 09:00 Uhr

Rom – Italien will die Strafen gegen illegalen Kunsthandel verschärfen. Bis zu acht Jahren Haft droht Personen wegen Raubgrabungen, Plünderungen und Schmuggel von Antiquitäten, geht aus einem Gesetzentwurf hervor, der derzeit vom Senat diskutiert wird. Laut dem von Kulturminister Dario Franceschini entworfenen Text wird Kunstschmuggel mit Bildung einer kriminellen Vereinigung gleichgestellt.

Wer in flagranti mit Instrumenten für die Sondierung des Bodens für archäologischen Ausgrabungen erwischt wird, muss mit Haftstrafen von bis zu zwei Jahren rechnen. Wer Ermittlungen zur Identifizierung der Herkunft gestohlener Kunstwerke erschwert oder verhindert, hat mit Haftstrafen zwischen fünf und 14 Jahren zu rechnen. Die Strafen gelten auch, wenn Delikte gegen Italiens nationales Kunsterbe im Ausland begangen werden.

Mit dem neuen Gesetz will die Regierung in Rom auf den Vorwurf reagieren, die Strafen für Kunstraub in Italien seien zu niedrig. In mehreren Fällen werden sie lediglich mit einer Geldstrafe geahndet. “Mit diesem Gesetz wird Italien weltweit eine Spitzenrolle im Kampf gegen Kunstschmuggel einnehmen”, kommentierte Kulturminister Franceschini nach Angaben der Mailänder Tageszeitung “Corriere della Sera”. Einigen Experten zufolge ist der illegale Kunsthandel die drittgrößte Einnahmequelle des organisierten Verbrechens – nach dem Schmuggel mit Drogen und Waffen.

Von: apa