Nowotny: Das Problem Italiens ist die Fiskalpolitik

Italien-Zinsanstieg könnte potenzielles Problem werden

Mittwoch, 31. Oktober 2018 | 12:20 Uhr

Der in Zusammenhang mit der Kontroverse zwischen Italien und der EU-Kommission über das italienische Staatsbudget stehende Zinsanstieg für italienische Staatsanleihen könnte im kommenden Jahr für Italien eine “potenzielle Problemstelle” darstellen. Davor warnte OeNB-Gouverneur und EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny am Mittwoch im Klub der Wirtschaftspublizisten in Wien.

Die Europäische Zentralbank (EZB) mache Geldpolitik für die Eurozone und nicht für Italien, betonte Nowotny. In Hinblick auf die Entwicklungen in Italien sehe die EZB keine Entwicklungen, die “massive Rückwirkungen auf die Eurozone haben”. Die EZB gehe immer von einem Gesamtbild aus, müsse aber auf unerwartete Entwicklungen reagieren. Diese sehe man derzeit aber nicht.

Das Problem Italiens sei die Fiskalpolitik und das sei eine Diskussion für die EU und nicht für die EZB, obwohl man sehr wohl sehe, dass auch die Zinspolitik Auswirkungen darauf habe.

Der derzeit bei italienischen Staatsanleihen zu beobachtende Renditeanstieg liege noch deutlich unter den Krisenwerten und der Zeit davor. Das Problem in diesem Zusammenhang sei, dass sich diese Entwicklungen auf den Kapitalmärkten erst mit einer gewissen Verzögerung auswirkten, dann nämlich, wenn Italien wieder auf den Kapitalmärkten Geldmittel aufnehmen werde.

“Das sind die wirklich relevanten Kapitalmarkteffekte”, sagte Nowotny. Italien habe im kommenden Jahr einen Refinanzierungsbedarf in einem erheblichen Ausmaß. Derzeit sei noch nicht absehbar, wie sich das auswirken werde. “Es ist sehr schwierig, die Reaktion der Kapitalmärkte vorherzusehen”, sagte Nowotny.

Von: apa

Kommentare

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29 Kommentare auf "Italien-Zinsanstieg könnte potenzielles Problem werden"


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Goldstandard
Goldstandard
Grünschnabel
17 Tage 16 h

Das problem ist nicht Italien das problem wurde erschaffen als die eu gegründet wurde.
Die Staatschefs damals wollten vereinigtes europa spielen und haben nicht bedacht daß eine gemeinsame Währung das letzte ist was sie erschaffen müssten, erst bräuchte es eine politische Einigung bzw eine europäische Regierung – alle anderen Regierungen gehören entlassen!

denkbar
denkbar
Kinig
17 Tage 15 h

@Goldstandard. Sorry, aber dass das ein Blödsinn ist, versteht schon jedes Schulkind!

Sun
Sun
Superredner
17 Tage 15 h

Italien ist eines der grössten Volkswirtschaften der Welt, man sollte
wohl erwarten können, sein Haushaltsgeld richtig zu verwalten. Die letzten 70 Jahre haben  aber gezeigt, dass sie es nicht können. Italien bleibt ein mafiöses und verfilztes System. Die einzige Chance dieses System zu durchbrechen wäre  eine Kontrolle von aussen, in diesem Falle die EU. Andere EU Länder haben auch Probleme, aber so dumm wie Italien stellt sich keiner an.

ahiga
ahiga
Tratscher
17 Tage 14 h

..sicher nicht..dafür sind die länder ( noch ) viel zu unterschiedlich..
das sowas nit gutgehen konnte hätte damals eigentlich jeder halbwegs studierte merken müssen..
( oder vielleicht grad deswegen haben wir den salat)

m69
m69
Kinig
17 Tage 12 h

Denkbar @

Das würde heißen, dass Du noch in den Kindergarten gehst? 😁

m69
m69
Kinig
17 Tage 12 h

Sun@
Im nächsten Jahrzehnten, wird Italien nicht mehr in den Top 10 der größten Weltwirtschaften aufscheinen, das ist so sicher wie das Amen am Ende eines Gebetes! 😎

Karl
Karl
Superredner
17 Tage 12 h
@denkbar  Sorry,  aber  Goldstandard  hat laut meiner Meinung zu 100% Recht.  Wenn man eine Vereinigung (Europa)  gründet oder auch  nur einen Verein macht man zuerst Regeln und  nicht erst im Laufe der Zeit wie es die EU gemacht hat.  Zudem  muss man die  Länder auf  einigermaßen  gleiche Niveaus bringen bevor man mit einer gemeinsamen Währung startet.  Die Gründerväter wahren aber schon alt und wollten  nicht warten um ihr Werk zu erleben und nun,  nach Jahrzehnten ungleichen Kampf ist die  Sch..ße  am kochen. Die produktiven Länder sind  weitergegangen und die weniger produktiven Länder zurückgeblieben.  Es ist nicht  die Schuld der EU oder des Euro  an sich,… Weiterlesen »
Mistermah
Mistermah
Kinig
17 Tage 11 h

@denkbar
Blödsinn? Jedes Schulkind versteht dass eine Einheitswährung auch einen einheitlichen Zinssatz braucht. Aber die Eu bestraft die wirtschaftlich schwachen mit hohen Zinsen und schenkt es den starken das Geld quasi. Das dadurch die Schere auseinander geht und das zwangsläufig in die Hose geht ist klar. Genau deswegen wird die Eu zerbrechen !

denkbar
denkbar
Kinig
17 Tage 9 h

@Karl . Dass es in Europa noch viel zu tun gibt, das ist nun mal so, denn die Welt dreht sich und ist nichts Statisches! Aber Europa deshalb abschaffen wollen, das halte ich für einen Blödsinn!
Man bedenke China, Russland und Trump freuts wenn Europa geschwächt wird.

denkbar
denkbar
Kinig
17 Tage 9 h

@m69 . Wie offen Sie Ihren Neid zeigen, ist schon bemerkenswert! Das zweite Hochschulstudium habe ich sogar neben Mann, Kinder und Arbeit hingelegt! Also Grund zum neidig sein gibt’s genug! 😜😜😜

ivo815
ivo815
Kinig
17 Tage 7 h

@Karl wie kann man nur so unkritisch sein? Goldstandard hat nicht zu 100% recht. Die EU mag ihre Schwächen haben, die Vorteile überwiegen bei weitem. Was den € angeht, hat man das Pferd vom Schwanze her aufgezäumt, was aber nicht heißen soll, dass die Situation hoffnungslos ist. Italiens Hauptprobleme sind Korruption und Schattenwirtschaft. Diese Faktoren haben wir in die Währungsunion „mit hinein gerettet“. Glaubst du nicht auch, Italien stünde besser da, würde nicht jährlich 1/5 des BIP abgezwackt?

berthu
berthu
Superredner
16 Tage 12 h

@ivo815 vom BIP wird nichts abgezwackt, es ist nur nicht miteinbezogen.😏

Sun
Sun
Superredner
16 Tage 9 h

@m69 mit dieser Regierung dauert es keine 10 Jahre.

falschauer
falschauer
Tratscher
15 Tage 8 h

und die jetztigen regierungen erst recht!

denkbar
denkbar
Kinig
17 Tage 15 h

Man stelle sich vor, alle zahlen in Italien ehrlich ihren Steuern …

m69
m69
Kinig
17 Tage 12 h

Denkbar @

Du Träumer!
Das wird nicht mal diese Regierung schaffen, dazu müsste man einen DNA Austausch bei den Bürgern vornehmen.

Karl
Karl
Superredner
17 Tage 12 h

Wie sagte schon Martin Luther King : I Have a Dream :-)))))

longwolf
longwolf
Tratscher
17 Tage 10 h

@m69 der erfolgt jetzt mit Afrikanern.

berthu
berthu
Superredner
16 Tage 12 h

Wo werden ehrliche Steuern erstmal vorgegeben, und wo bezahlt?
Und wo landen dann diese Steuern?

Tabernakel
17 Tage 14 h
Karl
Karl
Superredner
17 Tage 12 h

Gott sei Dank haben Renzi, Gentiloni, Letta und Monti alles Richtig gemacht :-)))))))))  Die Regierung  die Italien retten kann muss erst noch in Gröden geschnitzt werden den auf  menschliche Wesen zu warten ist sinnlos. 

Amadeus
Amadeus
Grünschnabel
17 Tage 9 h

Italien ist sicher eine starke Wirtschaftsmacht,  doch genau so stark in Korruption, Bandenbildung, Vetternwirtschaft und Steuerhinterziehung. Das ist wohl das größte Problem.

ivo815
ivo815
Kinig
17 Tage 7 h

Und ich dachte, das sei die Migration. Jetzt bin ich aber enttäuscht

Mistermah
Mistermah
Kinig
17 Tage 4 h

Enttäuscht? Glaube ich nicht

berthu
berthu
Superredner
16 Tage 12 h

und das wird sich auch nicht ändern- Das ist im Blut.
Warum bildet sich in der EU eigentlich jamand ein, die so groß unterschiedlich gewachsenen Völker, Länder und Wirtschaftssysteme ändern zu können? Man soll viel mehr gemeinsam Wirtschaft betreiben, wie es Urvölker schon getan haben. Damit erreicht man irgendwann mehr Gemeinsamkeiten. Das ist nicht in einer Generation möglich.

ivo815
ivo815
Kinig
17 Tage 13 h

Da können wir nur von Glück reden, dass wir Experten an der Regierung haben. Die werden das schon richten

Mistermah
Mistermah
Kinig
17 Tage 11 h

Richtig 👍

longwolf
longwolf
Tratscher
16 Tage 17 h

ivo 0815, ja zum Glück haben wir noch die svp und die grünen. Jetzt geht es aufwärts, endlich.

Server
Server
Grünschnabel
16 Tage 11 h

Glaube leider das Problem besteht nicht nur in Italien, der EU sei Dank. Der Brexit bevor oder auch nicht? Viele Nachbarländer halten ihre EU-Vorschriften bei Weitem nicht ein und wir kleinen Südtiroler ärgern uns über Probleme, die wir gar nicht haben, oder doch. Dann frage ich mich, wer denn bei den Südtiroler Landtagswahlen mit Hirn und Herz zur Wahl geht? Politik im Kleinen und Probleme im Großen? Keine der Parteien hat das Problem Zinsanstieg auch nur ansatzweise in ihre Wahlpropaganda aufgenommen, wichtiger war ja der “Doppelpass”, den/die keinen/keine interessiert hat. Leben wir südlich oder nördlich vom Brenner?

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