Mailänderin wurde 1944 im Alter von 13 Jahren nach Auschwitz deportiert

Liliana Segre mit Simon-Wiesenthal-Preis ausgezeichnet

Freitag, 04. November 2022 | 15:00 Uhr

Mailand – Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) hat am Donnerstag im österreichischen Generalkonsulat in Mailand den Simon-Wiesenthal-Preis an die italienische Holocaust-Überlebende und Senatorin auf Lebenszeit, Liliana Segre, überreicht. Die 92-jährige Mailänderin ist zusammen mit Lily Ebert (Großbritannien), Zwi Nagal (Israel) und Karl Pfeifer (Österreich) eine der vier Zeitzeugen, die den heuer erstmals vergebenen Simon-Wiesenthal-Preis erhalten haben.

“Mit ihrem vielseitigen Engagement im Kampf gegen Antisemitismus ermutigt Liliana Segre die Menschen, ihrem Beispiel zu folgen. Es muss die Aufgabe aller Demokraten sein, das Gedenken an die Shoah zu ehren und ihre Stimme zu erheben, wenn sich Antisemitismus manifestiert”, sagte Sobotka. Er sei erfreut, dass er Segre persönlich den Simon-Wiesenthal-Preis übergeben könne, nachdem sie bei der Preisverleihung im vergangenen Mai nicht nach Wien reisen hatte können.

Liliana Segre wurde 1944 im Alter von 13 Jahren nach Auschwitz deportiert; von den 776 italienischen Kindern überlebten dort nur 25. Noch heute ist sie als Zeitzeugin im Fernsehen, in Theatern, in Schulen und im italienischen Parlament aktiv und damit eine der wichtigsten moralischen Autoritäten in Italien. Als älteste Parlamentarierin eröffnete die 2018 zur Senatorin auf Lebenszeit ernannte Segre vor zwei Wochen die erste Sitzung des neugewählten Parlaments in Rom.

Mit dem – zum Andenken an Simon Wiesenthal geschaffenen und jährlich mit 30.000 Euro dotierten – Preis wird zivilgesellschaftliches Engagement im Kampf gegen Verdrängung und Verharmlosung “der historischen Wahrheit” gewürdigt. Ausgezeichnet werden Projekte und Personen, “die sich dafür einsetzen und im Namen der Opfer der Shoah ihre Stimme erheben”, erläuterte Sobotka.

Glückwünsche für den Preis erhielt Segre von der Senatorin der Südtiroler Volkspartei, Julia Unterberger. “Diese wichtige Anerkennung seitens der österreichischen Institutionen bestätigt einmal mehr, dass das Engagement von Liliana Segre über die nationalen Grenzen hinausgeht und ein Bezugspunkt für alle ist, die sich für die Bewahrung der Erinnerung und gegen jede antisemitische oder rassistische Wiederbetätigung einsetzen”, schrieb Unterberger in einer Presseaussendung.

Von: apa

Kommentare

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2 Kommentare auf "Liliana Segre mit Simon-Wiesenthal-Preis ausgezeichnet"


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mandorr
mandorr
Superredner
28 Tage 19 h

Hochachtung für diese Frau

MarkusK.
MarkusK.
Grünschnabel
28 Tage 7 h

Eine starke Frau 👍

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