Valeria Golino will nicht mehr schweigen

Italienische Filmschaffende verurteilen Belästigung

Freitag, 02. Februar 2018 | 14:20 Uhr

Mehr als 120 italienische Schauspielerinnen, Filmemacherinnen und andere Filmschaffende prangern systematische sexuelle Belästigung in ihrer Branche an. “Wir zeigen nicht mit dem Finger auf einen einzelnen “Sittenstrolch”. Wir protestieren gegen das gesamte System”, erklärten sie in einem offenen Brief, der am Freitag von “La Repubblica” und anderen italienischen Zeitungen veröffentlicht wurde.

Die Schauspielerin Valeria Golino, die 1988 im US-Film “Rain Man” an der Seite von Tom Cruise und Dustin Hoffman spielte, und Francesca Comencini, Co-Regisseurin der TV-Serie “Gomorrha”, gehören zu den 124 Unterzeichnern. Jede arbeitende Frau werde vor die Wahl gestellt, sich daran zu gewöhnen oder aus dem System auszusteigen, heißt es im Brief in Hinblick auf sexuelle Belästigung weiter: “Es ist nun an der Zeit, damit aufzuhören, Angst zu haben.”

Die #MeToo-Debatte um Sexismus und sexuelle Übergriffe war ins Rollen gekommen, als im Oktober Vorwürfe gegen den mächtigen Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein bekannt wurden. In ihrem Heimatland sah sich die Italienerin Asia Argento jedoch einer Flut von negativen Kommentaren ausgesetzt, nachdem sie als einer der ersten Schauspielerinnen über sexuelle Übergriffe Weinsteins berichtete. Kritiker warfen ihr vor, dadurch Aufmerksamkeit erheischen zu wollen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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5 Kommentare auf "Italienische Filmschaffende verurteilen Belästigung"


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Hans_H
Hans_H
Tratscher
20 Tage 21 h
Ja, ich frage mich ernsthaft, wenn schon das (ich zitiere) “gesamte System” eine sexuelle Belastung war/ist, warum um Himmelswillen sind die alle dann dabei geblieben? Ich wäre gegangen und hätte mich andersweitig eine Arbeit gesucht. Mich hätte keiner sexuell belästigt, ohne dass ich mich nicht gewehrt, bzw. geäussert hätte. Und das sofort und nicht nach zig Jahren, wo niemand mehr feststellen kann, ob es der Wahrheit entspricht oder ob man nur Trittbrettfahrer/in ist, um wieder mal ins Rampenlicht zu kommen. Das gesamte #metoo-Getöse hilft nicht wirklich den “echten” Mißbrauchsopfern, denn die sind immer noch die Geschädigten. Aber mit dieser Art… Weiterlesen »
nobody
nobody
Tratscher
20 Tage 19 h

Um an Rhum im Filmgeschäft zu kommen scheuen viele junge Aspirantinnen keine Schikanen nach Oben zu kommen und sind für „VIELES“ bereit . Man weiss das viele Starletts sich nach eigener Aussage nach „oben geschlafen haben“
Bekanntlich ist jeder Job wo es um vieles geht, speziell das Filmgeschäft ein hartes Pflaster und die Grossen dort sind sicher keine Heilige…
Später diesse „Gentleman,s“ durch den Kakao zu ziehn und zu verklagen ist zwar berechtigt aber nicht ganz fair..

Sag mal
Sag mal
Universalgelehrter
20 Tage 19 h

jetzt fangen Die auch noch an.

marsmaennchen
marsmaennchen
Tratscher
19 Tage 22 h
Valeria Golino durfte eine rasante Filmkarriere hinlegen und war zwischen Mitte der 80er und Mitte der 90er Jahre eine der gefragtesten Schauspielerinnen weltweit. 1988 war sie 23 Jahre alt und spielte mit Stars wie Dustin Hoffman oder Tom Cruise. Jetzt ist sie Mitte 50 und ihr Glanz ist verblasst. Da trifft es sich gut, wenn man gefahrlos und dem Zeitgeist entsprechend ein wenig trittbrettfahren kann. Ich habe selten eine so heuchlerische Debatte erlebt, die metoo-Geschichte ist eine Farce, die mittlerweile fanatisierte Züge annimmt. In Museen werden Bilder abgehängt, weil sie “sexistisch” seien, Frauen wird in bester Taliban-Manier vorgeschrieben, wie sie… Weiterlesen »
Mitgequatscht
Mitgequatscht
Neuling
18 Tage 1 h

Die Filmindustrie ist sicher nicht die einzige Branche die von sexuellen Missbrauch betroffen ist, aber die in der das Phänomen am meisten breitgetreten wird! Ich finde jegliche Art sexueller Gewalt verwerflich aber ebenso verwerflich dieses ernste Thema zu nutzen um damit die eigene Bekanntheit zu steigern! Es soll zu Anzeigen gegen die Täter kommen und zu Urteilen, stattdessen meint jeder der mal in einem Werbespot zu sehen war sein Beitrag rettet die Welt! Tut er nicht! Und er verhöhnt die wirklichen Opfer!

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