Die Alitalia hofft, weiterfliegen zu können

Italienische Regierung genehmigte Alitalia-Sonderverwaltung

Dienstag, 02. Mai 2017 | 19:44 Uhr

Nach dem gescheiterten Rettungsversuch hat die italienische Regierung die Alitalia unter Sonderverwaltung gestellt. Das entspricht einer Insolvenzverwaltung. Ein dementsprechendes Dekret wurde von der Regierung um Premier Paolo Gentiloni am Dienstag verabschiedet. Drei von der Regierung ernannten Kommissare übernehmen das Steuer der Airline und starten die Suche nach einem Käufer.

Eine Zerstückelung der insolventen Airline wird nicht ausgeschlossen. Inzwischen bleibt der Flugbetrieb erhalten. Bei den drei Kommissaren handelt es sich um den ehemaligen Generaldirektor der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt RAI, Luigi Gubitosi, sowie um die beiden Manager Enrico Laghi und Stefano Paleari. Laghi hat bereits Erfahrung als Sonderverwalter des Stahlkonzerns Ilva. Paleari gilt als ein Experte der Luftfahrtbranche. Ursprünglich war lediglich mit der Ernennung von zwei Kommissaren gerechnet worden.

Die drei Kommissare werden mit Brüssel über einen Brückenkredit im Wert von bis zu 500 Millionen Euro verhandeln, dank dem die Alitalia den Flugbetrieb weiter aufrechterhalten kann.

Das Insolvenzverfahren wurde in die Wege geleitet, nachdem die Belegschaft vergangene Woche einen von dem Management und den Gewerkschaften ausgehandelten Rettungsplan abgelehnt hatte. Die Alitalia-Aktionäre bedauerten in einer Presseaussendung die Ablehnung des Rettungsplans durch die Belegschaft. Sie gaben sich überzeugt, dass der Plan der Airline mit Finanzierungen in Höhe von 2 Mrd. Euro, Investitionen und Kostenreduzierung eine Zukunft gesichert hätte.

Die italienischen Regierungen haben im Laufe der vergangenen Jahre bisher insgesamt rund 7 Mrd. Euro investiert, um der krisengeschüttelten Alitalia den Weiterbetrieb zu ermöglichen. Alitalia fliegt derzeit eine Million Euro Verlust am Tag ein. Insidern zufolge reicht das Geld noch bis Mitte Mai.

Von: apa