Italienische Regierung genießt nicht das Vertrauen der Märkte

Italienische Staatsanleihen verlieren stark an Wert

Freitag, 28. September 2018 | 15:43 Uhr

Mit kräftigen Kursverlusten von über zehn Prozent haben heute die italienischen Staatsanleihen auf die Streitereien rund um die Budgetpläne der italienischen Regierung reagiert. Die Rendite für zehnjährige italienische Staatspapiere stieg im Sekundärmarkt bis Freitagnachmittag um 10,6 Prozent auf 3,22 Prozent. Zum Vergleich: Österreichische Papiere rentierten mit 0,68 Prozent um 7,5 Prozent tiefer.

Fünfjährige italienische Staatsbonds verloren noch deutlicher – ihre Rendite erhöhte sich um 19,8 Prozent auf 2,28 Prozent. In diesem Laufzeitenbereich werden die österreichischen Staatsanleihen bereits mit einem Negativzins von 0,01 Prozent gehandelt.

Auch andere europäische Staatsanleihen profitierten heute von den Querelen in Italien. Die Rendite der europäischen Benchmark im zehnjährigen Laufzeitenbereich, die deutsche Bundesanleihe, sank heute sogar um knapp 13 Prozent auf 0,46 Prozent. Nicht profitierten konnte aber etwa griechische Papiere. Ihre Rendite stieg ebenfalls an, nämlich um 4,4 Prozent auf 4,22 Prozent. Sie rentieren als noch höher als die italienischen Papiere, sie werden von den Marktteilnehmern also als noch riskanter eingestuft.

Ebenfalls deutlich gingen die Renditen für die Niederlande (-9,6 Prozent), Finnland (-6,8 Prozent), Frankreich (-6,l Prozent), Belgien (-5,9 Prozent) und Irland (-5,1 Prozent) zurück. Für Portugal gab es nur ein minus 1,0 Prozent, Spanien blieb praktisch unverändert (+0,1 Prozent).

Von: apa