Marmolada-Gletscher könnte in 15 Jahren verschwinden

Italiens Gletscher schrumpften in 150 Jahren um 60 Prozent

Freitag, 11. Dezember 2020 | 07:20 Uhr

Italiens Alpengletscher haben in den vergangenen 150 Jahren 60 Prozent ihrer Fläche eingebüßt. Dies geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des italienischen Umweltschutzverbands Legambiente hervor.

Besorgniserregend sei vor allem die Situation des Marmolada-Gletschers in den Dolomiten in der Grenzregion von Belluno und vom Trentino, der in 15 bzw. 20 Jahren verschwinden könnte. Der Gletscher erstreckt sich auf einer Höhe zwischen 2.700 und 3.300 Metern. Grund für die Schmelze sind die höheren Temperaturen der vergangenen Jahre. Die Marmolada ist mit 3.343 Metern der höchste Berg der Dolomiten.

Vor allem seit Anfang der 1980er-Jahre habe die Eisschmelze im italienischen Alpenraum stark zugenommen, geht aus dem Legambiente-Bericht hervor. Viele Gletscher wie jene der Adamello- und Bernina-Gruppe, des Ortler-Massivs und des Bergs Disgrazia hätten stark an Volumen verloren.

In Italiens westlichem Alpenraum zählten die Glaziologen 300 Gletscher, die eine Gesamtfläche von 160 Quadratkilometern umfassen. Der Gletscher des Grand Etret im Aostatal habe in den vergangenen 20 Jahren 20 Meter an Dichte verloren. Besorgniserregend sei auch der Zustand des Gletschers Forni im Valtellina-Tal in der Lombardei. Seine Dichte habe sich stark reduziert und sei an mehreren Punkten von Geröll bedeckt, stellten die Experten fest.

Von: apa