Italiens Küstenwache sieht sich in der Pflicht

Italiens Küstenwache: „Werden weiterhin Migranten retten“

Mittwoch, 27. Juni 2018 | 08:59 Uhr

Die italienische Küstenwache wird nach wie vor ihrer Pflicht nachkommen, Menschen in Seenot zu retten. Das kündigte der Kommandant der italienischen Küstenwache, Admiral Giovanni Pettorino, an. Er reagierte somit auf Innenminister Matteo Salvini, der damit gedroht hatte, dass Italiens Küstenwache nicht mehr auf Hilferufe von Migranten reagieren könnte.

Es sei eine Pflicht der Küstenwache, auf Hilferufe zu antworten. “Es ist in erster Linie eine moralische Pflicht. Wir haben auf dem Meer noch niemanden sich selbst überlassen”, versicherte Pettorino nach Medienangaben. In den letzten Jahren habe die italienische Küstenwache auf 4.700 Hilferufe reagiert und 600.000 Menschen auf einer Fläche von 1,1 Millionen Quadratmeter gerettet. “Doch das Mittelmeer zählt 23 Länder und Europa besteht nicht nur aus Italien”, sagte der Admiral.

Die Hamburger Konvention, die die Seerettung regelt, stamme aus dem Jahr 1979. “Diese Konvention funktioniert bestens bei Notstandssituation. Wir stehen jedoch vor einem Exodus biblischen Ausmaßes. Wir benötigen eine Einigung aller Länder, um damit umzugehen”, sagte Pettorino.

Die italienische Küstenwache werde Libyen circa zehn Schiffe zur Verfügung stellen, um seine Gewässer zu überwachen. Außerdem soll das Personal ausgebildet werden, das bei Flüchtlingsrettungen eingesetzt werden soll, sagte der Admiral.

Von: apa