Trentino Südtirol hält an Großraubwild-Gesetz fest

Italiens Regierung arbeitet an “Wolfsplan”

Montag, 09. Juli 2018 | 12:35 Uhr

Rom/Bozen – Der italienische Umweltminister Sergio Costa arbeitet an einem “Wolfsplan”, um den Abschuss zu vermeiden und ein besseres Zusammenleben dieser Tiere mit der Bevölkerung in den Berggebieten zu ermöglichen. “Das Problem der Wölfe löste man nicht, indem man sie tötet”, sagte der Umweltminister nach Medienangaben.

Costa hatte am Sonntag angekündigt, er wolle das Großraubwild-Gesetz vor dem Verfassungsgericht in Rom anfechten, das am Donnerstag im Trentiner und am Freitag im Südtiroler Landtag verabschiedet wurde. Die Tierwelt sei unantastbares Eigentum des Staates, so Costa. Mit dem obersten staatlichen Umweltinstitut ISPRA wolle er “Lösungen für ihre Wölfe und ihre Bären” finden.

Costats Initiative löste Diskussionen aus. Trentino Südtirol will am Gesetz festhalten. Der Trentiner Landeshauptmann Ugo Rossi meinte, das neue Gesetz sei keine Lizenz für die Region, Tiere zu tönen. “Im Trentino leben Tiere und Menschen im Einklang zusammen und keine Tierart ist ohne Schutz. Wir wollen uns mit dem Gesetz mit besseren Mitteln ausstatten, um mit Gefahren umzugehen”, sagte Rossi.

Der Trentiner Unterstaatssekretär Maurizio Fugatti von der rechten Regierungspartei Lega bezeichnete die Ankündigung des Ministers, das Großraubwild-Gesetz vor dem Verfassungsgericht in Rom anzufechten, für unangebracht. Der Umweltminister sollte größeren Respekt für die Landesregierungen in Trentino Südtirol zeigen.

Costa ist seit sechs Wochen Umweltminister. Er ist ein ehemaliger Carabinieri-General, der sich stark im Kampf gegen die sogenannten Ökomafia engagiert hat. Er wurde als Umweltminister von der Fünf-Sterne-Bewegung vorgeschlagen, die seit jeher einen stark umweltfreundlichen Kurs eingeschlagen hat.

Von: apa

Bezirk: Bozen