Trentino-Südtirol besonders hart betroffen

Italiens Tourismuswirtschaft verliert wegen Ski-Verbots 10 Mrd. Euro

Mittwoch, 17. Februar 2021 | 14:40 Uhr

Wegen des von der italienischen Regierung bis 5. März verlängerten Skiurlaub-Verbots ist Italiens Wintertourismus mit fehlenden Einnahmen in der Größenordnung von 9,7 Mrd. Euro konfrontiert. 12,4 Millionen Wintertouristen fallen in dieser Saison weg, schätzt das Institut Demoskopika in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie. Besonders betroffen sind die norditalienischen Regionen Trentino Südtirol, Aostatal, Piemont, Lombardei und Venetien.

6.170 Kilometer Skipisten und 1.800 Skianlagen, die 14.000 Personen beschäftigen, zählt der italienische Wintertourismus. Bis vor dem Lockdown im März 2020 hatte jeder Italiener, der sich eine Woche Winterurlaub gönnte, durchschnittlich 785 Euro ausgegeben. Laut dem Institut seien die Jobs von 9.000 Saisonarbeitern und 5.000 Vollbeschäftigten gefährdet. Der Wintertourismus macht einen Anteil von elf Prozent des gesamten italienischen Fremdenverkehrs aus.

Trentino Südtirol ist mit dem Verlust von 4,1 Millionen Touristen die vom Verbot am stärksten betroffene italienische Region. Die autonome Region muss mit fehlenden Einnahmen in der Größenordnung von 3,2 Milliarden Euro zurechtkommen, geht aus der Studie hervor.

Einen Tag vor der geplanten Öffnung vieler Skiregionen in Italien hatte die Regierung in Rom am Sonntag aus Sorge vor den neuen Coronavirus-Varianten den Start wieder gestoppt. Gesundheitsminister Roberto Speranza verlängerte am Sonntag das bestehende Wintersport-Verbot für Freizeitsportler bis 5. März. In Italien hatten die Skigebiete anders als in Österreich Ende 2020 gar nicht aufmachen dürfen. Als Grund für die Kehrtwende nannte Speranza in seiner Anordnung erhöhte Risiken durch Virusmutanten, besonders die sogenannte britische Variante. Der Minister verwies auf eine in der vergangenen Woche vorgestellte Untersuchung seiner Experten, wonach geschätzt schon fast jede fünfte Corona-Infektion in Italien auf diese Erreger zurückzuführen sei.

Von: apa