Mirto Milani und Silvia Zani brechen im Verhör zusammen – VIDEO

„Ja, wir haben sie umgebracht“: „Diabolisches Trio“ geständig

Freitag, 27. Mai 2022 | 08:02 Uhr

Temù – Etwas mehr als ein Jahr nach der Tat und nachdem sie fast ein Dreivierteljahr in Untersuchungshaft verbracht hatten, brachen Mirto Milani und Silvia Zani im Verhör zusammen und gestanden, zusammen mit der jüngsten Tochter des Opfers, Paola, die 55-jährige pensionierte Beamtin der Lokalpolizei Laura Ziliani ermordet zu haben.

Das Tatmotiv war die unglaubliche Geldgier des Trios. Nur der Tod von Laura Ziliani hätte es dem „diabolischen Trio“ ermöglicht, zum Schaden der an Autismus leidenden mittleren Tochter der 55-Jährigen, Lucia, in den Besitz ihres millionenschweren Immobilienvermögens zu gelangen.

Facebook/Laura Ziliani

Monatelang hatten sie sich in ein undurchdringliches Schweigen gehüllt. Die wenigen Ausnahmen hatten vor ihrer Verhaftung „verzweifelte Appelle“ gebildet, die an diejenigen gerichtet waren, die „nützliche Informationen über Laura Ziliani besitzen“, sich zu melden. Zudem hatten die beiden 27 und 19 Jahre alten Töchter Silvia und Paola Zani sowie der Verlobte der älteren und Liebhaber der jüngsten Tochter, der 27-jährige Mirto Milani, in sozialen Netzwerken mehrmals ihre Unschuld beteuert. Mirto Milani hatte sogar einem Dorfpfarrer anvertraut, dass die Ermittlungen sein Leben ruiniert hätten.

Seit dem abscheulichen Mord an Laura Ziliani, die laut der Staatsanwaltschaft von ihrer jüngsten und ihrer ältesten Tochter sowie von deren Freund umgebracht worden war, ist fast ein Jahr vergangen. Es war der 8. Mai 2021 als die beiden Töchter tränenreich Suchmannschaften und Rettungskräfte gebeten hatten, in den Wäldern und Bergen oberhalb von Temù in der Provinz Brescia in der Lombardei nach ihrer Mutter zu suchen. Viele Ungereimtheiten und eine offensichtliche Falschaussage hatten die Ermittler aber sehr bald auf die Spur des „diabolischen Trios“ geführt.

Das Trio hatte eigentlich den „perfekten Mord“ geplant, aber nicht zuletzt von Zeugen beobachtete Versuche, mit einer Jeanshose des Opfers die Ermittler in die Irre zu führen, hatten den Verdacht immer stärker auf die beiden Schwestern und Mirto Milani gelenkt.

Verschiedene technische Verfahren wie der Abgleich der Autokenntafeln mit den Uhrzeiten, die Geolokalisierung von Smartphones, die forensische Auswertung von Computern und Telefonaufzeichnungen, aber auch viele Zeugenaussagen hatten es den Carabinieri und der Staatsanwaltschaft nach und nach erlaubt, eine Fülle von Indizien und Beweisen zusammenzutragen. Nicht zuletzt die Auswertung der Aufzeichnungen einer auf dem Smartphone des Opfers installierten Schrittzähler- und Gesundheitsapp hatte dazu beigetragen, die Tat zu rekonstruieren. Zudem hatten die Beamten bei einer Hausdurchsuchung ein angebrochenes Fläschchen von Bromazepam – eines Angstlösers, Beruhigungs- und Schlafmittels aus der Gruppe der Benzodiazepine – sichergestellt.

ANSA/Filippo Venezia

Über das Tatmotiv besteht kein Zweifel. Nur der Tod von Laura Ziliani hätte es dem „diabolischen Trio“ ermöglicht, zum Schaden der an Autismus leidenden mittleren Tochter der 55-Jährigen, Lucia, in den Besitz ihres millionenschweren Immobilienvermögens zu gelangen. „Sie hingen sehr am Geld und am schönen Leben“, hatte die Mutter des Opfers ihre Enkelinnen charakterisiert.

Allerdings hatte das „diabolische Trio“ bis zuletzt geschwiegen und seine Unschuld beteuert. Erst am Mittwoch kam es zu einer sensationellen Wende. Nach dem offiziellen Abschluss der Ermittlungen baten alle drei darum, im Gefängnis von der zuständigen Staatsanwältin Caty Bressanelli verhört zu werden. Im Verhör brach Mirto Milani zusammen, gestand die Tat und bestätigte im Wesentlichen die Rekonstruktion der Mordtat durch die Carabinieri. „Ja, wir haben sie umgebracht“, so der 27-Jährige zur Staatsanwältin.

Die am Donnerstag verhörte älteste Tochter des Opfers, die 27-jährige Silvia Zani, gestand ebenfalls, zusammen mit ihrem Verlobten und ihrer jüngsten Schwester Paola, die am Freitag verhört wird, ihre Mutter getötet zu haben. Laut dem Autopsiebericht war Laura Ziliani in der Nacht vom 7. auf den 8. Mai 2021 zuerst mit einem Beruhigungsmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine betäubt und anschließend erstickt worden. Anschließend war die Leiche am Ufer des Flusses Oglio vergraben worden. Erst ein Hochwasser, das die Leiche freigespült hatte, hatte es ermöglicht, die sterblichen Überreste der 55-Jährigen zu finden und zu bergen. Dem Untersuchungsbericht zufolge hatte das Trio in der Mordnacht am Flussufer auch ein zweites „Grab“ geschaufelt, das allerdings nie benutzt worden war.

Omicidio Zilani, confessa il fidanzato della figlia

Omicidio Zilani, confessa il fidanzato della figliaSvolta nel caso di Laura Ziliani, la vigilessa di Temù uccisa l'anno scorso. Ha confessato il fidanzato di una delle due figlie, in carcere come lui con l'accusa di omicidio.Sara Grattoggi per il Tg3 delle 14:20 del 26 maggio 2022

Posted by Tg3 on Thursday, May 26, 2022

Die Ermittler sind sich sicher, dass nach dem Geständnis von Mirto Milani und ihrer Schwester auch die heute 20-jährige Paola die Tat gestehen wird. Die erdrückende Menge von belastendem Material, das von den viele Monate vor dem eigentlichen Mord erfolgten, ersten Planungen über die versuchten Irreführungen und dem Fund des Beruhigungsmittels bis hin zu den vielen verräterischen Telefonmitschnitten reicht, lässt dem „diabolischen Trio“ kaum mehr Spielraum. Alle drei werden sich wegen vorsätzlicher Tötung und des Verbergens des Leichnams vor Gericht verantworten müssen.

Mit den Geständnissen findet diese Tragödie ihr vorläufiges Ende. Die Tatsache, dass drei junge Leute aus reiner Geldgier eine schreckliche Bluttat begehen und sich so selbst ins Verderben stürzen, macht die italienische Öffentlichkeit fassungslos.

Von: ka

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11 Kommentare auf "„Ja, wir haben sie umgebracht“: „Diabolisches Trio“ geständig"


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Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Ohne Worte!

Staenkerer
1 Monat 9 Tage

oanfoch lei prutal!
do verschlogs oan de sproche!

Storch24
Storch24
Kinig
1 Monat 8 Tage

Richtig , einfach nur brutal.
Was mich aber noch mehr sprachlos macht, ist der Fall letzthin. Da hat sich ein Angeklagter Täter (mörder) selbst das Leben genommen. Wenn man dann auf der Trauerhilfe die Bekundungen liest ……….🙈🙈

Trina1
Trina1
Kinig
1 Monat 7 Tage

@Storch24 das hat mich auch schockiert!

Mikeman
Mikeman
Kinig
1 Monat 9 Tage

hinter Gitter für immer ohne die Rechtsanwälte zu füttern, einfach zu k……… was bei solchen Fällen abgeht.

ieztuets
ieztuets
Tratscher
1 Monat 9 Tage

Wieso dumm, wenn die Leiche nie freigespült
worden wäre? Bin der gleichen Meinung, lebenslang ins Gefängnis wer
vorsätzlich mordet, noch dazu Eltern… und nicht jahrelange Prozesse veranstalten, um lindernde Umstände zu finden!

Leonor
Leonor
Superredner
1 Monat 8 Tage

EIGENE Mutter?!?! Ich glaube sie checken echt nicht, was sie getan haben. Nur sprachlos…

OrB
OrB
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Geldgier kennt keine Grenzen.
🤮🤮

traktor
traktor
Kinig
1 Monat 9 Tage

wie dumm müssen die sein…
da kann man nur sagen selbst ins bein geschossen….

Tata
Tata
Superredner
1 Monat 8 Tage

und des wegn Geld und an Erbe!!!🤦🏻‍♀️🤦🏻‍♀️🤦🏻‍♀️ih bin froah, dassi net viel hon und mein bissl weri schion fein selbo ausgebm, altro che opas vererbm, des werd förschtzui olls schion fein ausgebm….

Zugspitze947
1 Monat 8 Tage

Die höchsten denkbaren Strafen sind zu gering……. 😡👌😢

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