Staatsoper bei italienischen Gästen immer populärer

Jubiläumsprogramm der Staatsoper in Rom vorgestellt

Mittwoch, 25. April 2018 | 11:35 Uhr

Die Staatsoper wird bei italienischen Gästen in Wien immer populärer: Die Zahl der italienischen Musikliebhaber bei den Vorstellungen nimmt zu. So reiste Staatsoperndirektor Dominique Meyer auch nach Rom, um der italienischen Presse das Programm der kommenden Spielzeit und des Jubiläums “150 Jahre Opernhaus am Ring” vorzustellen, das am 25. Mai 2019 gefeiert wird.

“Die Beziehung zwischen der Staatsoper und Italien ist seit jeher eng. Nicht nur wegen der vielen italienischen Zuschauer. Unzählige italienische Sänger treten in der Staatsoper auf. Und Wien war vom musikalischen Standpunkt aus seit jeher eine italienische Stadt. Man denke nur an die vielen italienischen Komponisten, die in der Monarchie in Wien tätig waren und für die Kaiserfamilie italienische Opern geschrieben haben. Antonio Salieri beispielsweise war Hofkapellmeister in Wien”, berichtete Meyer im Gespräch mit der APA in Rom.

Die Staatsoper pflegt die Zusammenarbeit mit italienischen Opernhäusern. So ist mit dem San Carlo-Theater in Neapel eine neue Koproduktion von “Cosi fan tutte” (Premiere in Neapel im Herbst 2018, Premiere in Wien im Mai 2020) mit zwei Mutis geplant: Während Chiara Muti die Regie der Mozart-Oper übernimmt, wird Vater Riccardo wie schon bei der Premiere der aktuellen Inszenierung von Roberto de Simone von 1994 am Pult stehen. “Ich bin mit Muti und seiner Familie eng verbunden. Es ist, als wären sie meine eigene Familie”, verrät Meyer.

Mit der Mailänder Scala ist eine Ballettkoproduktion in den zwei kommenden Spielzeiten geplant. Daran arbeitet Meyer mit Scala-Intendanten Alexander Pereira zusammen. Mehr dazu wollte der Staatsoperndirektor jedoch nicht enthüllen.

Das Interesse in Italien für die Staatsoper sei groß, meint Meyer. “In Italien ist man – wie das Gespräch mit den Kollegen gezeigt hat – beeindruckt, dass wir 50 verschiedene Opern und zehn Ballettproduktionen pro Spielzeit aufführen und rund 99 Prozent der Karten verkaufen. Und man bewundert den Einsatz unseres Orchesters, das in seiner doppelten Tätigkeit als Staatsopernorchester und Wiener Philharmoniker oft drei Dienste pro Tag spielt und ein international unvergleichliches Arbeitspensum hat “, berichtet Meyer, der in Rom auch den Intendanten der römischen Oper Carlo Fuortes traf.

In Italien ist Meyer häufig als Jurypräsident italienischer Gesangswettbewerbe unterwegs. Auch ist er Jurypräsident des Tebaldi-Wettbewerbs in San Marino. “Die besten Sänger der neuen Generation zu finden, das ist mein Anliegen. Die Pflege der jungen Sängergeneration ist besonders wichtig und spannend”, meint der Franzose. Italien glänze mit guten Gesangsschulen und -lehrern. “Die junge Generation interessiert sich leidenschaftlich für die Oper. Den Italienern ist die Lust am Gesang nicht verloren gegangen”, sagte Meyer. Italienische Opernsänger würden nach wie vor zu den besten der Welt zählen, obwohl die finanzielle Lage zahlreicher Opernhäuser in Italien nicht einfach sei.

Viele italienische Musiker, die an der Staatsoper engagiert waren, seien mit Erfolg im Ausland unterwegs. “Ich denke an die Dirigentin Speranza Scappucci oder die Sänger Alessio Arduini und Marco Caria, um nur einige zu nennen. Sie gehören einer tollen Generation junger Künstler an. Ihr Erfolg macht mich wirklich glücklich”, sagt Meyer.

Italien, das in den letzten Jahren wieder stärker in den Kulturbereich investiert hat, solle diesen Kurs bewahren, fordert Meyer. “Italien ist ein Land, in dem Kultur Teil der nationalen Identität ist. Ich hoffe, dass auch die neue Regierung den kulturellen Bereich weiterhin fördern wird. Es ist die Pflicht jedes Politikers, die Kultur eines Landes zu pflegen”, meint der Staatsoperndirektor.

Eine besondere Leidenschaft hegt Meyer für die Barockmusik: “Die neapolitanische Oper der Barockzeit ist ein Bereich mit großen Schätzen. Im zweiten Teil des 17. Jahrhunderts war Neapel die wichtigste Musikstadt der Welt. Zahlreiche Komponisten waren hier tätig und schufen wunderschöne Stücke, die zum Großteil noch unbekannt sind. Es gibt in diesem Bereich noch viele Juwelen zu entdecken.”

Von: apa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz