Dumoulin ist in Richtung Gesamtsieg unterwegs

Jungels gewann 15. Giro-Etappe, Dumoulin weiter in Rosa

Sonntag, 21. Mai 2017 | 19:54 Uhr

Der 26-jährige Niederländer Tom Dumoulin ist auf gutem Weg, erstmals eine große Länder-Rundfahrt zu gewinnen. Der Zeitfahr-Spezialist, der oft auch mit den besten Kletterern mithalten kann, trägt beim 100. Giro d’Italia weiter das Rosa Trikot mit jetzt 2:41 Minuten Vorsprung auf den zweitplatzierten Superkletterer Nairo Quintana. Patrick Konrad war als bester Österreicher starker Sechster.

Der Kolumbianer Quintana stürzte am Sonntag auf einer Abfahrt zwar und verletzte sich leicht, sicherte sich als Etappenzweiter in Bergamo hinter dem Luxemburger Bob Jungels aber sechs Sekunden Zeitgutschrift. Auch auf der 15. Etappe von Valdengo über 199 km nach Bergamo in Norditalien verteidigte Dumoulin, Kapitän der Sunweb-Mannschaft, seine Spitzenposition mühelos. Die an Quintana verlorenen Sekunden konnte er verkraften.

Konrad sorgte nach dem sensationellen Etappensieg zum Giro-Auftakt sowie einem späteren dritten Platz von Lukas Pöstlberger für das drittbeste ÖRV-Resultat dieser Jubiläumsauflage des Giro. Der Niederösterreicher vom Team Bora kam zeitgleich mit den Besten ins Ziel. Konrad verbesserte sich damit in der Gesamtwertung auf den 20. Platz.

“Ich wusste, dass ich einer der schnellsten Sprinter bin, der in dieser Gruppe war”, wurde Patrick Konrad in einer Bora-Mail zitiert. “Doch leider hat die Attacke von Jungels am letzten Anstieg richtig gesessen. Daher hatte ich eine kleine Lücke zu ihnen in der Abfahrt, welche ich erst auf der Zielgeraden durch einen 500-m-Sprint schließen konnte.” Im Zielsprint sei er dann ohne Chance gewesen.

Nach einem Ruhetag am Montag kommen am Dienstag und Mittwoch sehr schwere Bergetappen in den Alpen. Für Dumoulin spricht neben seiner aktuellen Topform der Streckenplan: Ausnahmsweise endet der Jubiläums-Giro am kommenden Sonntag in Mailand mit einem weiteren Zeitfahren über 29,3 km. Domoulin hatte am Samstag im Zeitfahren seinen zweiten Etappensieg bei dieser Tour perfekt gemacht.

Für den Esten Tanel Kangert, der die Sonntag-Etappe als Gesamt-Siebenter in Angriff genommen hatte, ging der Giro abrupt zu Ende. 7 km vor dem Ziel in Bergamo prallte der 30-Jährige in einen auf einer Verkehrsinsel stehenden Signal-Pfosten. Dabei brach er sich den linken Ellbogen.

Kangert befand sich zum Zeitpunkt seines Sturzes in der Gruppe mit den Favoriten. Er war der Leader der kasachischen Equipe Astana, die ohnehin schon traumatisiert ist. Bei Astana war auch der Ende April tödlich verunglückte Italiener Michele Scarponi, der Giro-Gesamtsieger von 2011, unter Vertrag gestanden.

Von: APA/dpa