Ähnlicher Grad an Autonomie wie in Südtirol angestrebt

Kampagne über Autonomie-Referendum in Lombardei und Venetien beginnt

Freitag, 22. September 2017 | 10:50 Uhr

Neun Tage vor dem umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien beginnt in den norditalienischen Regionen Lombardei und Venetien eine Kampagne für eine Autonomie-Volksbefragung am 22. Oktober. Dabei sollen sich die Wähler zur Frage äußern, ob der Region “zusätzliche Formen der Autonomie” gewährt werden sollen.

Das Ergebnis der Befragung ist nicht verbindlich. Ziel der beiden von der föderalistisch orientierten Lega Nord regierten Regionen ist, nach dem Referendum Verhandlungen mit der Regierung in Rom aufzunehmen, um die regionalen Kompetenzen auszudehnen.

Venetien befinde sich zwischen zwei Regionen mit Sonderstatut, Trentino-Südtirol und Friaul-Julisch Venetien, argumentierte der Präsident Venetiens, Luca Zaia. “Während diese beiden Regionen 90 Prozent der Steuergelder behalten können, müssen wir Venezianer 15 Milliarden Euro pro Jahr nach Rom schicken. Wir wollen Herr in unserem Haus sein”, so Zaia im Interview mit der Tageszeitung “Il Fatto Quotidiano” am Freitag. Das Referendum über die Autonomie in der Lombardei und in Venetien müsse wie die Proteste in Barcelona ernst genommen werden, mahnte Zaia, Spitzenpolitiker der ausländerfeindlichen Oppositionspartei Lega Nord.

Zaias Ziel sind nicht die Vereinigten Staaten Europas, sondern ein Europa der Kantone nach Schweizer Modell. “Alle sind terrorisiert vor der Aussicht, dass sich Staaten ändern könnten. Doch auch die Dinosaurier sind verschwunden”, meinte Zaia.

Gewählt wird am 22. Oktober mit einem elektronischen System, wie der Präsident der Lombardei, der Lega-Nord-Politiker Roberto Maroni, ankündigte. Sollte eine große Mehrheit der lombardischen Wählerschaft “Ja” zum Referendum sagen, will Maroni Druck auf Rom machen, damit mindestens 50 Prozent der Steuergelder, die die Lombardei nach Rom entsendet, in der Region bleiben. Damit könnte die Lombardei über zusätzliche 27 Milliarden Euro pro Jahr verfügen, argumentierte Maroni.

Die Demokratische Partei (PD) um Ex-Premier Matteo Renzi kritisierte die Volksbefragung, die nicht verbindlich sei und die öffentlichen Kassen teuer zu stehen komme. Die Region habe bereits mehrere Millionen Euro für den Erwerb von Tablets locker gemacht, mit denen elektronisch gewählt werden soll. Darüber hinaus habe die Lombardei öffentliche Gelder für 15 Werbespots in verschiedenen Varianten des lombardischen Dialekts ausgegeben, die von regionalen TV-Kanälen vor dem Referendum ausgestrahlt werden sollen. “Das ist reine Verschwendung öffentlicher Gelder”, meinte Landwirtschaftsminister Maurizio Martina (PD).

Von: apa

Kommentare

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10 Kommentare auf "Kampagne über Autonomie-Referendum in Lombardei und Venetien beginnt"


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anonymous
anonymous
Tratscher
25 Tage 1 h

Italienische versinkt,es isch höchste Zeit ,los von Rom

iuhui
iuhui
Superredner
24 Tage 23 h

recht hosch! Lai interessant, dass sie ober olle die unità d’Italia feiern…

iuhui
iuhui
Superredner
25 Tage 1 h

Renzi sollte nur eines machen: still sein!

CH-1964
CH-1964
Grünschnabel
23 Tage 22 h

wieso sind es eigentlich immer die gut situierten sie weg wollen? Wohl reiner Zufall..

Tabernakel
23 Tage 20 h

Egoismus und Unsolidarität.

traktor
traktor
Superredner
23 Tage 16 h

@Taberlaggl
solidarität???
mit denen die sich durch unsere arbeit eingetriebenes steuergeld bereichern und durchschnorren???
und du bist auch noch für den import aus fremden ländern…
man sieht das du nicht arbeitest und keine steuern zahlst und keine familie ernährst…

Tabernakel
23 Tage 14 h

@traktoru
Ich verdiene mehr wie Du, fahre das größere Auto, habe die geilere Frau und eine Yacht in Bibione.
Du Schnorrer willst mir sagen wo es langgeht?

Versuch es mal mit Leistung und Arbeit damit Du es zu etwas bringst.

Warum soll ich mit Dir solidarisch sein und Dich Arbeitslosen bezahlen?

Du bist ein armseeliger Schnorrer. Fiat fahren ist etwas was für die untere Kaste.
Bitte ziehe aus meiner Nachbarschaft sofort weg!!

schleifer
schleifer
Grünschnabel
25 Tage 2 h

Der Anfang vom Ende?

Etschi
Etschi
Tratscher
24 Tage 22 h

Das Ergebnis des Referendums ist nicht bindend und wird von der Regierung/vom Parlament nicht einmal beachtet werden…

…also reine Verschwendung öffentlicher Gelder!

Willi
Willi
Grünschnabel
24 Tage 22 h

lombardei venetie uns trentino südtirol, a storker stoot finanziell und gleichmäßig zumindest

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