Dauerthema flammt immer wieder auf

Kirchenbesitz: Papst für Besteuerung, wenn…

Mittwoch, 16. September 2015 | 11:46 Uhr

Rom – In Italien tobt seit Jahren ein Streit um die Besteuerung von Kirchenbesitz. Jetzt hat sich Papst Franziskus laut einem Bericht von Standard-Online mit der Besteuerung von Kirchenbesitz in Italien einverstanden gezeigt, sofern damit Gewinne erzielt werden.

Vielfach würden Klöster in Hotels umgewandelt, um den Kirchenbesitz zu erhalten. "Wer dies macht, soll Steuern zahlen", sagte der Papst. Eine katholische Schule solle hingegen keine Steuern zahlen müssen.

Dass auch die katholische Kirche und andere Non-Profit-Organisationen besteuert werden sollen, wird in Italien immer wieder gefordert. Es ist sozusagen ein Dauerthema.

In Italien waren kirchliche Immobilien von der Immobiliensteuer von Anfang an befreit, soweit sie Kultzwecken oder "besonders verdienstvollen Aktivitäten" dienten. Die Auslegung der Gesetzeslage bei kommerziellen Aktivitäten kirchlicher Institutionen bedurfte immer wieder Klärungsbedarf.

Katholische Schulen werden künftig besteuert

Im Juli entschied der oberste Gerichtshof des Landes, dass künftig auch katholische Schulen Grundsteuer bezahlen müssen. Die Befreiung von der Steuer gelte nur für Immobilien, die ausschließlich religiösen und kultischen Zwecken dienten oder für nichtkommerziell geführte schulische Einrichtungen, heißt es im Urteil.

Weil katholische Schulen aber Gebühren einheben, sei ihr Betrieb kommerziell. Nur der Nachweis, dass kein Gewinn angestrebt werde, reiche nicht mehr aus, so die Richter.

Welche Meinung haben Sie zu dem Thema? Sollten kirchliche Einrichtungen generell besteuert werden?

Von: ©lu