Der Zustand des Managers hatte sich zuletzt verschlechtet

Langjähriger Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne gestorben

Mittwoch, 25. Juli 2018 | 15:18 Uhr

Der langjährige Chef der Autobauer Fiat Chrysler (FCA) und Ferrari, Sergio Marchionne, ist tot. Der 66-jährige Topmanager, der Fiat 14 Jahre lang geführt und den Autokonzern vor der Pleite gerettet hat, starb auf der Intensivstation der Zürcher Universitätsklinik, in die er vor drei Wochen eingeliefert worden war. Der Tod wurde am Mittwoch von FCA bestätigt.

Nach einem chirurgischen Eingriff Ende Juni seien “plötzliche und unerwartete Komplikationen” aufgetreten. Marchionne war im Koma in die Schweiz geflogen worden. Der Tod sei auf einen Herzstillstand zurückzuführen, verlautete es aus Kreisen rund um die Familie Marchionnes. Das Unternehmen und die italienische Politik trauern um den bekanntesten Spitzenmanager des Landes.

Die Unternehmerfamilie Agnelli, die über die Finanzholding Exor Mehrheitsaktionär von Fiat Chrysler (FCA) ist, sprach am Mittwoch ihr Mitgefühl aus. “Leider ist das passiert, was wir befürchteten. Unser Freund Sergio hat uns verlassen”, sagte FCA-Verwaltungsratspräsident John Elkann. “Der beste Weg, um ihn zu würdigen, ist jene Werte von Menschlichkeit, Verantwortung und intellektueller Offenheit hochzuhalten, die typisch für Marchionne waren. Ich und meine Familie werden ihm immer für seine Leistungen dankbar sein”, so Elkann.

Im italienischen Parlament wurde eine Schweigeminute zu Marchionnes Ehren gehalten. Die drei Fahnen mit dem FCA-Logo vor dem Eingang des Turiner Hauptquartiers der Autogruppe wurden als Zeichen der Trauer auf Halbmast gesetzt.

Italiens Staatschef Sergio Mattarella schrieb, dass Italien einen großen Industriekapitän verloren habe. “Marchionne hat eine wichtige Seite der italienischen Industriegeschichte geschrieben”, so Mattarella. Auch Ex-Premier Paolo Gentiloni kondolierte der Familie. “Danke für die Arbeit, die Anstrengung und die Resultate”, twitterte Gentiloni.

Marchionne starb am Tag des Debüts seines Nachfolgers, dem Briten Mike Manley. Der Italo-Kanadier Marchionne hätte eigentlich erst im April kommenden Jahres das Zepter an einen internen Nachfolger übergeben sollen. Fiat und Ferrari hatten dann aber bereits am Samstag bekannt gegeben, dass der Topmanager die Posten des Vorstandschefs beim italienisch-amerikanischen Autobauer Fiat Chrysler Automobiles (FCA) und bei der Tochter Ferrari aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr wahrnehmen kann.

Marchionne galt als Visionär, aber auch als harter Verhandlungspartner für Gewerkschaften und in der Formel 1. Mit markigen Sprüchen machte er sich weltweit einen Namen. Sein Tod wird von vielen Menschen in Italien als das Ende einer Ära gesehen. Der Italiener mit kanadischem Pass war 2004 an die Fiat-Spitze gerückt, als das Turiner Unternehmen kurz vor der Pleite stand. Zehn Jahre später fädelte Marchionne die Übernahme des ebenfalls schwer angeschlagenen US-Rivalen Chrysler ein.

Seit der Fusion der beiden Autobauer im Herbst 2014 stieg der Wert der Aktie um fast 350 Prozent – und damit so stark wie bei keinem anderen Unternehmen der Branche. Als wichtiges Vermächtnis Marchionnes gilt auch die Konzentration auf Nischenmarken. Zum Ende seiner Karriere bei FCA hatte der Manager sein letztes großes Ziel erreicht und die Schuldenfreiheit des Unternehmens für Ende Juni verkündet.

An der Spitze von Fiat steht nun der Chef der US-Geländewagen-Tochter Jeep, Mike Manley. “Marchionne war ein besonderer Mensch”, sagte Manley vor der Vorstellung der Halbjahresergebnisse am Mittwoch. Neuer Ferrari-Chef wurde Louis Camilleri, der zuvor unter anderem leitende Positionen beim Tabakmulti Philip Morris innehatte.

Nach dem Tod von Marchionne blickt der Konzern pessimistischer in die Zukunft. Das Unternehmen schraubte seine Prognose für den Umsatz im Gesamtjahr von bisher 125 Mrd. auf 115 bis 118 Mrd. Euro herunter. Die FCA-Aktie an der Mailänder Börse verlor nach Veröffentlichung der Halbjahresergebnisse 10 Prozent auf 14,98 Euro.

Von: APA/dpa

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8 Kommentare auf "Langjähriger Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne gestorben"


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Wohlzeit
Wohlzeit
Tratscher
21 Tage 22 h

Er ruhe in Frieden

Kurti
Kurti
Tratscher
21 Tage 23 h

RIP hot die Fiat grettet kob

der echte Aaron
der echte Aaron
Superredner
21 Tage 14 h

Die was S. Marchionne loben, kann ich mich nicht anschließen. Er hat Lancia volle an die wand gefahren, bei Alfa war es auch nicht weit. 

realist 2
realist 2
Neuling
21 Tage 13 h

Glaub du hast da wohl nichts mitbekommen! Er hat Fiat und Alfa gerettet und Lancia war bereits tot.

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
21 Tage 55 Min

hast keine Ahnung,er hat Fiat von der Pleite gerettet,was hätte es genützt ,wenn er Lancia und Alfa marode Kisten ohne Erfolgsaussicht weitergebaut hätte,dann wäre auch Fiat schon lange in der Versenkung verschwunden.Marchionne ist eine ganz grosse Chorifee und hat vielen Menschen sei es bei Chrysler in den Usa als auch beim Werk Mirafiori in Italien die Arbeitsplätze gerettet.Hätte er dies nicht so entschieden gäbe es die Automarken inklusiv Alfa-Ferrari-Lancia Fiat -NICHT MEHR!!!! Ein ganz grosser Mann ruhe in Frieden!!!!!

m69
m69
Universalgelehrter
21 Tage 22 h

R.I.P.

nobody
nobody
Superredner
21 Tage 15 h

Sergio Marchionne war ein Pionier, „un Grande!“ Mein herzliches Beileid an die Hinterbliebenen….

Loewe
Loewe
Superredner
21 Tage 4 h

lass ihn ruhen in Frieden!
Er war wirklich eine sehr fähige Person!!!

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