Haselnüssen waren zum Beispiel Erdnüsse beigemischt

Lebensmittel im Wert von 230 Millionen Euro beschlagnahmt

Dienstag, 25. April 2017 | 18:54 Uhr

Bei einer gemeinsamen Razzia von Europol und Interpol sind weltweit “potenziell gefährliche” Lebensmittel im Wert von 230 Millionen Euro beschlagnahmt worden. Es handelte sich um alltägliche Produkte wie Mineralwasser, Wein und Olivenöl bis hin zu Luxuswaren wie Kaviar. Die internationalen Behörden beschlagnahmten 9.800 Tonnen Lebensmittel und mehr als 26 Millionen Liter Getränke.

Der Einsatz namens “Opson VI” fand Ende 2016 und Anfang 2017 in 61 Ländern statt, darunter auch Österreich und 20 weitere EU-Staaten. Wie viele Produkte in Österreich beschlagnahmt wurden, war noch unklar, sagte ein Europol-Sprecher auf APA-Anfrage. Die genauen Zahlen wurden noch nicht übermittelt. Ein detaillierter Bericht zur Operation wird erst in den kommenden Monaten erstellt.

In Deutschland kontrollierten die Lebensmittelüberwachungsbehörden schwerpunktmäßig Haselnussprodukte – insgesamt 545 Tonnen Ware, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mitteilte. Gerösteten gehackten Haselnüssen aus Georgien waren zum Beispiel acht Prozent Erdnüsse beigemischt, bei Haselnusspaste aus Italien wiesen die Behörden in einem Fall bis zu 45 Prozent Cashewnüsse nach, in einem anderen rund 27 Prozent Mandeln – und zwar ohne Kennzeichnung. Da bestimmte Nüsse bei manchen Menschen Allergien auslösen können, ist die Beimischung gesundheitsgefährdend. Alle Produkte wurden beschlagnahmt.

In Frankreich fanden die Kontrolleure Würzwürfel mit falschen Aufklebern. In Portugal beschlagnahmten die Behörden nach mehrwöchigen Ermittlungen mehr als 300.000 Dosen mit Sardinen, die kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums in Tomatensoße gelegt und neu verpackt worden waren.

In Italien zogen die Kontrolleure gepanschten Rotwein aus dem Verkehr – minderwertige Ware wurde mit reinem Alkohol versetzt, um den Alkoholgehalt heraufzusetzen. In Dänemark kam heraus, dass viele Olivenöle der ersten Güteklasse Extra Vergine nur Öle der minderen Güteklasse Lampant waren – so wird ein Olivenöl genannt, das aus verdorbenen, vom Boden aufgesammelten Oliven hergestellt wird. In Spanien wurden Muscheln verkauft, die für den menschlichen Verzehr nicht geeignet sind.

Von: APA/ag.