"Autonomie könnte besser verwaltet werden"

Lega Nord-Chef: “Südtirol gibt zu viel für falsche Flüchtlinge aus”

Montag, 04. Dezember 2017 | 17:50 Uhr

Der Chef von Italiens ausländerfeindlicher Lega Nord, Matteo Salvini, kritisiert, dass Südtirol zu viel Geld für “falsche Flüchtlinge” ausgibt. “Die Südtiroler Autonomie könnte besser verwaltet werden. Zu viele Ressourcen landen in Südtirol bei falschen Flüchtlingen”, so Salvini bei einem Besuch in Bozen laut der italienischen Nachrichtenagentur ANSA:

“Die Lega Nord ist als Partei zur Förderung der Autonomie entstanden, von Südtirol bis Sardinien, von der Lombardei bis nach Apulien. Wir sind die Alternative zur Globalisierung, zur Entwurzelung und zur Nivellierung, wie es die EU fordert. Wir sind ein Gesprächspartner für all jene, die um die Freiheit auf dem eigenen Gebiet kämpft, ohne sich mit der Linken verbünden zu wollen, die seit jeher gegen die Autonomie ist”, kommentierte Salvini.

Der 44-jährige Salvini hatte die Parteiführung der Lega Nord 2013 übernommen und die Partei nach einem Skandal um veruntreute Parteigelder wieder zu neuen Erfolgen geführt. Unter Salvini trat die Partei zuletzt weniger sezessionistisch auf und positionierte sich zunehmend als rechtspopulistische, EU-kritische und klar ausländerfeindliche Partei nach dem Vorbild der französischen Front National.

Die Lega Nord will bei den Parlamentswahlen in allen Regionen und nicht nur im Norden mit eigenen Kandidaten am Wahlkampf teilnehmen. Salvini hofft somit, zum neuen starken Mann des Mitte-Rechts-Lagers aufzurücken und als Premierkandidat ins Rennen gehen. Dagegen wehrt sich jedoch Ex-Premier Silvio Berlusconi, dessen konservative Partei Forza Italia die Konkurrenz durch die Lega zu spüren bekommt.

Von: apa

Bezirk: Bozen