Bedeutendes Manuskript

Leonardo da Vincis “Codex Leicester” bald wieder in Italien

Samstag, 25. November 2017 | 08:50 Uhr

Der “Codex Leicester”, eines der bedeutendsten Manuskripte von der Hand Leonardo da Vincis (1452- 1519), kehrt nach über 20 Jahren wieder nach Italien zurück. Er wird im Oktober 2018 in den Uffizien einige Monate vor den 2019 beginnenden Feierlichkeiten für den 500. Todestag des toskanischen Renaissance-Genies ausgestellt, teilte Uffizien-Direktor Eike Schmidt mit.

Der Codex wird den Uffizien von seinem Eigentümer, Microsoft-Gründer Bill Gates, geliehen und bis Jänner 2019 in Florenz bleiben, berichtete Schmidt nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA. “Wir sind besonders stolz, die weltweiten Feierlichkeiten für Leonardo mit einer Ausstellung von enormen Wert zu starten”, berichtete Schmidt. Der Uffizien-Direktor wechselt ab der zweiten Hälfte 2019 zum Kunsthistorischen Museum (KHM) in Wien.

Gates hatte den Codex 1994 bei einer Auktion für 30,8 Millionen Dollar ersteigert und bereits für Ausstellungen in mehreren Städten zur Verfügung gestellt. Die Handschrift auf 18 eng in Spiegelschrift beschriebenen und mit vielen Zeichnungen versehenen, zu 72 Seiten gefalteten Doppelblättern hatte der italienische Renaissance-Maler und Bildhauer zwischen 1506 und 1510 verfasst. Sie enthält eine Fülle von Naturbeobachtungen, technischen Skizzen, Erfindungen, Spekulationen und Gedankenspielen. Die Niederschrift zeichnete ein Bild vom Körper der Erde als lebendigen Organismus. Hauptthema ist das Wasser.

Zuletzt war der Codex 2015 in Minneapolis ausgestellt worden. In Italien war das Manuskript zuletzt 1995 im Palazzo Querini Dubois in Venetien ausgestellt worden. 1982 hatte Florenz dem Codex eine Sonderausstellung gewidmet. Der Codex ist das einzige Manuskript Leonardos, das sich in privaten Händen befindet und zudem das teuerste, das jemals erstanden wurde. Leonardo verfasste ihn in Spiegelschrift – laut Experten nicht deshalb, weil er jemanden auf den Arm nehmen wollte, sondern weil es für ihn offensichtlich einfacher war, von rechts nach links zu schreiben.

1717 erwarb Thomas Coke, Graf von Leicester, den Codex. Seine Nachfahren bewahrten das Manuskript bis ins späte 20. Jahrhundert auf. Der US-Öltycoon Armand Hammer kaufte es 1980 um 5,6 Millionen Dollar und benannte es mit dem neuen Namen “Codex Hammer”. Gates griff nach seinem Kauf im November 1994 auf den alten Namen Codex Leicester zurück.

Von: apa