Das Rettungsschiff "Lifeline" durfte am Mittwoch in Malta anlegen

“Lifeline”-Kapitän kommt auf Malta vor Gericht

Donnerstag, 28. Juni 2018 | 20:05 Uhr

Der deutsche Kapitän des Rettungsschiffs “Lifeline” soll auf Malta vor Gericht gestellt werden. Claus-Peter Reisch werden Verfehlungen im Zusammenhang mit der Registrierung des Schiffes vorgeworfen, wie der maltesische Rechtsbeistand Neil Falzon der Dresdner Organisation Mission Lifeline am Donnerstag mitteilte. Gerichtstermin sei am Montag.

“Wir werden unser Möglichstes tun, um diese Sache aufzuklären und sicherzustellen, dass Hilfsorganisationen nicht zum Ziel werden, weil sie Menschen in Seenot retten”, sagte Falzon. Ein Sprecher des Büros von Premier Joseph Muscat bestätigte die Vorwürfe, machte aber keine weiteren Angaben.

Das Schiff fährt nach Angaben der Dresdner Hilfsorganisation unter niederländischer Flagge, was die dortigen Behörden aber bestreiten. Das Schiff ist nur im Register des Wassersportverbandes eingetragen.

Die “Lifeline” hatte vor einer Woche rund 230 Migranten vor Libyen gerettet und war danach tagelang auf Hoher See blockiert, weil kein Staat ihr einen Hafen zuweisen wollte. Schließlich durfte es am Mittwoch einen Hafen auf Malta anlaufen.

Die Aktivisten ließen danach die Zukunft solcher Missionen offen. Man könne noch keine Aussage dazu machen, ob man gleich wieder rausfahre, sagte Sprecherin Marie Naass am Donnerstag in Berlin. Das müsse man erst innerhalb der Organisation besprechen. Wenn man nicht mehr vor Ort sei, würden Menschen im Mittelmeer sterben. “Wir wissen aber auch, dass unsere Arbeit massiv erschwert wird – und wir können so eine ‘Lifeline’-Situation nicht jede Woche haben.”

Kapitän und Crew seien in einem Hotel in Malta sicher untergebracht worden, sagte Naass. Man kooperiere mit den Behörden in Malta und gebe alle gewünschten Informationen weiter. Auf Twitter rief die Organisation zu neuen Spenden auf.

Man wisse aufgrund des zunehmenden Drucks europäischer Regierungen nicht, ob man Malta weiterhin als operative Basis nutzen könne, sagte Johannes Bayer von der Hilfsorganisation Sea-Watch. Er kritisierte die EU-Regierungen, die sich einer Aufnahme der Flüchtlinge verweigerten. “Jedem hier muss bewusst sein, dass, wenn wir diesen Weg weitergehen, dann gehen wir da über Leichen.”

Die Aktivisten sehen sich als Opfer einer Kriminalisierungskampagne. “Wir werden zu Sündenböcken gemacht für eine gescheiterte Migrationspolitik auf europäischer Ebene”, sagte Naass. Die “Lifeline” habe sich an alle internationalen Konventionen gehalten.

Die maltesische Regierung erklärte, dass mittlerweile auch Norwegen zugestimmt habe, Flüchtlinge des Schiffs aufzunehmen. Damit sind es insgesamt neun europäische Länder. Deutschland sieht sich bisher nicht in der Pflicht, obwohl mehrere Bundesländer Hilfe angeboten haben. Deutschlands Innenminister Horst Seehofer (CSU) nannte Bedingungen für eine mögliche Aufnahme. Eine Voraussetzung sei, dass das Schiff festgesetzt werde. Populistische Äußerungen aus dem Innenministerium seien es nicht wert, kommentiert zu werden, entgegnete Naass.

234 Migranten sind nach Angaben der maltesischen Regierung im Hafen in Senglea vor Valletta an Land gebracht worden. Sechs Menschen, darunter drei Babys, kamen in ein Krankenhaus auf der Mittelmeerinsel. Mission-Lifeline-Sprecher Axel Steier erzählte bei der Ankunft der Migranten, viele seien in Libyen gefoltert worden. Ein zweijähriges Kind sei alleine auf dem Schiff gewesen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. “Es ist eine Schande, dass Deutschland nicht angeboten hat, ein paar Migranten zu übernehmen.”

Die Vereinten Nationen kritisierten die Europäische Union wegen des Mittelmeer-Dramas scharf. Weil die EU politisch gelähmt sei, müssten Unschuldige leiden, monierten das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) und die Internationale Organisation für Migration (IOM). Sie verlangten vor dem EU-Gipfel in Brüssel am Donnerstag, die EU-Staaten müssten schnellstens eine gemeinsame Lösung für die ganze Region finden, um weiteres unnötiges Sterben auf See zu verhindern.

Von: APA/dpa

Kommentare

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16 Kommentare auf "“Lifeline”-Kapitän kommt auf Malta vor Gericht"


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Goggi
Goggi
Grünschnabel
19 Tage 22 h

wenn es ein deutsches Rettungsschiff ist, können sie gerne die Deutschen nehmen. Wenn es ein holländisches ist die Holländer usw. und so fort… dann schauen wir mal , wie lange dieses Business noch anhaltet…

krakatau
krakatau
Universalgelehrter
19 Tage 20 h

Die UNHCR soll sich besser darum kümmern dass die korrupten Banditen die die Herkunftsländer der Flüchtlinge regieren davongejagt werden. Denn diese Länder sind reicher wie Europa (Bodenschätze, Klima) und niemand verlässt seine Heimat freiwillig. Diese ganzen “Gutmenschenorganisationen” verändern gar nichts ausser die Vernichtung europäischer Kultur. Jährlich werden 132 Milliarden “Entwicklungshilfe gezahlt, dazu noch Spenden und Hilfslieferungen – und alles frisst die Korruption. Dort und nur dort muss sich etwas verändern.

m69
m69
Superredner
20 Tage 28 Min

… aber die Schlepper und deren Prozedere wurden nicht verteufelt….
arme EU! 

andr
andr
Superredner
19 Tage 23 h

Das schlepper die Menschen wissend in den Tod schicken betonen sie jedoch nicht auch dafür werden die Länder zur Verantwortung gezogen und wie viel bereits aufgenommen und versorgt wurden auch nicht und das integrationsprojekte in Milliarden Höhe laufen auch nicht also bitte! die Überforderung der Länder ist doch sichtbar also muss man den Strom regeln davon bin auch ich überzeugt

Tantemitzi
Tantemitzi
Superredner
19 Tage 23 h

hmmmm  vielleicht missat man schun von Foll zu Foll entscheiden darfn!  Net jeder, der sich als Flüchtling ausgibt isch a oano!  Und de selbsternannten Retter de noa a no entscheiden in welchn Hafen sie mit 200-300-600 Menschen an Bord einlafn muss man schun einbremsen kenn!  Is jeweilige Lond soll schun no selbo entscheiden ob sie no Menschen aunemm kenn odo net!  Wieviel schreckliche Bildo von überfüllten Auffanglagern hom mir schun gsechn…… 

Staenkerer
19 Tage 20 h
aha, allso solln in zukunft olle rettungsschiffe, egal unter welche flagge de kreuzn und ob se zu de registrierten organisationen zähln oder nit, selber bestimmen wem sie wo hin bringen, des lond hot stillschweigend zu folgn … fahlt lei no das de “geretteten” obstimmen dorfn wo hin man sie zu bringen hot! oll jene 100.000de de italien aufgenummen und beherbert hobn zähln nix mehr, oll jene de die itienischen schiffe und jehne der anerkannten organisationen gerettet hobn wern nit erwähnt, jetz zählt lei mehr das de privaten, de nimmer tien derfn wos se welln und italien sich weigert de olle… Weiterlesen »
traktor
traktor
Universalgelehrter
19 Tage 10 h

wann wird das schiff versteigert um die spesen zu decken??
steigere mit!

Staenkerer
19 Tage 9 h

neun europäiache länder toaln, noch an einwöchigen hick, hack 240 flüchtlinge auf und de deutsch-holländisch sportbootbelegschoft wwlln jetz spenden um weitermochn zu kennen??? jo wo welln se nor de nächsten hinbringen???
nemmt ihnen des boot und schickt se hoam orbeitn, vieleicht werd nor wenigstens oan schlepper orbeitslos!

Tabernakel
19 Tage 9 h
sou ischs
sou ischs
Tratscher
18 Tage 19 h

i zb….und???….wos intressiertis???
an feichtn

moeschba
moeschba
Grünschnabel
19 Tage 15 h

i wa a dofir wenns a deitschis schiff isch, dass die dlüchtlinge deitschlond kemm. wos mi intressierat wa wer dei schiffe finanziert…. san des vielleicht tesla schiffe wos mit strom foung und kuan nafta brauchn?

maria zwei
maria zwei
Superredner
18 Tage 21 h

moeschba…..Soros?!?!?!

Marco schwarz
Marco schwarz
Tratscher
18 Tage 23 h
Organisationen wie Lifeline usw. fördern das Schlepperhandwerk. Die Schlepper bringen die Menschen mit Schlauchbooten aufs Meer, waren bis Schiffe von Hilfsorganisationen in der Nähe sind, dann lassen sie die Schlauchboote alleine und hauen mit Motorboot ab. Also, Lifeline: erklärt mir bitte was ihr da tut??? Oder verdient ihr auch daran? Habt ihr eigentlich mal daran gedacht WEN ihr da aufnehmt? Sind das Flüchtlinge oder Wirtschaftsmigranten? Sind das Menschen die arbeiten wollen, oder solche die aufgrund deren Taten vom jeweiligen Herkunftsland fliehen müssen? Aber das fragt ihr euch nicht, gel? Erst mal Pseudorettungen machen, aber dann keinen Plan wohin mit den… Weiterlesen »
Gredner
Gredner
Superredner
18 Tage 20 h

“gescheiterte Migrationspolitik” heisst das jetzt? Seit wann ich illegale Einwanderung ein Menschenrecht?

Wenn man die deutschen Medien liest, dann sieht man aus den dortigen Kommentaren, dass die Deutschen ebenso mit Italien einverstanden sind und Salvini&Co für ihre Entscheidungen loben. Lediglich Merkel&Co (sowie die Mainstream-Medien) halten stur an der Meinung fest, dass man diesen “Flüchtlichen” helfen muss. Ich frage mich nur, wer noch in Deutschland bereit ist für diese NGOs zu spenden.

Firewall
Firewall
Grünschnabel
18 Tage 14 h

Langsam kommt Wind in den Segeln Forza Salvini!!!

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