Italiens reichste Regionen streben Autonomiestatut nach Südtiroler Modell an

Autonomiereferendum: Quorum in Venetien erreicht

Sonntag, 22. Oktober 2017 | 22:00 Uhr
Update

Venedig/Mailand – Wie am Sonntagabend bekannt wurde, wurde um 19.00 Uhr in Venetien das für die Gültigkeit notwendige Quorum von 50 Prozent erreicht. In Mailand liegt lag um 19.00 Uhr die Beteiligung bei etwas über 31 Prozent. In der Lombardei war für die Gültigkeit des Referendums keine Mindesbeteiligung vorgesehen.

Was bisher berichtet wurde(21/10):

Während Europa auf die Entwicklungen in Barcelona blickt, findet am Sonntag in zwei Regionen Norditaliens ein Referendum über zusätzliche Autonomie statt. In den beiden reichsten Regionen Italiens – Lombardei und Venetien – sind mehr als zehn Millionen Bürger dazu aufgerufen, über mehr regionale Kompetenzen abzustimmen.

Im Rahmen der italienischen Verfassung fordert die föderalistisch gesinnte Lega Nord, die in beiden Regionen regiert, eine Ausweitung der Autonomie auf Grundlage des Paragrafen 116, der die regionalen Kompetenzen regelt. Das Ergebnis der Befragung ist nicht bindend.

Ziel der Lega Nord regierten Regionen ist es, nach dem Referendum Verhandlungen mit der Regierung in Rom aufzunehmen, um die regionalen Kompetenzen auszuweiten. Für die Gültigkeit des Referendums gibt es in der Lombardei kein Quorum. In Venetien liegt das Quorum bei 50 Prozent. Je höher die Wahlbeteiligung sein wird, desto stärker werde jedoch das Verhandlungsgewicht der Regionen bei den Gesprächen mit Rom sein, argumentiert die Lega Nord.

Von: apa