Die Deutschen haben offenbar Interesse an den Italienern

Lufthansa signalisiert “strategisches Interesse” an Alitalia

Montag, 25. Juni 2018 | 13:49 Uhr

Die AUA-Mutter Lufthansa zeigt wieder Interesse an der Alitalia. Lufthansa-Chef Carsten Spohr signalisierte in einem Schreiben an Italiens Vizepremier und Arbeitsminister Luigi Di Maio sein “strategisches Interesse” an der Alitalia, berichtete die römische Tageszeitung “Il Messaggero” in ihrer Montagsausgabe.

Damit eröffnet die Lufthansa offiziell die Verhandlungen um den Alitalia-Verkauf, der nach den Parlamentswahlen am 4. März und einem langen Regierungsvakuum in Rom de facto eingefroren war. Die Lufthansa bekräftigte in dem Schreiben ihren Willen, in den Flughafen Rom Fiumicino zu investieren, der für die Entwicklung der Alitalia und der Lufthansa in Italien als von wesentlicher Bedeutung betrachtet werde, hieß es im Schreiben laut “Il Messaggero”.

Lufthansa drängt auf eine weitere Senkung der Personalkosten bei Alitalia, die laut Spohr maximal 7.000 Mitarbeiter zählen sollte. Derzeit beschäftigt die Airline 12.400 Personen. Das Thema Personalabbau könnte zu einem Streitpunkt bei Verhandlungen mit der italienischen Regierung werden, berichtete das Blatt.

Die neue Regierung aus der Lega und der Fünf-Sterne-Bewegung hat in ihrer Regierungsvereinbarung festgehalten, dass Alitalia nicht nur gerettet werden, sondern “im Rahmen eines nationalen Verkehrsplans” neu aufgestellt werden müsse. Alitalia schreibt seit Jahren Verluste. Im Mai 2017 wurde die Airline unter kommissarische Aufsicht gestellt, nachdem ein Sanierungsplan gescheitert war, der Lohnkürzungen und Stellenstreichungen vorsah. Der italienische Staat meldete im Jänner einen 900 Millionen Euro schweren Überbrückungskredit für Alitalia bei der EU an.

Von: apa

Kommentare

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4 Kommentare auf "Lufthansa signalisiert “strategisches Interesse” an Alitalia"


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Orschgeige
Orschgeige
Superredner
27 Tage 20 h

Lufthansa ist aus Sicht der italienischen Konsumenten wohl die schlechteste aller Lösungen. Bereits heute kontrolliert Lufthansa mehrheitlich den Langstrecken-Markt. Aber auch auf Kurz- und Mittelstrecke hat Lufthansa kein Interesse, den Hub-Routen über Frankfurt und München, Konkurrenz zu machen. Direktrouten innerhalb Europas sind auch kaum zu erwarten, da dort Raynair oder andere Billiganbieter nicht zu schlagen sind. Fazit: Die Strategie von Lufhansa kann nur sein, sich einen potentiellen Mitbewerber vom Hals zu schaffen und die italienischen Flughäfen endgültig in das Lufthansa-Netz einzubinden. 

anonymous
anonymous
Superredner
27 Tage 22 h

Gut so,kauft diesen Schrott,

Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
27 Tage 17 h

@ Orschgeige
Sehr richtig,die italienischen Flughäfen ans eigene Netz anbinden und die noch übrigen Angestellten als billige Dienstboten zu versklaven ansonsten werden diese einfach fristlos gefeuert. Aber die jetzige Regierung ist sich dessen sehr wohl bewusst und  wird sich von der hochnasigen Avance wohl nicht über den Tisch ziehen lassen.Eine klevere Lösung wär den Ladung komplett zu machen und eventuell mit einen anderen seriösen Partner von Grund auf anfangen.

Jo73
Jo73
Tratscher
27 Tage 1 h
da hats ja lauter Wirtschaftsexperten hier im Forum. Es gibt zwei Lösungen: 1.) Alitalia geht Pleite (was so sicher ist wie das Amen in der Kirche, wenns so weiter läuft), dann wird die Airline verscherbelt, zerteilt und es werden tausende Leute ihren Job verlieren. 2.) Alitalia wird von einer etablierten Airline übernommen, die Leute haben ein sicheres Gehalt nach Tarif. Natürlich werden Jobs auch da wegfallen, sie Alitalia ist nun mal nicht umsonst ein Sanierungsfall. Aber den Experten ist ja wie immer die Lösung zu wider, die mit einem deutschen Unternehmen zu tun hat. Im Übrigen Mikeman: Wenn Sie unterstellen,… Weiterlesen »
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