Das Gespräch dauerte ungewöhnlich lange

Macron warb beim Papst für europäische Migrations-Lösung

Mittwoch, 27. Juni 2018 | 01:24 Uhr

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist mitten im EU-weiten Migrationsstreit mit Papst Franziskus zusammengekommen. Die beiden sprachen bei ihrem ersten Treffen am Dienstag im Vatikan rund eine Stunde miteinander – was für Privataudienzen sehr lang ist. “Wir haben nicht auf die Uhren geschaut, das mag die Länge erklären”, sagte Macron.

Flüchtlinge, Umweltschutz, globale Konflikte und Abrüstung sowie die Zukunft der EU seien zur Sprache gekommen, hieß es in einer Mitteilung des Vatikans. Franziskus setzt sich immer wieder für mehr Mitgefühl mit Migranten ein.

Macron sprach später mit Blick auf den Migrationsstreit von einer “politischen Krise”. Er habe in dem Gespräch mit dem Papst erläutert, dass die Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika verbessert, die europäischen Grenzen besser geschützt und die Solidarität gestärkt werden müssten, sagte er vor Medien.

Macron setzt sich in dem erbitterten EU-Streit – wie die deutsche Kanzlerin Angela Merkel – für europäische Lösungen ein und lehnt nationale Alleingänge einzelner Staaten ab.

Der Pontifex übergab wie bei solchen Audienzen üblich Macron eine Medaille mit St. Martin und machte darauf aufmerksam, dass es Aufgabe der Regierenden sei, den Armen zu helfen, wie Journalisten anschließend berichteten.

Zwischen den beiden herrschte offensichtlich eine gute Atmosphäre, wie bei einer Videoübertragung zu sehen war. Sie lachten, scherzten und es gab sogar ein Küsschen auf die Wange des Papstes. Begleitet wurde Macron (40) von seiner Frau Brigitte (65), die wie bei Vatikan-Besuchen üblich in schwarz kam.

Zwischen der populistischen italienischen Regierung und Frankreich gibt es derzeit Streit. Vor allem Italiens rechter Innenminister Matteo Salvini wettert gegen Macron, den er beschuldigte, “zu viel Champagner” zu trinken. Er ist vor allem wütend, weil Frankreich an der Grenze zahlreiche Migranten nach Italien zurückweist und gleichzeitig “Lektionen” in Sachen Solidarität erteile.

Der italienische Premier Giuseppe Conte führte am Montagabend ein langes Gespräch mit Macron in Rom vor dessen Besuch beim Papst. Im Mittelpunkt des Vier-Augen-Gesprächs zwischen Conte und Macron stand die Flüchtlingsthematik, wie italienische Medien am Dienstag berichteten. Dabei stand auch das Schicksal des Rettungsschiffes “Lifeline” mit circa 230 Migranten an Bord im Vordergrund.

Der französische Präsident bestätigte am Dienstag, dass Frankreich und einige andere europäische Länder Migranten von der “Lifeline” aufnehmen wollen. Die Zahl sei begrenzt, es seien “mehrere Dutzend” Menschen pro Land. Nach einer tagelangen Blockade auf dem Mittelmeer hat das Schiff nun grundsätzlich die Erlaubnis erhalten, einen Hafen der Mittelmeerinsel Malta anlaufen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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13 Kommentare auf "Macron warb beim Papst für europäische Migrations-Lösung"


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m69
m69
Superredner
21 Tage 6 h

Macron, wenn ich nur seinen Namen hoere wird mir schlecht, dieser Schleimer ohne Schneckenhaus….

denkbar
denkbar
Kinig
20 Tage 20 h

Der Pressemitteilung entnehme ich, dass zwei mit Vernunft über eine europäischeLösung nachgedacht haben. Die Punkte die im Artikel genannt werden erscheinen mir interessant. Ich würde gerne mehr über dieses Gespräch erfahren.

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
20 Tage 12 h

@denkbar  leider nur “Schall und Rauch” um die Öffentlichkeit zu beruhigen,sonst gar nichts!!!!! Wers glaubt wird im wahrsten Sinne des Wortes SELIG!!!!😂😂😂

zockl
zockl
Superredner
20 Tage 20 h

Macron hat die wenigsten Flüchtlinge/Einwohner in Europa aufgenommen und will jetzt den Oberlehrer geben?

traktor
traktor
Universalgelehrter
20 Tage 20 h

wow macron…
gscheid reden ober schiff darf keines in frankreich anlegen…
heuchlerbande

Staatsfeind
Staatsfeind
Tratscher
20 Tage 8 h

Da unterhalten sich zwei wie barmherzig sie mit dem Geld anderer umgehen können

m69
m69
Superredner
20 Tage 5 h

der ist gut!

Sun
Sun
Tratscher
20 Tage 17 h

Viele Eindrücke lassen den Schluss zu, dass Macron ein Heuchler ist. Erste Eindrücke entstanden bereits, als er das Trumpeltier umgarnte. Hoffen wir auf Besserung! Dann lieber eine Merkel oder Kurz, die sagen was sie denken.

m69
m69
Superredner
20 Tage 5 h

merkel umschreibt was sie sagen möchte……

Paul
Paul
Universalgelehrter
20 Tage 15 h

hobnse den Abschuss von Wolf und Bär in Südtirol a besprochn ?

Waltraud
Waltraud
Superredner
20 Tage 11 h

Der sollte aufpassen, dass er nicht auf seiner eigenen Schleimspur ausrutscht.

Gescheide
Gescheide
Grünschnabel
19 Tage 14 h

Vermutulich kann der Papst daran auch nix ändern. Nur vom predigen und beten wird das Problem auch nicht gelöst!

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
20 Tage 12 h

Macron und der Papst werden die Migrationsfrage schon richten???

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